Kanzeltausch zwischen drei Gemeinden
„Wir sitzen alle in einem Boot“

Münster-Wolbeck -

In der Ökumene ist in den vergangenen Jahren viel bewegt worden. Auch ein Grund für die evangelischen Gemeinde Wolbeck, Angelmodde und Albersloh, der evangelischen Friedenskirche und der katholischen Gemeinde St. Nikolaus Münster eine alte Tradition wiederzuleben.

Dienstag, 12.02.2019, 06:17 Uhr aktualisiert: 13.02.2019, 17:06 Uhr
„Dein Wort ist die Wahrheit“ steht auf dem Tuch vor dem Ambo in der Christuskirche, links sitzen nebeneinander Gerhard Trottier und Thomas Schulz. Foto: Andreas Hasenkamp

Katholische Priester im evangelischen Gottesdienst, evangelische im katholischen: Am Sonntag fand ein Kanzeltausch statt in den Gottesdiensten der evangelischen Gemeinde Wolbeck, Angelmodde und Albersloh, der evangelischen Friedenskirche und der katholischen Gemeinde St. Nikolaus Münster. Damit lebte eine Aktion wieder auf, die es vor zehn Jahren schon mal gegeben hat (WN berichteten).

In die Christuskirche in Wolbeck kam in den evangelischen Gottesdienst als Prediger Pfarrer Thomas Schulz . Ihn begrüßte Pfarrer im Ruhestand Gerhard Trottier, der eingesprungen war für den erkrankten Pfarrer Dr. Christian Plate.

„Liebe Glaubensgeschwister“, begann Thomas Schulz, „ein Boot haben Sie hier vor dem Altar hängen. Ein Boot gehört auch zum Zeichen der Ökumene. Weil wir alle in einem Boot sitzen, egal welcher Konfession wir angehören?“ Nicht auf festem Boden, sondern in einem schwankenden Boot im Sturm beruhigt Jesus im Gleichnis des Markus-Evangeliums die Naturgewalten.

„Wir werden immer kleiner, erreichen immer weniger, die Zahl der Kirchenaustritte bleibt hoch: Warum laufen uns die Leute weg?“ Ein Grund sei wohl der Missbrauch durch kirchliche Amtsträger: „Und das ist auch ein Skandal, dass Vertrauen so missbraucht wurde, Menschen geschädigt wurden, ein Leben lang.“

Und wie wirke ein Gottesdienst auf jemanden, der neu hinzukommt? „Haben wir nicht manchmal eine sehr formelhafte Sprache, die wenig mit dem Alltag zu tun hat?“ Und warum gebe es mehrere christliche Kirchen, könne er sich fragen.

Jahrhundertelang hätten die Kirchen „sich auseinandergelebt“, in den letzten 50 Jahren sei viel erreicht worden, interkonfessionelle Heirat kein Problem mehr. Er erinnerte an früher, als auf dem Schulhof eine rote Linie katholische und evangelische Kinder trennen sollte. Eine Frau nickt. „Gott sei Dank hat sich viel getan. Und das ist auch Menschen zu verdanken, die sich hier vor Ort für Ökumene eingesetzt haben.“

Man solle sich „nicht treiben lassen von der Angst vor dem Ungewohnten, Fremden“. Deshalb sei die Frage „Wo kann ich meinen Beitrag leisten?“ auch angesichts des Klimawandels richtig.

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