Sorge um iranische Flüchtlingsfamilie
„Aus pädagogischer Sicht nicht tragbar“

Münster-Roxel -

Die Schulpflegschaft der Roxeler Mariengrundschule will die Abschiebung einer fünfköpfigen Flüchtlingsfamilie verhindern. Diese reiste über Spanien nach Deutschland ein.

Mittwoch, 05.06.2019, 20:00 Uhr aktualisiert: 06.06.2019, 12:08 Uhr

Sie sind zwar erst seit September 2018 in Deutschland, doch sie sollen sich in Roxel bereits gut eingelebt haben: Die Schulpflegschaft der Roxeler Marienschule will verhindern, dass eine fünfköpfige iranische Familie nach Spanien rückgeführt wird. Man mache sich große Sorgen, heißt es.

In einer Pressemitteilung weist die Schulpflegschaft darauf hin, dass die drei Kinder der Flüchtlingsfamilie – zwei Mädchen und ein Junge – innerhalb kürzester Zeit die deutsche Sprache erlernt hätten, stets pünktlich zur Schule kämen, dort beliebt und gut integriert seien. Eines der Mädchen spiele Fußball, ihr Bruder besuche einen Schwimmkursus und wolle demnächst sogar auf eine Realschule wechseln.

Die Flüchtlingsfamilie sei im September nach dreitägigem Aufenthalt in Spanien nach Deutschland eingereist. Hier drohe ihr nun die Abschiebung nach Spanien, wo ihr Asylantrag geprüft werden solle. „Ein erneutes Herausreißen der Kinder aus ihrem gerade neu gewonnenen Umfeld ist nach Überzeugung der Schule aus pädagogischer Sicht nicht tragbar“, heißt es in der Mitteilung der Schulpflegschaft. Den Eltern der Marienschule gehe das Schicksal der Familie sehr nahe, zumal eines der Mädchen bis heute an den Nachwirkungen einer 2016 diagnostizierten Nierenerkrankung leide. Spanien sei nach fester Überzeugung der Schulpflegschaft für die Familie eine „unvorstellbare Perspektive“, da Flüchtlinge dort keinen verlässlichen Zugang zum Gesundheitswesen hätten.

Dem wird seitens der Stadt Münster allerdings widersprochen: Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge habe festgestellt, dass auch in Spanien eine gegebenenfalls notwendige medizinische Behandlung sichergestellt sei, und der angeführte Gesundheitszustand keinerlei Hindernis für eine Abschiebung nach Spanien darstelle, heißt es in einer städtischen Stellungnahme. Die erfolgreichen Schulbesuche der Kinder seien erfreulich und müssten ausdrücklich gelobt werden. Sie lieferten jedoch keinen hinreichenden Grund dafür, dass die Stadt sich über den Rückführungsbescheid des Bundesamtes hinwegsetzen könne. Dieses habe der Familie beschieden, „dass sie sich innerhalb der EU nicht das Land aussuchen kann, in dem sie gegebenenfalls gebotenen Schutz vor Verfolgung bekommt, und dass sie deshalb zurück nach Spanien muss“. Diese Entscheidung des Bundesamtes sei gerichtlich bestätigt worden.

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