Auf dem Weg zur Energiewende
Wasserstoff für mehr Klimaschutz?

Münster-West -

Die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-West bittet Stadt und Stadtwerke um Informationen über deren Erfahrungen im Hinblick auf den Einsatz von Brennstoffzellen-Technik.

Freitag, 11.10.2019, 22:00 Uhr
Erste Elektrobusse sind bei den Stadtwerken bereits seit dem Jahr 2015 im Einsatz. Diesen Elektro-Bus, der mit Wasserstoff betrieben wird, lieh das Unternehmen im Sommer 2018 einige Monate aus den Niederlanden aus, um mit dem Fahrzeug Erfahrungen zu sammeln. Foto: Stadtwerke Münster

Elektromobilität ist derzeit in aller Munde. Im Zeichen aktueller Energiewende-Diskussionen haben sich Politik und weite Teile der Bürgerschaft auf das Thema eingeschossen. Verbrennungsmotoren sollen durch umweltfreundlichere batteriebetriebene Elektromotoren ersetzt werden. Andere Antriebsarten scheinen dabei ein wenig ins Hintertreffen zu geraten. So verwundert es nicht, dass die CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Münster-West jetzt die Frage stellt: „Ist Wasserstoff ein Teil der Lösung für mehr Klimaschutz?“

In einem aktuellen Antrag wird die Stadtverwaltung von den Christdemokraten gebeten, der Bezirksvertretung in deren November-Sitzung Bericht zu erstatten: Unter Beteiligung der Stadtwerke will die CDU-Fraktion darüber informiert werden, welche Erfahrungswerte die Stadt Münster im Hinblick auf den Einsatz von Brennstoffzellen (in denen bekanntlich Wasserstoff mit Sauerstoff reagiert und damit den Strom für den Antrieb von Elektro-Bussen erzeugt) im Öffentlichen Personennahverkehr vorzuweisen hat.

In ihrem Schreiben weisen die Christdemokraten darauf hin, „dass Wasserstoff als Kraftstoff für den ÖPNV eine saubere Antwort auf die häufig in Ballungsgebieten auftretenden hohen Feinstaub-, Abgas- und Lärmbelastungen ist“. In Hamburg, Köln und Stuttgart seien schon jetzt Busse mit Brennstoffzellentechnik auf Achse. Es sei erkennbar, dass der Wasserstoffantrieb die Feinstaubbelastung und die Treibhausgasemissionen verringere und zum Klimaschutz beitrage.

„Der Gesundheitsschutz ist eine wichtige Aufgabe der Stadt Münster“, heißt es im Antragsschreiben der CDU . Überschreitungen von Immissionsgrenzwerten im Straßenraum in unmittelbarer Nähe von Wohnbebauungen machten es erforderlich, dort umfangreiche Maßnahmen zur deutlichen Reduzierung der Schadstoffbelastung einzuleiten und umzusetzen. Die Diskussion um die Belastung in der münsterischen Innenstadt zeige, dass alternative Konzepte entwickelt und umgesetzt werden müssten. Zumal die Stadtwerke angekündigt hätten, dass bis zum Jahr 2030 rund 100 Elektro-Busse durch Münster rollen sollen.

Hintergrund ihrer Bitte um Berichterstattung sei die Frage, „ob eine Ausweitung des Fahrbetriebes von Bussen mit Brennstoffzelle und Wasserstofftank als Energieträger in Münster nicht auch sinnvoll und zukunftsfähig ist“, erläutern die Christdemokraten. In diesem Zusammenhang möchten sie im Hinblick auf die vieldiskutierte Energiewende auch darüber informiert werden, wie leistungsfähig die unterschiedlichen Antriebstechniken sind, welche Reichweiten sie haben, wie wirtschaftlich sie sind, und, und, und . . .

Werde Wasserstoff mit alternativen Energien erzeugt, dann sei die Energiebilanz ausgeglichen und klimaneutral, erläutern die Christdemokraten. Darum schließe sich die Fragestellung an, ob und unter welchen Voraussetzungen eine Wasserstoffherstellung aus Windstrom in Münster möglich sei.

Darüber hinaus bittet die CDU-Fraktion der Bezirksvertretung Münster-West die Verwaltung um Informationen darüber, „ob und wann eine Umstellung von Zügen auf Wasserstoff / Brennstoff-Technologie möglich ist, und welche politischen und rechtlichen Rahmenbedingungen dazu notwendig sind“. Dies soll unter Einbeziehung des ZVM (Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland) erfolgen.

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