Opwoco
Die App nach Maß

Über 2,6 Millionen Apps allein im Playstore bei Google, mehr als zwei Millionen bei Apple – sich da zu behaupten, ähnelt dem Schwimmen in einem Haifischbecken. Endkunden können in diesem Pool kaum eine Übersicht gewinnen. Und für die App-Erfinder wird es immer schwieriger, sich von der Konkurrenz abzusetzen. 

Sonntag, 05.03.2017, 17:03 Uhr

Die kreativen Köpfe an der Unternehmensspitze: Patrick Bröckers (li.) und Tobias Heinrich.
Die kreativen Köpfe an der Unternehmensspitze: Patrick Bröckers (li.) und Tobias Heinrich. Foto: opwoco

„Opwoco – Apps made im Münsterland “ richtet sich deshalb auch an eine andere Zielgruppe. „Wir bewegen uns nicht auf dem Playstore-Markt, sondern bieten dem Kunden eine individuelle Lösung für sein Unternehmen an“, sagt App-Entwickler Patrick Bröckers , Gründer des Schöppinger IT-Unternehmens.

Anfangs nur zur Studienfinanzierung gedacht, hat sich Opwoco in den 13 Jahren nach Gründung zu einer festen Größe entwickelt. In der App-Manufaktur entstehen neben Industrie- auch Bestell-, Scan- und Vertriebs-Apps. „Opwoco steht dabei für ‚open world code‘, mit dem wir als Software-Dienstleister alle Branchen bedienen können und wollen“, betont der 31-jährige Geschäftsführer.

Münster-App auf den Markt gebracht

Zunächst in Coesfeld ansässig, zog es die junge Firma Anfang 2016 in die Vechtestadt. Ein Jahr zuvor hatte sich Patrick Bröckers mit dem Schweizer Tobias Heinrich einen zweiten Mann an die Unternehmensspitze geholt. Heinrich verstärkt mit seiner kreativen Ader den Bereich Marketing und Kommunikation, während Bröckers sich um die Entwicklung der Mobile Apps kümmert.

So hat das innovative Duo 2016 im Auftrag der Stadtwerke die „Münster-App“ auf den Markt gebracht. „Die ist auf den Endkunden ausgerichtet und bedient den Nutzer mit aktuellen Informationen etwa zu Busfahrplänen, zu Müllabfuhrterminen oder zur Auslastung der Parkhäuser. Eine Idee, die gut ankommt“, freut sich Bröckers. „In Zukunft werden wir wohl mehr dieser Städte-Apps anbieten und dieses Produkt ausdehnen.“ Momentan ist Opwoco in diesem Genre bis Augsburg unterwegs.

Gleichsam soll aber auch die Dienstleister-Sparte gestärkt werden. „Hier stellen wir mobile Tools zur Verfügung, auf die dann alle Bereiche eines Unternehmens zugreifen können“, erklärt der Eperaner Bröckers. „Seit Jahresanfang ist beispielsweise die Firma Brillux mit unserer App ausgestattet. Ihnen haben wir eine Mediathek zur Verfügung gestellt, über die alle Außendienstmitarbeiter zeitgleich über Neuheiten in der Produktpalette informiert werden. Jeder Mitarbeiter kann über sein iPad die saisonalen Trends abrufen.“

Als Verkaufshelfer oder zur Verbesserung in der Außendienst-Steuerung ließen sich die Apps laut Bröckers auch in anderen Branchen anwenden: „Jeder Polier auf der Baustelle ist heutzutage mit einem Handy ausgestattet. Wenn dann beispielsweise Steine nachbestellt werden müssen, kann er auf einen Tool zugreifen und die passende Sorte darüber abrufen. Oder Bioläden: Sie können per Scan deutschlandweit Nachbestellungen tätigen.“

Über das Münsterland hinausschauen

Wichtig ist dem Unternehmer, „dass wir nicht Produkte von der Stange verkaufen, sondern Lösungen auf den Kunden und seine Bedürfnisse maßschneidern.“

Das derzeit 17 Mitarbeiter große Unternehmen (weitere drei sind bei der Unterfirma Incenio-Film angestellt) will das Wachstum der Branche in den nächsten Jahren auch für die eigene positive Entwicklung nutzen – und dabei nicht nur in der Region, sondern auch überregional seine Fühler ausstrecken. Die Mischung aus Start-up-Mentalität und solidem Münsterländer Mittelständler sieht das Ziel angesichts steigender Downloadzahlen bei Mobile Apps und wachsendem Absatz bei Smartphones und Tablets darin, sich „zum führenden App-Dienstleister“ zu entwickeln „Bodenständig, inhabergeführt und sozial wachsend“, betont der Geschäftsführer.

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Das bisher noch gemietete Firmendomizil in Schöppingen wollen die Geschäftsführer in naher Zukunft kaufen. Foto: Opwoco

Platz für 15 bis 20 weitere Mitarbeiter/innen bietet das Firmengebäude derzeit noch. „Wenn wir über das Münsterland hinausschauen wollen, müssen wir das mit Augenmaß in Angriff nehmen“, wagt Bröckers einen Blick in die Zukunft. So soll der Firmensitz – derzeit noch angemietet – demnächst angekauft werden.

Und ein weiteres, eher persönliches, Ziel hat Patrick Bröckers auch noch: Der ewige Student, der sein Studium mit der Firma finanzieren wollte, möchte nun eben dieses Studium endlich abschließen. „Die Bachelor-Arbeit steht noch aus. Sie hat sich durch das berufliche Engagement und die positive Entwicklung etwas gestreckt.“

Ausgezeichnet

Dass sich Opwoco mit seinen innovativen Ideen schon die Aufmerksamkeit in der IT-Branche gesichert hat, zeigen die zahlreichen Auszeichnungen, die das Unternehmen verliehen bekommen hat. 2016 wurden die Münsterländer für ihre Münster-App mit dem „Show your App Award“ in der Kategorie „Mobility & Travel“ ausgezeichnet. Darüber hinaus würdigte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin Patrick Bröckers und Tobias Heinrich mit ihrem Team bei „Germany at its best“. Drei Jahre hintereinander zog opwoco bereits beim Großen Preis des Mittelstandes in die Jury-Stufe ein. Und nicht zuletzt gab’s eine Ehrung als kununu-Top-Arbeitgeber.
Speziell die Ausbildung zukünftiger IT-Fachkräfte liegt den Geschäftsführern am Herzen. Bröckers: „Wir bilden im Grunde für den eigenen Bedarf aus. Gute Leute am Markt zu bekommen, ist schwierig. Man muss sie schon überzeugen, nach Schöppingen zu kommen.“
Aktuell gibt es nach Aussage des 31-Jährigen „Interessenten, die ihre Bachelor-Arbeit in unserem Unternehmen fertigstellen möchten“. Hier existiert eine Zusammenarbeit mit der Hochschule in Zwolle, Kontakte nach Enschede sind geplant. Patrick Bröckers: „Die Studenten können neben ihrer schulischen Ausbildung in den Niederlanden ein halbes Jahr lang Praxiseinblicke in den Bereichen Programmierung oder Medieninformatik erhalten.“

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