Körpergewicht beinahe halbiert
Ein Verlust, der sie glücklich macht

Telgte -

Von 110 auf 58 Kilogramm - nach mehreren gescheiterten Versuchen hat Yonisoa Dorgeist ihr Wunschgewicht erreicht. Aus ihrer Abnehm-Methode hat die Telgterin ein Geschäftsmodell gemacht.

Freitag, 23.09.2016, 14:09 Uhr

Nicht nur in ihrer Schwangerschaft 2009, auch danach habe sie die Hose (Kleidergröße 52) lange getragen, erzählt Yonisoa Dorgeist. Und auch die Jacke ist aus dieser Zeit. Heute passt die 32-Jährige mit beiden Beinen in ein Hosenbein herein und trägt Größe 34 bis 36.
Nicht nur in ihrer Schwangerschaft 2009, auch danach habe sie die Hose (Kleidergröße 52) lange getragen, erzählt Yonisoa Dorgeist. Und auch die Jacke ist aus dieser Zeit. Heute passt die 32-Jährige mit beiden Beinen in ein Hosenbein herein und trägt Größe 34 bis 36. Foto: Meyer

„Ich hatte eigentlich schon immer Übergewicht“, sagt Yonisoa Dorgeist . Es war der klassische Verlauf: Schon früh in der Pubertät kamen die ersten überschüssigen Pfunde. Mehr wurden es, als sie mit ihren Eltern von Münster nach Emsdetten zog, da war die heute 32-jährige 16 Jahre alt. Den Verlust des vertrauten Umfelds kompensierte sie mit Essen und geriet dabei in einen Kreislauf, aus dem es ihr jahrelang schwer fiel auszubrechen und den sie heute so beschreibt: „Wenn du eh schon unzufrieden bist, dann willst du dir nicht auch noch das Essen wegnehmen.“ 110 Kilogramm verteilt auf 1,63 Meter – während ihrer Schwangerschaft sogar noch mehr. „Ich habe mich körperlich nicht wohl gefühlt“, sagt Yonisoa Dorgeist rückblickend. Mittlerweile ist das anders – ganz anders.

Die Telgterin ist kaum wiederzuerkennen – und zwar wortwörtlich. Rund die Hälfte ihres Gewichts hat sie verloren. „Ich wiege so 57, 58 Kilogramm“, erzählt sie. „Der eine oder andere erkennt mich tatsächlich nicht mehr auf der Straße“, sagt Dorgeist und lacht. Schon mit der Geburt ihr Tochter, das war 2009, hatte sie sich vorgenommen, bewusster mit dem Thema Ernährung umzugehen. Das klappte mal besser, mal schlechter. Sie probierte Diäten und stellte auf Low Carb um, doch von ihrem Wunschgewicht blieb die in einem Kieferorthopädie-Labor arbeitende Frau, Tochter einer Deutschen und eines Mannes aus Madagaskar, weit entfernt.

Bewusste Kontrolle der Kalorien

Noch vor knapp einem Jahr wog Yonisoa Dorgeist 85 Kilogramm bei Kleidergröße 44. Dann kam sie durch eine Freundin in Kontakt mit dem Konzept eines britischen Diät-Anbieters. Mehr noch, sie ließ sich zur Beraterin schulen und hielt sich diszipliniert an den Plan, der ihr zu Beginn der Diät lediglich 800 Kalorien erlaubte. Einzunehmen in Form der Produktpalette, die das Unternehmen durch die Berater vertreibt. Shakes, Riegel, Smoothies, kleine Mahlzeiten – „angereichert mit Mineralien und Vitaminen“, sagt Dorgeist.

„In der ersten Woche hatte ich Hunger, danach aber kein Verlangen mehr auf Herzhaftes und Süßes“, berichtet sie. Beeindruckt von den Ergebnissen ließ sich auch ihr Mann Peter überzeugen. Auch er habe seit Ende Mai bereits 17 Kilogramm abgenommen.

Den Jo-Jo-Effekt will Yonisoa Dorgeist durch bewusste Kontrolle der Kalorien vermeiden. Sie ist sich sicher, dass sie das schafft. Gelohnt hat sich der Verzicht im vergangenen Jahr sowieso schon, denn aus den Erfolgen hat das Ehepaar ein Geschäftsmodell gemacht und berät nun andere. Doch das ist nicht alles, Yonisoa Dorgeist ist demnächst, begleitet von ihrem Mann, zum vom Unternehmen ausgerichteten Wettbewerb „Slimmer of the Year“, also Abnehmer des Jahres, nach England eingeladen, um Deutschland mit ihrer Geschichte als eine von 20 Nationen zu vertreten.

Empfehlung des Bundesministeriums

Starkes Übergewicht kann laut dem Bundesministerium für Gesundheit zu Bluthochdruck, Diabetes, Fettleber und Folgeerkrankungen führen. Das Ministerium setzt als präventive sowie aktive Maßnahme gegen Übergewicht vor allem auf eine gesunde Ernährung mit „wenig Süßigkeiten, weniger Fleisch und Wurst, dafür mehr Gemüse und Obst.“ Zudem seien laut Weltgesundheitsorganisation 2,5 Stunden körperlicher Aktivität pro Woche zu empfehlen.

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