Wolfssichtung
Jäger begegnen vermeintlichem Wolf

Zwillbrock -

Damit hatten Andrea Schneider und Michael Plöger bei ihrem Sonntagsspaziergang nicht gerechnet: Sie hielten den grau-weißen Vierbeiner erst für einen Hund, der ihnen da auf Sichtweite nahe der Zwillbrocker Kirche auf einem Feld begegnete. Doch schnell stand für die beiden Forstwirte und Hobbyjäger fest: Was sie da sahen, war kein Husky, sondern ein Wolf.

Dienstag, 21.11.2017, 17:02 Uhr
Veröffentlicht: Dienstag, 21.11.2017, 15:54 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Dienstag, 21.11.2017, 17:02 Uhr
Eine Stadtlohnerin und ein Bösenseller haben beim Sonntagsspaziergang nahe der Zwillbrocker Kirche ein Tier gesehen, das ein Wolf gewesen sein könnte. Foto: Andrea Schneider/Michael Plöger

Die Stadtlohnerin und der Bösenseller sind nicht vorschnell zu ihrer Einschätzung gekommen. Die beiden kennen sich aus mit der heimischen Fauna und Flora – und das nicht nur durch ihren Beruf, der sie als Forstwirte bei der Deutschen Bahn an unterschiedliche Einsatzorte führt. Michael Plöger ist bereits seit elf Jahren Jäger, und seine Partnerin hat beim Erwerb des Jagdscheins im Harz mit der Thematik Wolf bereits Berührung gehabt.

Gegen 13 Uhr begegnete ihnen am Sonntag im Vredener Ortsteil das Tier. „Wir konnten den Wolf gut 15 bis 20 Minuten beobachten“, sagt Michael Plöger. Er sei erkennbar auf Nahrungssuche gewesen – und hatte es wohl auf Mäuse abgesehen. Mit dem Handy gelangen den beiden Spaziergängern einige Aufnahmen; auch den Pfotenabdruck hielten sie fest.

Die Rückkehr der Wölfe

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  • Naturschutz-Junger-Wolf-streift-durch-den-Kreis-Steinfurt1

    Die Wolfssichtungen im Münsterland häufen sich. Am 23. April wurde dieser Jungwolf in Ibbenbüren gesichtet, der offenbar als Einzelgänger durchs Land streift.

    Foto: Jens Brinkmann
  • Dieses Tier wurde bei Haltern-Lavesum fotografiert. Der Fotograf Sven Bieckhofe glaubt, dass der Wolf nicht auf natürlichem Wege dort hingekommen ist.

    Foto: Sven Bieckhofe
  • Der Wolf polarisiert wie kein anderes freilebendes Tier in Deutschland. Die einen fasziniert er und steht für einen Triumph im Kampf gegen das Artensterben...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...die anderen macht er nervös, weil er Kosten verursacht und Ängste schürt.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Schafzüchter fürchten um ihre Tiere.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • So hat Georg Kossen-Voges seine Schafe früher einfach im Garten laufen lassen...

    Foto: Wilfried Gerharz
  • ...jetzt muss er sie zusätzlich einzäunen.

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Jeden Tag nach der Schule geht Hobbyzüchter Sebastian Ostmann zu seinen Schafen in den Stall.

    Foto: Wilfried Gerharz
  •  Ende März hat er sie auf die Weide gebracht und etwas Angst, dass ein Wolf sie angreift

    Foto: Wilfried Gerharz
  • Foto: Wilfried Gerharz

Größer als ein Hund

Michael Plöger ist überzeugt: Das äußere Bild passte zu einem Wolf. „Er war größer als ein Hund, hatte die typische schwarze Rückenfärbung, die zu den Seiten hin aufhellt, und auch das Trittsiegel ist ganz eindeutig das eines Wolfes.“ Der hintere Ballen sei beim Wolf im Unterschied zum Hund etwa als regelrechtes Dreieck ausgebildet.

„Wir waren doch sehr überrascht. Nie im Leben hätten wir damit gerechnet, hier einen Wolf zu sehen“, sagt Michael Plöger. Einen gut genährten, agilen Eindruck habe das Tier gemacht, das allein durch die Gegend streifte. Dabei habe es sich auch von den Menschen nicht stören lassen. „Er kam einige Meter auf uns zu. Das war schon ein komisches Gefühl“, gibt Michael Plöger zu. Doch er weiß: Solange sich ein Wolf nicht bedrängt fühle, sei von ihm keine Gefahr zu erwarten.

Eine Familie mit Kind habe den Wolf ebenfalls gesehen: „Wir haben sie dann noch davon abgehalten, hinterherzulaufen.“ Dass er beim nächsten Spaziergang in Zwillbrock den Wolf wieder trifft, sei wohl eher unwahrscheinlich: „Wölfe machen in einer Nacht Wege von bis zu 90 Kilometern. Der ist sicher schon weit weg.“

Gutachten zum Wolf in Westfalen vorgestellt

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  • 01 Foto: Gunnar A. Pier
  • Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Dr. Matthias Quas (WLV-Vertreter im Landesjagdbeirat NRW), Laura Jacobs (WLV-Pressestelle), Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) und Jürgen Reh (Rechtsanwalt und Geschäftsführer des Verbandes der Jagdg...) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin), Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands), Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Johannes Röring (Präsident des Westfälisch-Lippischen Landwirtschaftsverbands) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Clemens Freiherr von Oer (Vorsitzender des Verbandes der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Westfalen-Lippe) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Prof. Dr. Hans-Dieter Pfannenstiel (Diplom-Biologe, Professor für Zoologie an der FU Berlin) bei der Vorstellung des Wolf-Gutachtens am 8. August 2017 on der WLV-Geschäftsstelle in Münster.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier
  • Im Allwetterzoo friedliche Besuchermagneten: Timberwölfe.

    Foto: Gunnar A. Pier

Durchziehende Tiere

Birgit Kaiser de Garcia vom zuständigen Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen erklärte auf Anfrage, es sei noch zu früh, um eindeutig von einem Wolf zu sprechen. Man werde nun den Hinweis bewerten; bei den Fotos werde die Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf einbezogen: „Bei einem verbleibenden Wolfsverdacht müssten vor Ort durch einen Wolfsberater weitere Einzelheiten eruiert werden. An einem Trittsiegel alleine kann man Wolf und Hund noch nicht klar unterscheiden.“

An einem Trittsiegel alleine kann man Wolf und Hund noch nicht klar unterscheiden, heißt es beim Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz...

Wolfssichtungen gibt es seit 2009 in NRW. Dabei habe es sich um einzelne, durchziehende Wölfe gehandelt, schreibt das Landesamt auf seiner Homepage zu dieser Thematik.

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