Friedensreich-Hundertwasser-Schule
„Eltern wollen die Schulform nicht“

Münster-Roxel -

Die Stadt Münster will die Roxeler Sekundarschule auslaufen lassen: Eine entsprechende Beschlussempfehlung soll dem Rat bereits im Dezember vorgelegt werden.

Donnerstag, 10.10.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 11.10.2019, 15:56 Uhr
Läuft alles wie von der Stadtverwaltung geplant, dann soll die Roxeler Friedensreich-Hundertwasser-Schule bereits ab dem nächsten Unterrichtsjahr sukzessive aufgelöst werden. Die Gründung einer Gesamtschule wäre auf dem Roxeler Schulcampus möglich. Foto: sch

Sie führt zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe 1, und eines ihrer Markenzeichen ist das längere gemeinsame Lernen: Mit großen Hoffnungen war die städtische Sekundarschule 2012 als neue Schulform in Münster an den Start gegangen. Allein die Akzeptanz der Eltern reichte in all den Jahren nicht aus, so die Stadt in einer Pressemitteilung. Daher möchte die Stadt die Friedensreich-Hundertwasser-Schule zum Schuljahr 2020 /2021  auslaufend auflösen. Eine entsprechende Beschlussvorlage soll bereits im Dezember im Rat der Stadt Münster auf den Tisch kommen.

Engagiert und mit viel Herzblut hatten Schulleitung, Kollegium und Fachkräfte aus der Sozialpädagogik in den sieben Jahren seit Gründung Unterricht und Schulleben gestaltet. In multiprofessionellen Teams wurden Konzepte für optimale Bildung umgesetzt, differenziert nach dem Lerntempo der Kinder unterrichtet, weiterführende Kooperationen angestoßen.

„Viele Initiativen liefen im engen Teamwork mit der Schulaufsicht, dem städtischen Amt für Schule und Weiterbildung, mit der Jugendhilfe und anderen Partnern. Vergeblich. Das Gesetz schreibt als Mindestgröße für die Sekundarschule  60 Aufnahmen pro Schuljahr vor, eine Zahl, die in Roxel entweder  selten oder gar nicht erreicht wurde. Trotz aller Anstrengungen bleibt der Zuspruch für diese Schulform aus“, heißt es in der städtischen Mitteilung. Auch Schulleitung und Schulpflegschaft hätten dies in verschiedenen Gesprächen bestätigt. Die Schulverwaltung schlage dem Rat daher vor, die Schule auslaufen zu lassen, sodass ab dem kommenden Schuljahr keine Fünftklässler mehr aufgenommen werden.

Pädagogisches Konzept sei nicht umsetzbar: Das Modell Sekundarschule führe zu allen Abschlüssen der Sekundarstufe 1. In Kooperation mit dem Freiherr-vom-Stein-Gymnasium und Ludwig-Erhard-Berufskolleg ebne die Schule zugleich  den Weg zum Abitur – das sei Teil des pädagogischen Konzepts. Voraussetzung dafür sei eine vom Leistungsvermögen her ausgewogene Schülerschaft. Der Anteil von Jugendlichen mit gymnasialer Leistungsstärke fehle der Schule allerdings nahezu komplett: „Weder aktuell noch perspektivisch können daher die Ziele der Schulform Sekundarschule erreicht werden“, verkündet die Stadt.            

Wie geht es nun weiter? Schulträger und Schulaufsicht haben die Lehrerkonferenz über die Pläne am Mittwoch (9. Oktober) informiert. Am selben Tag kam auch die Schulkonferenz zusammen. Folgt der Rat in seiner Dezember-Sitzung dem Verwaltungsvorschlag, dann läuft die Sekundarschule aus. „Alle rund 430 Kinder und Jugendliche werden verlässlich bis zu ihrem individuellen  Schulabschluss geführt“, versprechen die Verantwortlicher der Stadt Münster. Vom Unterrichtsjahr 2020 / 21 an werde es dann jedoch keine neuen Eingangsklassen mehr geben.  

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