Heimische Wölfin
NRW weist das erste Wolfsgebiet aus

Düsseldorf/Borken -

Die Spuren sind deutlich: Eine Wölfin ist im Kreis Wesel heimisch geworden. Seit Montag hat NRW das erste offiziell ausgewiesene „Wolfsgebiet“ - ein Teil davon liegt im Münsterland.

Montag, 01.10.2018, 13:50 Uhr
Foto: dpa

Sie hat keinen Namen, nur eine Nummer und wurde noch nicht gesehen: Rund um die Gemeinde Schermbeck im Kreis Wesel ist aber offenbar erstmals eine Wölfin in Nordrhein-Westfalen sesshaft geworden. Dafür sprechen nach Angaben von Umweltministerin Ursula Heinen-Esser (CDU) mehrere genetische Befunde, nachdem in der Region mehrfach Schafe gerissen worden sind.

Förderung für Schutzmaßnahmen

Die offenbar ohne Rudel allein umherstreifende Wölfin hat die Kennung „GW954f“. Damit Tierhalter zügig Fördermittel für geeignete Schutzmaßnahmen wie etwa mobile Elektrozäune nutzen können, hat Heinen Esser am Montag das erste „Wolfsgebiet“ in NRW ausgewiesen: Es erstreckt sich über 958 Quadratkilometer von Rees und Wesel im Westen bis in den Kreis Borken nach Raesfeld und im Osten bis Dorsten und Oberhausen im Süden.

„Wir werden alles tun, um es den Haltern so einfach wie möglich zu machen“, versprach die Ministerin. Für nachweislich von Wölfen gerissene Tiere und Folgeschäden komme das Land zu 100 Prozent auf. Allerdings dauert der genetische Nachweis oft mehrere Wochen. Der letzte stammt vom 30. August.

 

Gutachten zum Wolf in Westfalen vorgestellt

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  • 01 Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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  • Dr. Matthias Quas (WLV-Vertreter im Landesjagdbeirat NRW), Laura Jacobs (WLV-Pressestelle), Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) und Jürgen Reh (Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Verbandes der Jagdg...) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier

 

Wir werden lernen, mit ihm zu leben.

Umweltstaatssekretär

Eine neue Webseite des Landesumweltamtes listet allein im September fünf gerissenen Schafe auf. Verantwortlich könnten aber auch Hunde sein. Umweltstaatssekretär Heinrich Bottermann betonte, mit dem ersten Wolfsgebiet in NRW werde kein neues Schutzgebiet für Wölfe geschaffen, weil diese ohnehin den höchsten Schutz genießen. „Ich werde nicht sagen, willkommen Wolf, aber wir werden lernen, mit ihm zu leben.“

Wolfs-Portal

In einem neuen Internetportal  www.wolf.nrw stellt das Landesumweltamt Nordrhein-Westfalen (LANUV) Hintergrundinformationen und tagesaktuelle Meldungen zur Verfügung. Dazu gehören laut Dr. Thomas Delschen, Präsident des LANUV, interaktive Karten, eine tabellarische Auflistung aller Ereignisse und Informationen zum Wolfsgebiet rund um die Gemeinde Schermbeck.

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Bei einer Begegnung mit Wölfen solle man sich ruhig verhalten, der Mensch passe nicht in dessen Beuteschema. Ob die vermutlich 2016 bei Schneverdingen in Niedersachsen geborene Wölfin ein Rudel bildet, ist offen. Bundesweit gibt es mindestens 60 Rudel, 13 Wolfspaare und mehrere Einzelgänger. 

180 Jahre lang galt er als ausgestorben

2009 gab es den ersten Nachweis eines einzelnen durchziehenden Wolfes in NRW, nachdem die Art hier 180 Jahre lang als ausgestorben galt. Heute genieße der Wolf laut Bundesnaturschutzgesetz allerhöchsten Schutz, betonte Heinen-Esser. „Der Wolf darf nicht bejagt werden und es gibt keinerlei Bestrebungen auf Bundesebene, ihn ins Jagdrecht aufzunehmen.“

Wolfsnachweise in NRW seit 2009
Foto: Grafik: Nicole Stock/Nabu NRW

Einige Bundesländer werden bereits als Wolfsländer bezeichnet. In Brandenburg, Sachsen, Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern und Bayern ist der Wolf mittlerweile zu Hause. In Deutschland lebten 2017 laut Nabu wieder 73 Rudel und Paare, das entspricht etwa 500 bis 700 Tieren. Auch die Zahl der bestätigten Wolfsnachweise - zum Beispiel durch DNA-Spuren oder Wildtier-Kameras - steigt an.

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