Viel drehte sich um Biogasanlagen
„Die Nepali wissen viel mehr als wir“

Münster-Wolbeck -

Der Nepal-Aktionstag des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises St. Nikolaus stieß auf große Resonanz.

Montag, 18.12.2017, 18:12 Uhr

Ein reiches Rahmenprogramm gab es nicht nur draußen, sondern auch drinnen bei Kaffee, Kuchen und Klaviermusik.
Ein reiches Rahmenprogramm gab es nicht nur draußen, sondern auch drinnen bei Kaffee, Kuchen und Klaviermusik. Foto: anh

Zum Nepal-Tag des Ökumenischen Eine-Welt-Kreises (ÖWK) im Pfarrheim von St. Nikolaus kam auch noch ein Zauberer, der Magier Stephan Lammen aus Münster. Staunen und Freuen waren aber auch schon vorher angesagt: Irmgard Alkemeier brachte frohe Kunde, nämlich eine Spende von 2200 Euro vom gestrigen Adventskonzert am Telgter Maria-Sibylla-Gymnasium. Sie hatte bei Schülern und Eltern das Projekt des ÖWK vorgestellt und erläutert.

Das Interesse an Biogas-Anlagen geht weit über Nepal hinaus. Aus Münster war der Herero Josaphat Kaereho gekommen: Er ließ sich von Christoph Roer , Vorsitzender des ÖWK, berichten, wie die Anlagen funktionieren und was für Bau und Betrieb nötig ist. Interesse ist da, das weiß Kaereho von seiner Schwester, die etwa 300 Kilometer von Windhuk entfernt wohnt. Solaranlagen sind deutlich teurer als Biogas-Anlagen, hat Kaereho ausgerechnet. Der Transport von Gas in Flaschen über weite Entfernungen ist mühsam; da wird die eigene Biogas-Produktion interessant. Auch, weil die Natur eher aufgeforstet werden sollte, anstatt Holz zu verbrennen. Wie baut man die Biogas-Anlagen? „Die Nepali wissen viel mehr als wir“, sagt Roer. Dort kümmern sich zertifizierte Unternehmen um Bau und Reparatur der inzwischen 2000 Anlagen, die der ÖWK unterstützt hat.

Unlängst ist eine Delegation mit Vertretern aus Asien, Afrika und Südamerika bei den Projekten gewesen, unterstützt von der Weltbank. Das Erfahrungswissen soll auch anderen helfen. Roer war mehrfach dort und sagt im Blick auf das nun geschonte Holz: „Man sieht, dass sich die Natur erholt“. „Super Projekt“, sagt Bezirksbürgermeister Rolf Schönlau, der Roer weitere Löcher in den Bauch fragt. Und eine Spende aus Repräsentationsmitteln der Bezirksvertretung hat er auch dabei. Ein Video der Gesellschaft für Internationale Zusammenarbeit zeigt, „How to operate a biogas plan“, auf Nepali mit englischen Untertiteln.

Und noch mehr Staunen: Auf dem Klavier im Flur spielt eine junge Pianistin, auf dem Tisch mit Produkten aus dem Eine-Welt-Laden tummeln sich auch Tiere – filigran geschnitten aus Holz von Georg Rölver.

Hängenbleiben konnten die Gäste aller Altersstufen schon bei einem Einsatzwagen des Löschzugs der Freiwilligen Feuerwehr. Der Zug hatte auch das Brutzeln von Kartoffelpuffer übernommen („sehr knusprig“, so ein Koster) und vor dem Eingang zum Pfarrheim standen einige von der St. Achatius-Nikolai-Bruderschaft Wolbeck um ein Feuer – bis der Zauberer kam, brutzelten hier viele Kinder Stockbrot.

Anlass für den spontan angesetzten Nepal-Tag sei die Spenden-Aktion der Westfälischen Nachrichten gewesen, so Roer, bei der ein Teil der Spenden den Biogas-Anlagen zugutekommen soll.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5368584?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F144%2F
Alleinunfall: Motorradfahrer erleidet schwerste Verletzungen
29-Jähriger zwischen Lengerich und Tecklenburg-Leeden verunglückt: Alleinunfall: Motorradfahrer erleidet schwerste Verletzungen
Nachrichten-Ticker