Auch die Bürgerinitiative gegen die Reaktivierung der WLE-Strecke war vertreten
Bürger sollen mitreden

Münster-Wolbeck -

Der „Bürgerinformationsmarkt“ der WLE fand große Resonanz und spiegelte das große Interesse der Bürgerinnen und Bürger in Münsters Südosten wider, wenn es um die Reaktivierung der Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) geht.

Samstag, 17.11.2018, 07:00 Uhr
Veröffentlicht: Samstag, 17.11.2018, 07:00 Uhr
Wie Annelie und Friedhelm Hoppe nahmen viele Bürger auf dem Bürgerinformationsmarkt der WLE die Gelegenheit wahr, sich zu informieren und zu diskutieren. Foto: na

Die Resonanz war groß. Und sie spiegelte damit das große Interesse und Informationsbedürfnis der Bürgerinnen und Bürger in Münsters Südosten wider, wenn es um die Reaktivierung der Strecke der Westfälischen Landes-Eisenbahn (WLE) geht, an die auch die Bahnhöfe in Wolbeck, Angelmodde und Gremmendorf angeschlossen werden sollen.

Zu einem Bürgerinformationsmarkt hatte die WLE ins Wolbecker Schulzentrum geladen. Aufgebaut waren zahlreiche Info-Stände zu den Schwerpunktthemen, die in der Vergangenheit in Diskussion standen. Jeweils ein WLE-Mitarbeiter stand als Ansprechpartner bereit, nicht nur, um zu informieren, sondern auch über die Planungen diskutieren.

Besonderes Interesse fand, wie zu erwarten war, der Stand, an dem es um den künftigen Verlauf der Buslinie 8 geht, war doch schon deren komplette Einstellung befürchtet worden. Es blieb letztendlich bei einigen, nicht gerade fahrgastfreundlichen Veränderungen, weil die neue Linienführung ein Umsteigen erforderlich macht.

Die Furcht vor einer großen Lärmbelästigung ist natürlich bei den direkten Anliegern an der Bahnstrecke besonders groß, stößt aber durchaus auf Verständnis bei „Nichtanliegern“, wie die Wolbeckerin Jutta Dirk deutlich machte: „Ich bin durchaus für die Reaktivierung, finde die neuen Verkehrsverbindungen gut. Ich kann aber durchaus verstehen, dass Anlieger sich gegen eine Eisenbahnführung direkt vor ihrer Haustür wehren.“

Um das Meinungsbild der erschienen Bürgerinnen und Bürger festzuhalten, gab es an jedem Stand die Möglichkeit, einen Kommentar auf einem weißen Zettel abzugeben und ihn an die Pinnwand zu heften. Mit dieser vom Bürger ausgeführten Aktion, so betonte Johann Ubben, Bereichsleiter Eisenbahn bei der WLE, erfülle man die Voraussetzung, dass der „Bürgerinformationsmarkt“ als eine Bürgerbeteiligung anerkannt werde. Die ist rechtlich vorgeschrieben, um einen Antrag auf Planfeststellung, wie von der WLE geplant, auf den Weg bringen zu können.

Aus Sicht der Bürgerinitiative „Pro Bus und Rad – gegen die Bahn“, die auch mit einem Stand vertreten war, entspreche das Konzept eines Bürgerinformationsmarktes nicht den rechtlichen Vorgaben einer Bürgerbeteiligung. Wichtiger Bestandteil dieser sei, dass den Bürgern Rede und Antwort gestanden werde, was in erster Linie dann Aufgabe der Verwaltung sei, erklärte Michael Eßer, einer der Sprecher der Bürgerinitiative. Und das sei hier und heute nicht geschehen.

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