Es geht um eine grundsätzliche Erneuerung
„Es wird nur gebetet und bedauert“

Münster-Wolbeck -

„Es wird nur gebetet und bedauert.“ Mechthild Jansen von der kfd St. Nikolaus drückt mit deutlich kritischen Worten aus, was zu großer Unzufriedenheit vieler Frauen in der katholischen Kirche geführt hat. „Die Stimmung ist von großem Entsetzen über die zahlreichen, skandalösen Missbrauchsfälle geprägt“, erklärt Ingeborg Heuken, ebenfalls von der kfd St. Nikolaus, die sich deshalb entschloss, sich dem Kirchenstreik (11. bis 18 Mai) anzuschließen.

Donnerstag, 02.05.2019, 20:00 Uhr
Mit einem Wortgottesdienst auf dem Kirchplatz vor der St.-Nikolaus-Kirche beteiligen sich die kfd-Frauen St. Nikolaus (v.l.) Hildegard Rösel, Maria Runtenberg, Ulrike Pölling, Maria Reisener, Mechthild Jansen, Rita Kunze und Ingeborg Heuken am Kirchenstreik. Foto: na

„Es wird nur gebetet und bedauert.“ Mechthild Jansen von der kfd St. Nikolaus drückt mit deutlich kritischen Worten aus, was zu großer Unzufriedenheit vieler Frauen in der katholischen Kirche geführt hat. „Die Stimmung ist von großem Entsetzen über die zahlreichen, skandalösen Missbrauchsfälle geprägt“, erklärt Ingeborg Heuken, ebenfalls von der kfd St. Nikolaus, die sich deshalb entschloss, sich dem Kirchenstreik (11. bis 18 Mai) anzuschließen, zu dem engagierte Frauen der Kirchengemeinde Heilig Kreuz in Münster aufgerufen haben.

„Wir wollten auch nicht länger schweigen“, sagt Hildegard Rösel. So werden die Frauen am 12. Mai (Sonntag) vor der St.-Nikolaus-Kirche einen Wortgottesdienst abhalten, parallel zur Eucharistiefeier um 11.30 Uhr in der Kirche, der unter dem Motto „Wir sind draußen“ steht.

Mechthild Jansen übernimmt die Predigt und Frauen werden aus dem Neuen Testament lesen, was ihnen beim Gottesdienst sonst verboten ist. Ein deutlicher Hinweis darauf, was die kfd-Frauen seit langem scharf kritisieren: die nach wie vor männlich, klerikal und hierarchisch verfasste Kirche. „Mich ärgert einfach, dass nur die Kardinäle den Papst wählen dürfen“, nennt Ingeborg Heuken da ein deutliches Beispiel.

Aber es ist in erster Linie der Drang der kfd-Frauen, dass endlich die Missbrauchsfälle aufgeklärt werden. Und zwar alle. Es werde immer nur vertuscht und verschwiegen, greift die Wolbeckerin einen wesentlichen Kritikpunkt auf. Es müsse endliche eine staatliche Akteneinsicht geben.

Die geballte Macht des Priesters sei es sicher nicht zuletzt gewesen, die bei den missbrauchten Opfern eine Verschwiegenheit heraufbeschworen habe. Und diese Position des Priesters habe dann aber mit Sicherheit auch dazubeigetragen, dass Eltern ihren Kindern, wenn sie sich ihnen dann anvertraut hätten, nicht geglaubt haben, begibt sich Mechthild Jansen auf Ursachensuche.

„Wir müssen die Stimme für Frauen und Kinder erheben“, betont Ingeborg Heuken. „Nicht, dass wir uns später den Vorwurf gefallen lassen müssen, wir hätten nichts getan“, ergänzt Hilde Rösel.

Es geht den kfd-Frauen dabei nicht um die Situation vor Ort, sondern um eine grundsätzliche Erneuerung der Kirche als Institution. Für den Erfolg sei es wichtig, dass viele Menschen bei der Aktion mitmachten, auch Männer, sagen sie unisono.

In Wolbeck sind die kfd-Frauen auf offene Ohren gestoßen. So werden einige Männer der Wolbecker Kolpingsfamilie am Muttertag, am 12. Mai, das Sammeln für das Muttergenesungswerk in der St. Nikolaus-Kirche übernehmen, sonst eine traditionelle Aufgabe der kfd-Frauen.

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