Sicherung des Wolbecker Schulzentrums
Bezirksvertretung setzt auf Kameras

Münster-Wolbeck -

Die Bezirksvertretung Südost stimmte in ihrer Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich für eine Kameraüberwachung des Schulzentrums Wolbeck. Das Pilotprojekt soll ein Jahr laufen und findet in engen Grenzen statt.

Mittwoch, 08.05.2019, 17:00 Uhr
In einem Pilotprojekt sollen die Außenbereiche des Schulzentrums Wolbeck mit Kameras überwacht werden. Foto: mlü

Kameras an Schulgebäuden – das gab es in Münster noch nie. „Ungewöhnlich“ findet das sogar Ludger Watermann vom zuständigen Schulamt. Allerdings hält er die Maßnahme auch für dringend geboten: „Die Zahlen bei den Einbrüchen und Vandalismusschäden sind durch die Decke geschossen. Wir sind mit unserem Latein am Ende.“ Die Bezirksvertretung Südost stimmte in ihrer Sitzung am Dienstagabend mehrheitlich für die Überwachungsanlagen.

In einem Pilotprojekt sollen außerhalb der Schulzeit die Außenbereiche auf den Schulgrundstücken der Schulzentren in Hiltrup und Wolbeck gefilmt werden. Der Datenschutz setzt dem Vorhaben enge Grenzen: „Die Aufnahmen werden nur abgerufen, wenn Schäden festgestellt werden, ansonsten werden sie nach fünf Tagen gelöscht“, betonte Watermann im Gespräch mit den Politikern. Stimmt auch der Rat der Stadt Münster am 22. Mai dafür, könnten die Kameras bereits zum Start des neuen Schuljahres in Betrieb gehen.

Die CDU begrüßt die Sicherungsmaßnahmen und freute sich über die geringen Kosten von rund 9000 Euro für das Wolbecker Schulzentrum. „Ich habe selber eine Kameraanlage zu Hause, und die war fast genauso teuer“, freute sich Oscar Lass. Er würde sich wünschen, dass die Kameras 24 Stunden jeden Tag laufen – „das kostet ja nicht mehr“. Watermann musste diesen Vorschlag aus rechtlichen Gründen ablehnen.

Sabine Metzler (SPD) äußerte dagegen „Bauchschmerzen“. Votierte aber mit ihrer Fraktion für das Projekt. Willi Schriek von der FDP warnte: „Wir haben die Wahl zwischen Freiheit und Sicherheit – die Aufnahmezeiten sind daher richtig gewählt.“

Die Grünen enthielten sich bei der Abstimmung. Sie halten die Videoüberwachung für unwirksam. Dirk Wimmer: „Es wird lediglich eine Verdrängung stattfinden.“ Aus eigener Erfahrung als Techniker wisse er, dass „nur eine Kapuze reicht, um die Aufzeichnungen unbrauchbar zu machen“.

Auf Nachfrage unserer Zeitung bestätigt die Stadtverwaltung, dass bislang nur an der Realschule in Hiltrup eine Alarmanlage installiert wurde. „Das Problem ist in Hiltrup größer. In Wolbeck ist man bei den Schadenssummen aber durchaus auch gut dabei“, so Dr. Doreen Wendholt vom Schulamt der Stadt Münster.

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