Gemeinschaftliches Wohnen auf dem ehemaligen Lancier-Gelände
Haus der Generationen

Münster-Wolbeck -

Vor sieben Jahren wurde das ehemalige Lancier-Firmengeländeverkauft. Jetzt sind auf dem neuen Baugebiet Petersheide die ersten beiden Rohbauten fertig. Es entsteht ein regelrechtes „Haus der Generationen“.

Samstag, 18.05.2019, 12:00 Uhr aktualisiert: 20.05.2019, 17:56 Uhr
Baustellenfest im Baugebiet Petersheide: Die zukünftigen Mieter haben sich zwei Investoren gesucht, um gemeinschaftliches Wohnen zu ermöglichen. Der Glandorfer Bauunternehmer Karl Gründker (4.v.l.) beglückwünschte zum Baufortschritt. Foto: mlü

In Wolbeck ansässige Mitglieder des Vereins „Gemeinschaftliches Wohnen in Münster“ haben seit 2013 in mühevoller Kleinarbeit das Projekt auf den Weg gebracht. Es fanden sich zwei Investoren, die bereit waren, eine solche Form des gemeinschaftlichen Wohnens einzurichten. Die Bewohner sind Mieter, nicht Eigentümer. Damit entsteht in Wolbeck neben dem Projekt „Bremer Stadtmusikanten“ am Borggarten bereits das zweite Mietwohnprojekt – nunmehr auf der anderen Seite des Ortes.

Der große Unterschied: Anders als bei den „Bremer Stadtmusikanten“ geht es nicht alleine um ein buntes Leben im Alter. Die Mieter sind altersgemischt. Was sie vereint, ist der Wunsch, „der zunehmenden Anonymität des Wohnens entgegenzuwirken und in einer guten Nachbarschaft zu leben“, wie sie sagen.

Entsprechend bunt war das Baustellenfest, mit dem der Baufortschritt gefeiert wurde. Ein Ehepaar war extra aus Frankreich angereist. Dort leben sie seit dem Eintritt in den Ruhestand, wollen jetzt aber nach Münster zurückkehren und damit vorsorgen: „Unsere Kinder sollen nicht nach Frankreich kommen müssen, falls wir mal in Pflege gehen.“ Eine Familie mit zwei Kindern aus Hamburg zieht nach Wolbeck in die Wohnungsgemeinschaft. „Ich wollte jetzt nicht noch 15 Jahre warten, bis sich ein Wohnprojekt gründet“, begründet eine andere zukünftige Mieterin ihr Engagement.

Im November soll erst das eine, im Dezember schließlich das zweite Haus fertig werden. Einige Wohnungen sind sogar noch zu vergeben .

Der Bauunternehmer Karl Gründker aus Glandorf hatte 2013 die Industriebrache an der Petersheide gekauft. Er gratulierte zum Baufortschritt. „Vor fünf Jahren habe ich dem Oberbürgermeister einen Brief geschrieben, dass eine Stadtgesellschaft von seinen Familien und Kindern lebt.“ Dieses Wohnprojekt sei deswegen ein gutes Aushängeschild für das Baugebiet Petersheide. „Familien wohnen nicht irgendwo am Hohenzollernring, sondern hier in den Stadtteilen.“

Die Erschließung des Baugebietes hatte sich deutlich verzögert. Als Gründe wurden immer wieder hohe Auflagen und schleppende Genehmigungsverfahren genannt. Im Baugebiet soll ebenfalls eine Kindertagesstätte entstehen – zu sehen ist davon aber noch nichts.

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