Polizist auf Hagener Kirmes angegriffen
Geldstrafen für ein aggressives Paar

Bad Iburg / Ladbergen -

Wegen tätlichen Angriffs auf einen Polizeibeamten verurteilte das Amtsgericht Bad Iburg einen 34-Jährigen aus Osnabrück und eine 45-Jährige aus Ladbergen zu Geldstrafen. Sie hatten während der Hagener Kirmes im Oktober einen Polizisten durch Bisse und eine glühende Zigarette verletzt.

Donnerstag, 22.03.2018, 05:03 Uhr

Auf der Hagener Kirmes 2017 hatten ein 34-jähriger Mann und eine 45-jährige Frau einen Polizisten durch Bisse und eine glühende Zigarette verletzt. Foto: Stefan Langer

Die Angeklagten zeigten sich weitgehend geständig. „Er übernimmt die Verantwortung für das, was passiert ist“, erklärte der Verteidiger des 34-Jährigen. Allerdings sei der Mann zum Tatzeitpunkt mit mindestens 1,26 Promille alkoholisiert gewesen und habe wegen einer psychischen Erkrankung auch unter dem Einfluss verschiedener Psychopharmaka gestanden.

Vor Fahrzeug gesprungen

Der Angeklagte hatte gemeinsam mit seiner Mutter und der mitangeklagten Bekannten aus Ladbergen am 2. Oktober die Hagener Kirmes besucht. Gegen 18 Uhr hätten sie seine Mutter dann zum Bus bringen wollen, erklärte er. Offenbar um den im Bereich der Schulstraße gerade an einer Ampel anfahrenden Linienbus zu stoppen, war der 34-Jährige mit ausgebreiteten Armen vor das Fahrzeug gesprungen.

Eine zufällig vorbeikommende Polizeistreife hielt an, um den Sachverhalt zu klären. Als sie die Personalien des 34-Jährigen feststellen wollte, sei der weggerannt. Beim Versuch, eine Hecke zu überspringen, war der Mann ausgerutscht und von dem Polizisten gestellt worden. Dort habe ihm der halb auf dem Rücken liegende Mann gegen das Knie getreten, so ein Polizist.

Mehrmals gebissen

Als er den Mann auf dem Boden fixiert habe, habe der angegeben, wegen seines Asthmas keine Luft mehr zu bekommen. Daraufhin habe er ihm erlaubt, ein Asthmaspray aus der Hosentasche zu ziehen. Doch als der Mann das Spray in der Hand hatte, „hat er mir unvermittelt ins Handgelenk gebissen“, berichtete der Beamte. Zweimal habe ihn der Mann während des folgenden Gerangels noch gebissen.

Glühende Zigarette unters Auge gedrückt

Mittlerweile seien auch die beiden Begleiterinnen des Mannes nachgekommen. Die 45-Jährige hätte an ihm gezerrt, um den 34-Jährigen zu befreien. Dabei habe sie ihm eine glühende Zigarette unters Auge gedrückt. Durch die Glut hatte der Geschädigte Hautrötungen davongetragen. Aufgrund der Bisswunden und Prellungen war er für eine Woche krankgeschrieben.

Angeklagter entschuldigt sich

Er sei geflohen, weil der Polizist ihn angefasst habe, behauptete der 34-Jährige: „Die Situation war mir unangenehm.“ Der Mann entschuldigte sich im Gerichtssaal bei dem Beamten und überreichte ihm 200 Euro als erste Anzahlung eines Schmerzensgeldes.

Augenzeugen berichteten, der Polizist habe den Mann zunächst nicht angefasst. Er habe sich angemessen verhalten, während der 34-Jährige patzig reagiert habe. Der Staatsanwalt attestierte dem Polizisten ein „schulbuchmäßiges Vorgehen“.

Paar zu Geldstrafe verurteilt

Das Gericht verurteilte die 45-Jährige wegen tätlichen Angriffs gegen Vollstreckungsbeamte in Tateinheit mit Körperverletzung und versuchter Gefangenenbefreiung zu einer Geldstrafe von 110 Tagessätzen zu jeweils zehn Euro.

Der 34-Jährige wurde wegen tätlichen Angriffs in Tateinheit mit Körperverletzung verurteilt. Zusätzlich wurde er für das Stoppen des Busses der Nötigung für schuldig befunden. Er bekam eine Geldstrafe von 150 Tagessätzen zu je zehn Euro. Beide waren bisher strafrechtlich nicht in Erscheinung getreten.

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