Roxeler Landschaftsgärtner in Nordirland
Über den Tellerrand geschaut

Münster-Roxel -

Im Beruf Auslandserfahrungen sammeln, das konnten zwei Azubis der Roxeler Firma Ahrens: Sie verschlug es ins nordirische Belfast.

Montag, 25.03.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 28.03.2019, 18:14 Uhr
Zurück am Arbeitsplatz in Roxel: In Nordirland als „Landschaftsgärtner on Tour“ sammelten die beiden Azubis von Gerrit Ahrens (vorne, r.), Robin Weiperth und Niclas Lampe (oben), interessante Auslandserfahrungen. Foto: ann

Niclas Lampe und Robin Weiperth haben Glück. Sie sind Landschaftsgärtner-Azubis im ersten Lehrjahr, und sie haben mit Gerrit Ahrens einen Chef, der aus eigener Erfahrung weiß, wie wichtig es ist, schon während der Ausbildung einmal „über den Tellerrand zu schauen“. Das hat das Duo unlängst in der nordirischen Hauptstadt Belfast gemacht.

Gerrit Ahrens, Geschäftsführer der gleichnamigen Garten- und Landschaftsbaufirma, ist selbst Landschaftsgärtner. Er war als Azubi mal ein halbes Jahr in Dubai. „Da habe ich wichtige Erfahrungen gesammelt“, sagt er. Er habe Anregungen erhalten und sei hochmotiviert zurückgekommen. Diese Erfahrung wollte er auch seinen Auszubildenden ermöglichen.

Als vom nordrhein-westfälischen Verband Garten- und Landschaftsbau (VGL NRW) unter dem Motto „Landschaftsgärtner on Tour“ ein 17-tägiger Aufenthalt für Auszubildende in Nordirland angeboten wurde, fanden sich unter seinen Mitarbeitern schnell zwei Interessenten für diese besondere „Dienstreise“. Durch die Unterstützung von „Erasmus plus“, einem EU-Programm zur Förderung von allgemeiner und beruflicher Bildung in Europa, waren die Kosten überschaubar.

Den entscheidenden Anstoß gab dann Leon Hegemann, ein ehemaliger Azubi der Firma. Er hatte begeistert von seiner Zeit in Skandinavien und Nordirland berichtet. „Das klang gut“, fanden Niclas Lampe und Robin Weiperth. Ein wenig polierten sie ihr Schulenglisch auf und entschieden sich für das Angebot. Bereut haben sie ihren Entschluss nicht.

Der Tag in Belfast begann früh mit der Fahrt im öffentlichen Bus zum Betriebshof. Arbeitskleidung und Werkzeug wurden gestellt. Unter der Leitung der Chefgärtner des National Trust konnten sie in den großen Parks der Stadt „klassische“ gärtnerische Pflegearbeiten durchführen, Beete säubern, Hecken schneiden und Efeu entfernen. Dazu bekamen sie auch Erläuterungen zu den teilweise exotischen Bäumen, die dort im Klima des Golfstroms gedeihen, und zu den geschichtlichen Hintergründen der Anlagen.

Palmen, Oliven- und Zitronenbäume – nicht in Kübeln, sondern in der Erde wurzelnd – typische geschichtete Natursteinmauern, blühender Stechginster, riesige Rhododendron-Gebirge, Hortensienarten, die als Sortenname den des jeweiligen Parks tragen: Der Botanische Garten von Belfast und natürlich auch die Landschaft der „Grünen Insel“ haben die beiden angehenden Landschaftsgärtner beeindruckt. Sie haben auch erkannt: „Die Iren lassen sich nicht so leicht stressen.“

Nicht mal das sehr wechselhafte Wetter nervte die beiden. „Manches läuft viel ruhiger ab als bei uns. Für die Qualität der Arbeit ist das gut.“ Ihr Chef hört sich die Reiseeindrücke seiner Auszubildenden interessiert an. „Solange ich so positive Rückmeldungen von einer solchen Aktion bekomme, befürworte ich Berufspraktika im Ausland auch weiterhin“, unterstreicht Gerrit Ahrens.

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