Heimatverein unterwegs mit Schülern
Wolbeck per Gitarre entdecken

Münster-Wolbeck -

Der Heimatverein Wolbeck will auch junge Leute an die Geschichte des Orts heranführen, sagt Bernhard Karrengarn am Drostenhof. Nun habe man einen ungewöhnlichen Weg gewählt.

Dienstag, 04.04.2017, 18:04 Uhr

Die Musikerin Gudrun Gunia hat Legenden aus dem Münsterland vertont. Einige Wolbecker Geschichten gab sie für Realschüler zum Besten.
Die Musikerin Gudrun Gunia hat Legenden aus dem Münsterland vertont. Einige Wolbecker Geschichten gab sie für Realschüler zum Besten. Foto: anh

Doch von Anfang an: Gudrun Gunia aus Westbevern ist Musiklehrerin und Musiktherapeutin, sie hat sich vor Jahren Legenden aus verschiedenen Regionen des Münsterlandes zum Thema gemacht und sie in Liedtexte verwandelt, um sie auf der Gitarre zu begleitet. So sang sie vom Poltergeist im Keller des Drostenhofes und von Hille Feicken, die in der Wiedertäuferzeit den Fürstbischof Franz von Münster hatte ermorden wollen, aber in Wolbeck verurteilt und in Bevergern geköpft wurde. Ein Dutzend Schüler der Realschule Wolbeck nutzte am Samstag die Gelegenheit zusammen mit der Lehrerin Iris Schulte-Wörmann.

Die Historie vermittelten zwei Männer mit besonderem Zugang zur Wolbecker Geschichte. Der Spaziergang startete im Drostenhof mit einem Vertreter der Familie von Merveldt: Franz-Pius Graf von Merveldt. Der ist zwar nicht in Wolbeck groß geworden („ich war ein Flüchtling“), konnte aber aus der Familiengeschichte berichten. Dann ging es zum ehemaligen Kurhaus von Dr. Lackmann: Dort erzählte Alfons Gerwing, der dort seine Kindheit erlebte. Lebhaft und plastisch konnte er von Hechten und Karpfen berichten, von Hausgarten, Wiesen und Wald, vom Badehaus an der damals fischreichen Angel, dem Springbrunnen im Garten des Anwesens – so wurde vor dem heute wenig ansehnlichen Gebäude ein glanzvolles Stück Geschichte lebendig. Alte Fotos von den Innenräumen gingen herum. Das war den Schülern nicht nur zeitlich näher, einer von ihnen hatte im Kurhaus gewohnt.

Den Illa-Andreae-Weg entlang ging es zur sogenannten „Lügenbrücke“ – betritt sie jemand, der gelogen (und noch nicht gebeichtet) hat, „dann bricht die Brücke zusammen“. So jedenfalls erzählte es Gernholt aus Kindertagen. Hier war auch Zeit, vom „Tiergarten“ zu erzählen: 100 Hirsche, 500 Wildschweine auf knapp 300 Hektar eingesperrt als Jagdbeute für den Fürsten.

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