Stadtplanungsamt klagt über Personalmangel
Auswertung dauert noch Monate

Münster-Wolbeck -

Die Offenlegung des Planentwurfs „Raiffeisenmarkt/Hiltruper Straße“ liegt mittlerweile rund neun Monate zurück. Nach einer ersten Einschätzung des Stadtplanungsamtes sollten die anschließend eingegangenen Anregungen von Bürgern Anfang dieses Jahres ausgewertet sein.

Donnerstag, 09.05.2019, 22:00 Uhr
Es wird wohl noch eine Weile dauern, bis sich der Raiffeisenmarkt hier ansiedeln wird. Denn bereits die Auswertung der Anregungen nach der Offenlegung des Planentwurfs wird sich noch ein paar Monate hinziehen. Foto: na

Es wird wohl noch einige Monate dauern, bis das Stadtplanungsamt alle Anregungen bearbeitet hat, die nach der Offenlegung des Planentwurfs zum Bebauungsplan „Raiffeisenmarkt/Hiltruper Straße“ im August und September vergangenen Jahres bei ihm eingegangen sind. Und bis die Bezirksvertretung Münster-Südost den Bebauungsplan als Vorlage auf dem Tisch hat. So lautet jedenfalls die Auskunft von Sonja Gierecker vom Stadtplanungsamt, in deren Aufgabenbereich die Bebauungsplanung in Münster-Südost fällt, auf Anfrage dieser Zeitung.

Ursprünglich, so war die Einschätzung des Stadtplanungsamtes, sollte Anfang des Jahres, spätestens im ersten Quartal die Auswertung abgeschlossen sein. Eine wesentlich Ursache für die Verzögerungen sei der akute Personalmangel im Stadtplanungsamt, so Sonja Gierecker. Ein Zustand, der auch schon öffentlich bekannt ist.

Aber auch die Tatsache, dass es sich um einen externen Vorhabenträger handele, erschwere die Arbeit. Denn dieser müsse zusätzlich zu den einzelnen Fachämtern der Stadt, bei den Problemlösungen miteinbezogen werden.

Aber auch die Qualität der Anregungen spiele eine Rolle. So werde im vorliegenden Fall ein offizielles Gutachten in Frage gestellt, was natürlich einer umfangreichen, möglicherweise längeren Überprüfung bedürfe. „Wir stellen einen hohen Anspruch an diese Auswertung und nehmen die Anregungen sehr ernst“, betont Sonja Gierecker.

Was ganz im Interesse von Karl-Josef Ruwe , Fraktionsvorsitzender der CDU in der BV-Südost, liegt. Er erinnert an das abschmetternde Urteil des Oberverwaltungsgerichts Münster für die Bebauungspläne Eschstraße“ des Stadtplanungsamtes im Februar 2017. Damit war auch die Fertigstellung der Umgehungsstraße in weite Ferne gerückt „Ich hoffe, die Stadt hat daraus gelernt“, sagt Ruwe.

Auch FDP-Bezirksvertreter Willi Schriek zeigt viel Verständnis dafür, dass die Sache aufgrund großer Sorgfaltspflicht etwas länger dauere. So könnten juristische Auseinandersetzungen vielleicht im Vorfeld schon ausgebremst werden.

Piratin Birgit Hemecker wundert sich eigentlich nicht über den zeitlichen Verlauf. „Es dauert mittlerweile in vielen Fällen solange“, sagt sie. Christine Schulz von den Grünen meint zwar, die zu erwartende Dauer der Auswertung schon ein bisschen lang sei, aber sie erkennt den zur Zeit dort herrschenden Personalmangel als Grund für die Verzögerung an.

Susanne Gerritzen, die sich gemeinsam mit Mitstreitern zu einer Initiative gegen den Bau des Raiffeisenmarktes zusammengeschlossen hat, verfolgt die momentane Entwicklung natürlich mit einer gewissen Spannung. „Wir fragen in regelmäßigen Abständen beim Tiefbauamt nach, ob Agravis schon einen Bauantrag gestellt hat“, erklärt sie. Obwohl dies beim momentanen Stand der Dinge wohl kaum möglich sei. „Wir wollen uns einfach Sicherheit verschaffen, dass wichtige Sachen, wenn sie schon entschieden sind, nicht an uns vorbeigehen, wie es in der Vergangenheit schon öfter geschehen ist“, sagt Susanne Gerritzen

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