Bad Bentheim
Schildbürger-Bahnhof: Noch klettern Reisende durchs Fenster auf den Bahnsteig

Vor einem Jahr schmunzelten viele über diese Posse: In Bad Bentheim hatte die Bahn die Bahnsteige Zentimeter erhöht. Damit verbaute sie die Türen des Bahnhofsgebäudes, sodass Reisende durchs Fenster kletterten. Das müssen sie jetzt bald nicht mehr. 

Montag, 07.08.2017, 12:09 Uhr aktualisiert: 07.08.2017, 14:39 Uhr
Der Bahnsteig ist angehoben – das Gebäude nicht: die Tür im Bad Bentheimer Bahnhof lässt sich derzeit nicht öffnen. Foto: dpa

Auf Gleis eins fahren die Züge in Richtung Berlin, auf Gleis zwei geht die Reise in Richtung Amsterdam. Die große weite Welt steht den Fahrgästen am Bahnhof des Kurortes Bad Bentheim offen. Und die Welt schaute vor einem Jahr tatsächlich auf den Bahnhof in der 15.000-Einwohnerstadt im westlichsten Zipfel Niedersachsens.

Denn die Bahn hatte die Bahnsteige um 40 Zentimeter erhöht, damit die Fahrgäste besser in die Züge einsteigen konnten. Damit waren aber die Türen aus dem Bahnhofsgebäude auf den Bahnsteig eins versperrt – viele Reisende kletterten durch ein geöffnetes Fenster.

Positive Stadt-Publicity

In der Stadt selber habe man diese Posse mit einem Schmunzeln zur Kenntnis genommen, sagt Bürgermeister Volker Pannen mit einem Jahr Abstand. „Aus der Berichterstattung haben wir meiner Meinung nach positive Aufmerksamkeit gezogen“, sagt der SPD-Politiker.

Immerhin war die Fensterkletterei im Bad Bentheimer Bahnhof auch Thema im von Frank Plasberg moderierten Jahresquiz 2016 im Ersten. „Es war eine Frage, die alle Prominenten richtig beantwortet haben“, erzählt Pannen amüsiert – aus seiner Sicht eine positive Stadt-Publicity.

Wohlgemerkt: Niemand musste durch das Fenster klettern, der Bahnsteig war von außen herum immer zu erreichen. Viele haben es aber dennoch getan, sagt der Vorstand der Bentheimer Eisenbahn, Joachim Berends: „Der Fahrgast sucht sich eben den kürzesten Weg.“

Über den Ablauf dieser Posse habe man sich bei der Bentheimer Eisenbahn zwar „kräftig geärgert“ – aber es sei nicht zu verhindern gewesen: Die Bahnsteige habe die Bahn erhöhen müssen. „Heute schmunzelt man drüber, aber wir haben auch unsere Lehren daraus gezogen.“

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Sein Unternehmen hat den Bahnhof von der Stadt übernommen und baut das Areal um. In das Gebäude von 1865/66 sollen eine Bäckerei mit Café und ein Reisebüro einziehen. In wenigen Wochen sollen auf dem Bahnhofsvorplatz Erdarbeiten beginnen, damit der Platz angehoben wird. Das Ziel: Der gesamte Bahnhof soll barrierefrei werden. Im kommenden Frühjahr soll alles fertig sein.

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