Wie der ungewöhnlich warme November den Absatz beeinflusst
Von Winter keine Spur

Münster -

Der November verläuft deutlich zu warm für diese Jahreszeit. Nach einer außergewöhnlich warmen Periode in der ersten Novemberhälfte mit Temperaturen bis zu 20 Grad Celsius, volkstümlich „Martinisommer“ genannt, bleibt es auch in den nächsten Tagen vorerst mild. Da will doch keiner Schals und Thermohosen kaufen, oder?

Mittwoch, 11.11.2015, 15:11 Uhr

Wie der ungewöhnlich warme November den Absatz beeinflusst : Von Winter keine Spur
In Freiburg wurde am 7. November nach Angaben des Deutschen Wetterdienstes (DWD) mit 22,9 Grad um 15 Uhr die bislang höchste Temperatur im November gemessen. Foto: dpa

Jacken ja, Mützen nein

Accessoires wie Schals, Mützen und Handschuhe in dicker Strickqualität, aus Fell oder Leder sowie warme Unterwäsche aus Wolle und Seide „werden zur Zeit noch nicht angefasst“, sagt Geschäftsleiter des Modehauses Petzhold in Münster Sascha Novicic. Auch Wollstrümpfe und Thermohosen blieben liegen. Normalerweise kaufen vor allem Touristen, die von kaltem Wetter in der Stadt überrascht werden, spontan Mützen, Schals und Handschuhe. Das bleibt derzeit aus, sagt der 36-Jährige. Parkas und Outdoor-Bekleidung dagegen gingen unverändert gut über den Ladentisch - trotz Wärmeeinbruch. Dennoch: "Zehn Grad weniger und Sonne wären gut."

Reifenwechseltermine ausgebucht

Beim Reifen- und Räderhandel Drüppel & Vohs in Münster schlägt sich die warme Witterung dagegen nicht nieder. Die Branche profitiere noch vom Schneeregen vor vier Wochen. „Es läuft alles so, wie ich es mir vorstelle“, sagt Inhaber Peter Voß . Termine seien nur mit zwei Wochen Vorlauf zu bekommen. „Ich bin zufrieden mit dem Sicherheitsbedenken der Bevölkerung“, sagt der Obermeister der Innung der Vulkaniseure.

Besucher lieben Weihnachtsdeko

Auch der Messe „Winterträume“ in Havixbeck am vergangenen Wochenende haben die sommerlichen Rekordtemperaturen keinen Abbruch getan. 28.000 Besucher kamen an drei Tagen zur Burg Hülshoff - eine positive Bilanz, zumal die Veranstalter mit Winter- und Adventsprodukten unter dem Thema „Winter Wonderland“ geworben hatten.

Der Herbst im Münsterland 2015

1/10
  • Helmut Etzkorn Münster

    Die ersten Kastanien der Herbstsaison 2015:

    Tipp: Aus Kastanien, Eicheln, Tannenzapfen und Herbstlaub lässt sich originelle Herbstdekoration basteln.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Goldener Herbst in Sassenberg

    Foto: Gabi Baer
  • Noch lockt der Goldene Herbst zum Radfahren in den Baumbergen, bevor es kalt und nass wird.

    Foto: Jürgen Peperhowe
  • Die Promenade erstrahlt in leuchtendem Gelb

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Herbstliche Stimmung in der Sassenberger Landschaft

    Foto: Gabi Baer
  • Strahlend blauer Himmel an der Himmelreichallee

    Der Park am alten Zoo lädt zum Genießen der Herbstsonne ein.

    Foto: Helmut Etzkorn
  • Goldene Baumkrone in Drensteinfurt..

    ..und ein gleichfarbiger Teppich.

    Foto: Barbara van Kissing
  • Die letzten Sonnenstrahlen und das erste goldene Laub in Sassenberg.

    Foto: Gabi Baer
  • Goldene Baumkronen in Drensteinfurt..

    ..und ein gleichfarbiger Teppich.

    Foto: Barbara van Kissing
  • Auf den münsterschen Wasserwegen bilden sich Teppiche aus goldenem Laub.

    Foto: Stefan Werding

Auch bei Blumen Dahlmann in Münster herrscht Weihnachtsstimmung. „Das Wetter ist dunkler geworden. Wenn die Leute hier reinkommen, erleben sie eine Wunderwelt und lassen sich für Weihnachten inspirieren“, sagt die Inhaberin Anke Dahlmann. „Nur für die Pflanzen wäre kühleres Wetter besser“, sagt die Expertin.

Ja klar profitieren wir tendenziell von gutem Wetter. Wir verkaufen ein wettersensibles Produkt.

Raphael Viehoff

„Ja klar profitieren wir tendenziell von gutem Wetter. Wir verkaufen ein wettersensibles Produkt“, sagt Raphael Viehoff, Inhaber der Eismanufaktur „Raphaels“ in Münster. Allerdings reichen nur warme Temperaturen wie dieser Tage nicht allein, um mehr Umsatz zu machen. „Es muss schon auch trocken und sonnig sein, sonst sind die Leute gefühlt im Winter.“ Dennoch bleibt die Eisdiele am Bült ganzjährig geöffnet. Schließlich schmeckt Eis auch bei Minustemperaturen noch - solange nur die Sonne scheint.

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