Mieter an der Bachstraße klagen über lang anhaltende Belastungen
„Seit Jahren Krach und Staub“

Münster-Angelmodde -

Bereits im März 2016 begann die Immobiliengesellschaft Vonovia mit umfassenden Sanierungen an den Häusern der Bachstraße 1 bis 13: Fassadenanstrich, Wärmedämmung, Balkonrenovierung, neue Haustüren und vieles mehr. Sehr zur Freude der Bewohner. Doch diese leiden inzwischen zunehmend unter den „Nebenwirkungen“. „Hier ist seit Jahren nur Krach und Staub“, klagt eine Frau, die in einer der 56 Wohnungen lebt. „Und wenn endlich alles fertig ist, werden wir wahrscheinlich ordentlich zur Kasse gebeten“, fürchtet ein Familienvater.

Dienstag, 30.04.2019, 00:00 Uhr aktualisiert: 30.04.2019, 19:00 Uhr
Während die Fassaden bereits ein ansehnliches Bild bieten, wird an den Rückseiten der Gebäude an der Bachstraße wird immer noch gebaut. Insgesamt ziehen sich die Arbeiten bereits seit mehr als drei Jahren hin. Foto: isa

Wie ist es zu erklären, dass sich die Arbeiten – mit Unterbrechungen – inzwischen über drei Jahre hinziehen? Während die Fassaden der Häuser zum Albersloher Weg und zur Hiltruper Straße hin längst ansehnlich wirken, bestehen die Rückseiten nach wie vor zum Großteil aus Baustellen. Vielerorts liegt Müll herum, teilweise von den Baufirmen hinterlassen. Wegen unfertiger Aufzugsanbauten müssen die Bewohner durch zugige, verstaubte Treppenhäuser steigen, selbst im Winter gab es keine vernünftigen Haustüren.

Der Grund für die anhaltenden Baumaßnahmen seien in der Tat die Anbauten für die Aufzüge, erklärt Vonovia-Pressesprecherin Bettina Benner auf Anfrage unserer Zeitung. Es habe Probleme bei der Detailplanung gegeben, und durch den aktuellen Bauboom seien keine ausreichenden Firmenkapazitäten für diese speziellen Gewerke verfügbar gewesen. „Wir können die Verzögerungen nur bedauern und entschuldigen uns dafür.“

Was den Müll angehe, halte die Vonovia die Firmen stets an, Baustellen sauber zu verlassen, so die Sprecherin. Ansonsten reinige das Wohnungsunternehmen die Baustellen auf Kosten der Firmen. Einen Hausmeister, der von Mietern immer wieder gefordert wird und mit dem man bei den benachbarten Häusern der Wohn- und Stadtbau gute Erfahrungen machte, gibt es im Vonovia-Wohnkomplex nicht. Ein Objektbetreuer sei jedoch telefonisch erreichbar, so Bettina Benner. Das endgültige Ende der Sanierungsmaßnahmen prognostiziert die Vonovia-Sprecherin auf November 2019.

Die Furcht der Bewohner, dass die Mieten nach dem Ende der Sanierungsmaßnahmen steigen könnten, ist nicht aus der Luft gegriffen. So berichtete unsere Zeitung kürzlich von Mietsteigerungen rund um den Stehrweg, wo die Vonovia 374 Wohnungen besitzt und ebenfalls stark sanierte. Zwei Euro mehr pro Quadratmeter müssen dort nach Modernisierungsmaßnahmen berappt werden. Ulla Fahle vom Mieter- und Mieterinnen-Schutzverein Münster liegen sogar Informationen von Mietern vor, denen eine Anhebung von mehr als drei Euro pro Quadratmeter angedroht wurde. Manche Bewohner glauben, dass die Sanierungen dem Unternehmen mehr nützten als ihnen.

Zum Thema Aufzüge gibt Ulla Fahle zu bedenken, dass diese vereinzelt durchaus sinnvoll seien. Dadurch könne man etwa älter werdenden Bewohnern ermöglichen, in ihrer gewohnten Umgebung zu bleiben. Die generelle Anbringung von Aufzügen an allen Mehrfamilienhäusern eines Komplexes, wie etwa bei der Bachstraße, sieht sie eher skeptisch: „Aufzüge für alle“ seien unnötiger Luxus und brächten erhebliche Mieterhöhungen mit sich.

Auch an der Bachstraße würden die Aufzugskosten auf die Miete umgelegt, kündigt Vonovia-Sprecherin Bettina Benner an. Das Ausmaß der Mieterhöhungen lasse sich aber erst nach dem Ende der Baumaßnahme endgültig berechnen. Die Erhöhung richte sich „nach den angefallenen Kosten und gesetzlichen Vorgaben“.

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