Rasthof Münsterland-Ost
Stadt lehnt Ausbaupläne ab

Münster-Roxel -

Die umstrittenen Ausbaupläne für die Tank- und Rastanlage Münsterland-Ost stoßen auch beim Amt für Stadtentwicklung, Stadt- und Verkehrsplanung auf wenig Zustimmung. Dies geht aus der städtischen Stellungnahme zur Planfeststellung des Projekts hervor.

Dienstag, 19.02.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 19.02.2019, 19:12 Uhr
Blick auf die Tank- und Rastanlage Münsterland-Ost an der Autobahn 1 bei Roxel: Bei den Verantwortlichen der Stadt Münster stoßen die Ausbaupläne des Landesbetriebs Straßenbau NRW auf Ablehnung. Foto: sch

Der vom Landesbetrieb Straßenbau NRW geplante – und hierzulande heftig umstrittene – Ausbau der Tank- und Rastanlage Münsterland-Ost an der Autobahn 1 bei Roxel stößt auch bei der Stadt Münster auf Ablehnung. Dies geht aus einer Beschlussvorlage des Amts für Stadtentwicklung, Stadt- und Verkehrsplanung hervor. Als erstes politisches Gremium Münsters wird sich am morgigen Donnerstag die Bezirksvertretung Münster-West mit dem Papier befassen.

Stadt gegen Rasthof-Erweiterung

Bei der Vorlage handelt es sich um den Entwurf der städtischen Stellungnahme zur Planfeststellung für den Ausbau des Rasthofs Münsterland-Ost. In diesem wird die Einstellung der Erweiterungspläne – auch für den benachbarten Rasthof Münsterland-West – um die vorgesehenen großdimensionierten neuen Stellplatzanlagen für Lastkraftwagen gefordert.

Basierend auf einer vom Rat der Stadt Münster bereits im Februar 2003 verabschiedeten Resolution gegen die Erweiterungspläne wird auf die geringe Entfernung der Tank- und Rastanlagen zum Stadtteil Roxel hingewiesen. Ebenso auf den mit einer möglichen Rasthoferweiterung verbundenen Eingriff ins Landschaftsschutzgebiet Aatal und auf die bislang freigehaltene wichtige Frischluftschneise für die Stadt Münster.

Darüber hinaus widerspricht die Stadt der Durchführung der Planungen für Münsterland-Ost und -West in zwei getrennten Verfahren. Zudem mahnt sie alternative Planungsvorschläge – beispielsweise eine moderate Weiterentwicklung bestehender Rastplätze an der Autobahn 1 im Einzugsgebiet von Münster – und eine weitergehende Bürgerbeteiligung bei anstehenden Planungsprozessen an.

Eingriffe in Natur und Landschaft sollen vermieden werden

Ebenfalls verzichtet werden soll nach Darlegung des Amts für Stadtentwicklung, Stadt- und Verkehrsplanung auf die vorgesehene neue äußere Erschließung des Rasthofgeländes. Damit sollen Eingriffe in Natur und Landschaft vermieden werden. Kritik wird auch an den vorgesehenen Kompensationsmaßnahmen geübt, die nach Ansicht der städtischen Experten den Eingriff in den Naturhaushalt nicht ausgleichen können.

Nach Darstellung der Stadt befindet sich das Projektareal im Bereich einer im städtischen Altlasten- und Verdachtsflächenkataster geführten „schädlichen Bodenveränderung“. Auch das bei einer Stellflächenerweiterung an der Tank- und Rastanlage anfallende Niederschlagswasser und der Grundwasserschutz bereiten der Stadt Sorgen. Und im Zusammenhang mit dem sechsspurigen Ausbau der Autobahn zwischen Münster und Osnabrück müssen aus städtischer Sicht die mit dem Ausbauprojekt einhergehenden Lärmschutzgutachten den aktuellen Verkehrsbelastungen und -prognosen angepasst werden.

Stadt wertet Schallschutzmaßnahme als positiv

Eine positive Bewertung gibt es im Entwurf der städtischen Stellungnahme zur Planfeststellung für den Ausbau der Tank- und Rastanlage Münsterland-Ost allerdings doch: „Auf der westlichen Seite der Autobahn ist aktiver Schallschutz in Höhe des Ausbauabschnitts mit 600 Metern Länge und zwei bis fünf Metern Höhe vorgesehen. Diese aktive Schallschutzmaßnahme ist zu begrüßen“, heißt es in dem Papier.

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