Verwechslung
Vermeintlicher Wolf entpuppt sich als Schlittenhund

Vreden -

Die Sonntagsspaziergänger trauten ihren Augen nicht: Nahe einer Kirche in Vreden-Zwillbrock begegnete ihnen ein Tier, das sie für einen Wolf hielten. Ein Irrtum, heißt es jetzt von offizieller Stelle.

Mittwoch, 22.11.2017, 11:47 Uhr
Veröffentlicht: Mittwoch, 22.11.2017, 11:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Mittwoch, 22.11.2017, 11:47 Uhr
Eine Stadtlohnerin und ein Bösenseller haben beim Sonntagsspaziergang nahe der Zwillbrocker Kirche ein Tier gesehen, das sie für einen Wolf hielten. Foto: Andrea Schneider/Michael Plöger

Die Stadtlohnerin  Andrea Schneider und der Bösenseller Michael Plöger machten am Sonntag gegen 13 Uhr im Vredener Ortsteil Zwillbrock (Kreis Borken) eine tierische Begegnung: „Wir konnten den Wolf gut 15 bis 20 Minuten beobachten.“ Michael Plöger ist überzeugt, dass es kein Hund war, der da auf dem Feld nach Nahrung suchte. Mit dem Handy gelangen den beiden Spaziergängern einige Aufnahmen; auch den Pfotenabdruck hielten sie fest.

Doch das zuständige Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz (LANUV) dementiert die Wolfssichtung. Bei dem Tier handele es sich um einen Schlittenhund.

Trittsiegel

Trittsiegel Foto: privat

In einer Mitteilung am Freitag heißt es, bereits das Bild des Tieres habe erste Zweifel aufkommen lassen. „Bestimmte Merkmalskombinationen passen einfach nicht zu einem Wolf. Wir haben das Bild daher an die DBB-Wolf geschickt“, erklärt Dr. Matthias Kaiser, Experte für Artenschutz im LANUV. Die Einschätzung der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes (DBB) zum Thema Wolf habe diese Vermutung bestätigt. Sowohl die Spuren als auch körperliche Merkmale des Tieres ließen eher auf einen Hund als auf einen Wolf schließen.

Die Rückkehr der Wölfe

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  • Naturschutz-Junger-Wolf-streift-durch-den-Kreis-Steinfurt1

    Die Wolfssichtungen im Münsterland häufen sich. Am 23. April wurde dieser Jungwolf in Ibbenbüren gesichtet, der offenbar als Einzelgänger durchs Land streift.

    Foto: Jens Brinkmann
  • Dieses Tier wurde bei Haltern-Lavesum fotografiert. Der Fotograf Sven Bieckhofe glaubt, dass der Wolf nicht auf natürlichem Wege dort hingekommen ist.

    Foto: Sven Bieckhofe
  • Der Wolf polarisiert wie kein anderes freilebendes Tier in Deutschland. Die einen fasziniert er und steht für einen Triumph im Kampf gegen das Artensterben...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...die anderen macht er nervös, weil er Kosten verursacht und Ängste schürt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Schafzüchter fürchten um ihre Tiere.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • So hat Georg Kossen-Voges seine Schafe früher einfach im Garten laufen lassen...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...jetzt muss er sie zusätzlich einzäunen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Jeden Tag nach der Schule geht Hobbyzüchter Sebastian Ostmann zu seinen Schafen in den Stall.

    Foto: Wilfried Gerharz
  •  Ende März hat er sie auf die Weide gebracht und etwas Angst, dass ein Wolf sie angreift

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz

Anruf eines Hundezüchters

„Letzte Klarheit brachte ein Anruf eines Schlittenhundezüchters auf der niederländischen Seite der Grenze″, berichtet das Landesamt. Er habe eines seiner Tiere auf einem Zeitungsbild eindeutig erkannt. Ihm waren am Samstagabend mehrere Schlittenhunde entlaufen. Die Behörden vor Ort wurden durch den Hundehalter über die ausgebrochenen Tiere informiert. Alle Hunde konnten wieder eingefangen werden, ein Tier jedoch erst am Sonntagabend auf der deutschen Seite der Grenze.

Dass es offenbar zu einer Verwechslung gekommen ist, überrascht die Experten beim Landesamt nicht. Die Bestimmung von Wölfen im Freiland sei nicht einfach, heißt es. Verwechslungen mit Huskys, Schlitten- und Wolfshunden kämen häufig vor.

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Gutachten zum Wolf in Westfalen vorgestellt

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  • 01 Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Matthias Quas (WLV-Vertreter im Landesjagdbeirat NRW), Laura Jacobs (WLV-Pressestelle), Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) und Jürgen Reh (Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Verbandes der Jagdg...) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

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