Bürgermeister schreibt Minister Andreas Pinkwart
„Ladbergen ist kein Sorgenkind“

Ladbergen -

Für Minister Andreas Pinkwart wird das Rennen ums schnelle Internet mit dem Glas­faser-Ausbau entschieden. Die wohl rasanteste Aufholjagd habe der „Musterknabe Metelen“ mit dem Sprung von 1,9 auf 88,1 Prozent geschafft, schrieb er neulich in einem Bericht. Ein „Sorgenkind“ sei dagegen Ladbergen, das nur 7,4 Prozent der Haushalte ein schnelles Internet biete. Das sieht Bürgermeister Udo Decker-König anders. Er hat dem Politiker geschrieben.

Mittwoch, 21.03.2018, 22:03 Uhr

Foto: Dietmar Jeschke

Aus der Vogelperspektive sehe Nordrhein-Westfalen im Bundesvergleich schon sehr modern aus. 83,8 Prozent ­aller Haushalte könnten das schnelle Internet mit Datenraten von mindestens 50 Megabit je Sekunde nutzen. Kein Flächenland sei so weit, seine führende Position halte NRW noch, auch wenn ­besonders Schleswig-Holstein und Baden-Württemberg aufholten. Das geht aus einer Übersicht über den Breitbandausbau hervor, die Wirtschafts- und Digitalminister Andreas Pinkwart (FDP ) auf eine Anfrage der Grünen vorgelegt hat (WN, 9. März). Für ihn, so Pinkwart weiter, werde das Rennen beim Glas­faser-Ausbau entschieden. Die wohl rasanteste Aufholjagd habe der „Musterknabe Metelen“ mit dem Sprung von 1,9 auf 88,1 Prozent geschafft, heißt es weiter. Ein „Sorgenkind“ sei dagegen Ladbergen, das nur 7,4 Prozent der Haushalte ein schnelles Internet biete.

Der Bericht in den Westfälischen Nachrichten hat Udo Decker-König veranlasst, dem Minister einen Brief zu schreiben, „als Bürgermeister und damit auch Verantwortlicher und Treiber für den Breitbandausbau in Ladbergen“.

Speziell für Ladbergen, aber aus seiner Sicht auch allgemein betrachtet, werde im Pinkwart-Bericht ein falsches Zeichen für den Breitbandausbau gesetzt, so Decker-König. Pinkwart beziehe sich im Wesentlichen auf einen Breitbandausbau, der auf Technologien setze, die „zumindest an dem zukünftigen Bedarf der Bevölkerung sowie der Unternehmen vorbeigehen“, schreibt der Bürgermeister. „Aber selbst bei FTTC-Anschlüssen (Verlegen bis zum nächsten Verteiler) mit Bandbreiten von bis zu 50 Megabit (Mbit) pro Sekunde ist die Aussage zu Ladbergen nicht richtig.“

Unabhängig davon und sehr viel wichtiger sei aber die Tatsache, dass in Ladbergen im Rahmen eines interkommunalen Zusammenschlusses mit den Städten Lengerich und Tecklenburg sowie der Gemeinde Lienen eine Lösung umgesetzt worden sei, bei der Glasfasern nicht nur bis zum Verteiler sondern flächendeckend verlegt würden. „Beide Vorgaben sind essenziell. Zum einen wird der zukünftige Bedarf an Bandbreiten nur noch mit Glasfaser realisiert werden können, die bis ins Haus (FTTB) oder die Wohnung (FTTH) verlegt werden. Zum anderen ist es wichtig, dass ein Gesamtkonzept für den Breitbandausbau vorhanden ist“, schreibt Udo Decker-König dem Minister.

„So wichtig und gut Einzellösungen für Gewerbegebiete oder wirtschaftlich lohnende Kerngebiete von Kommunen erscheinen mögen und so sehr deren Einzelerfolge gefeiert werden, so sehr muss dabei beachtet werden, dass die Freude darüber die Randgebiete noch weiter von einer Lösung entfernt“, so der Bürgermeister weiter. Man spreche bildlich davon, dass „der Sektkorken für den Kern gleichzeitig der Sargnagel für den Außenbereich“ sei, wenn nicht gleichzeitig auch für diesen eine Lösung gefunden werde.

„Beim direkten Anschluss von Glasfasern (FTTB/FTTH) ist Deutschland leider noch immer Entwicklungsland“, hält der Verwaltungschef Andreas Pinkwart vor. „Zusammen mit den anderen drei Kommunen bauen wir die Kerne eigenwirtschaftlich und die Außenbereiche gefördert durch den Bund und das Land aus. Damit können wir behaupten, dass wir bis Ende 2019 zu den ersten Kommunen in Deutschland gehören werden, bei denen Bandbreiten im Gigabit-Bereich flächendeckend möglich sind. Schon jetzt hat jeder Bürger im Kern von Ladbergen die Chance, sich an das Glasfasernetz anzuschließen. Über 40 Prozent der Bevölkerung haben diese Chance bereits genutzt“, erklärt Udo Decker-König.

Seinen Brief an Andreas Pinkwart schließt er mit einer Einladung ins Rathaus von Ladbergen: „Ich stelle Ihnen gerne den aktuellen Stand sowie unser Konzept in Detail vor.“

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