Vorladung vom Zweckverband
Eurobahn-Chef rechtfertigt Zugausfälle

Unna -

Regelmäßige Zug­ausfälle, permanente Ver­spätungen und nach wie vor eine eher dürftige Fahrgastinformation – die Eurobahn kommt einfach nicht aus der Kritik. Weil die von der ­Geschäftsführung gelobten Nachbesserungen nicht den erwünschten Erfolg zeigten, musste Eurobahn-Geschäftsführer Thomas Görtzen am Donnerstag vor der Verbandsversammlung Rede und Antwort stehen. 

Freitag, 07.04.2017, 08:20 Uhr

Zum Jahreswechsel hatte die Eurobahn durch Zugausfälle den Unmut von Kunden und NWL auf sich gezogen. Foto: Wilfried Gerharz

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hatte den Eu­ro­bahn-Geschäfts­führer zum Rapport bestellt – Teilnehmer sprachen im Nachgang von einer ­turbulenten Sitzung.

Die Tochter der franzö­sischen Keolis-Gruppe verbindet in der Region Münster mit Hamm , fährt zudem ­zwischen Hamm und Bielefeld durch den Kreis Warendorf, dieselt zwischen Bielefeld und Warendorf. Auf den Strecken war es (wie berichtet) vor allem zum ­Jahres­wechsel zu Störungen gekommen, für die die Eurobahn „temporär stark er­höhte Krankenstände unter dem Zugpersonal“ in Verbindung mit einer „allgemein knappen Verfügbarkeit von Lokführern“ verantwortlich macht.

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Eurobahn: 17 neue Triebwagenführer gewonnen

Hier hat das Unternehmen nachgebessert. Bis zum 31. März wurden laut Görtzen 17 neue Triebwagenführer gewonnen. Zudem plane das Unternehmen, bis zum 31. Mai zusätzliche 13 Lokführer einsetzen zu können. „Der 31. Mai ist für uns damit so etwas wie ein magisches Da­tum“, sagte NWL-Sprecher Uli Beele gestern nach der Sitzung.

Für die Eurobahn ist das Datum ein Stichtag, an dem der Betrieb wieder rund­laufen muss. Noch im Dezember hatte der NWL nämlich angekündigt, überprüfen zu wollen, „ob die vertrag­lichen Verstöße so gravierend sind, dass eine Kündigung gerechtfertigt ist“.

Die Eurobahn

Die Eurobahn ist ein Tochterunternehmen des französischen Keolis-Konzerns, der wiederum zur Staatsbahn SNCF gehört. Seit 1999 ist Keolis unter dem Namen Eurobahn in Deutschland aktiv und betreibt drei Netze in Nordrhein-Westfalen und Nordhessen. Nach eigenen Angaben hat sich das Unternehmen in dieser Zeit zum größten privaten Anbieter im öffent­lichen Schienenpersonennahverkehr in NRW entwickelt. Zum Unternehmen gehören mehr als 300 Zugführer und Zugbegleiter. Das Unternehmen befördert täglich 70.000 Reisende. Die Leitung des operativen Geschäfts erfolgt an den Standorten in Bielefeld, Hamm und Düsseldorf. Wiederholt ist die Eurobahn in die Kritik ge­raten. Immer wieder fällt sie durch Verspätungen und Zugausfälle auf. Das Unternehmen hat bereits mehrfach Personalprobleme eingeräumt.

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