Pfarrkirche St. Pantaleon
Denkmalschützer retteten den Turm

Münster-Roxel -

Dieter Pferdekamp, Ehrenvorsitzender des Roxeler Heimat- und Kulturkreises, hat einen interessanten Blick auf die Geschichte der vor über 100 Jahren erbauten Roxeler Pfarrkirche geworfen.

Dienstag, 08.01.2019, 18:00 Uhr aktualisiert: 10.01.2019, 12:02 Uhr
St. Pantaleon im Schnee: Dieses Foto des Roxeler Gotteshauses schoss Dieter Pferdekamp vom Heimat- und Kulturkreis im Januar 2010.

St. Pantaleon im Schnee – das hat es in diesem Winter eigentlich so gut wie gar nicht gegeben. In den vergangenen Jahren sah dies mitunter allerdings ein wenig anders aus: Bei der Durchsicht seines umfangreichen Archivs kramte der passionierte Fotoamateur Dieter Pferdekamp jetzt eine Aufnahme des Roxeler Gotteshauses hervor, die er im Januar 2010 geschossen hat. „Die Aufnahme zeigt die Kirche in ihrer ganzen Größe und neugotischen Schönheit“, sagt das Ehrenmitglied des Roxeler Heimat- und Kulturkreises.

Das Foto zu schießen sei ihm nur möglich gewesen, da er ein Weitwinkel-Objektiv genutzt habe, und es jahreszeitlich bedingt auch kein Laub mehr an den stattlichen Buchen auf dem Pantaleonplatz gegeben habe, erläutert Pferdekamp. Auch mit der Geschichte des altehrwürdigen Sakralbaus kennt sich der Heimatfreund bestens aus.

Als die große Kirchenhalle um die Jahrhundertwende 1900 erbaut und in Betrieb genommen wurde, sei sie für das damals noch sehr kleine Örtchen Roxel „total überdimensioniert“ gewesen, erläutert Pferdekamp. Nicht allzu viele Menschen seien zu den Gottesdiensten gekommen, um den Kirchenraum ausreichend zu füllen. „Heute gibt es sie, die vielen Menschen in Roxel, die die Halle füllen könnten.“

Die zuvor an gleicher Stelle vorhandene, aber sehr viel kleinere Kirchenhalle aus dem 14. Jahrhundert sei um 1898 abgerissen worden. Sie sei baufällig gewesen. Eine Renovierung sei nicht mehr durchgeführt worden, obwohl sich damalige Denkmalschützer eigentlich gegen einen Abriss ausgesprochen hätten. Heute kenne man sie nur von Bildern. Es gebe auch noch einige Innenaufnahmen.

„Gott sei Dank retteten die Denkmalschützer des preußischen Staates den romanischen Turm aus dem zwölften Jahrhundert“, unterstreicht Pferdekamp. Zeitweise habe es damals sogar recht konkrete Überlegungen gegeben, eine komplett neue Kirche in Roxel zu bauen. Als Standort sei ein Areal an der Straße „Auf dem Dorn“, wo sich heute die Roxeler Grundschule befinde, ins Auge gefasst worden. Zum Glück für Roxel sei dieser Plan jedoch nicht realisiert worden. „Ein damals erster Entwurf für eine ganz neue Kirche wurde verworfen, aber später in Saerbeck realisiert. Somit wurde der uralte romanische Wehrturm erhalten und eine neue, große neugotische Halle an ihn angebaut“, so das Ehrenmitglied des Geschichts- und Heimatkreises.

Heutzutage seien in der großen Hallenkirche St. Pantaleon zu den Gottesdiensten meist sehr viel weniger Besucher versammelt als der Raum fassen könne. Deshalb sei der Kirchenraum optisch verkleinert worden. Die örtliche evangelische Nicolai-Kirche werde aus diesen und anderen Gründen nach etwas mehr als 50 Jahren sogar abgerissen, bedauert Pferdekamp: „Kaum auszudenken, wenn dieses Schicksal St. Pantaleon inmitten des Dorfes auch einmal ereilen würde…“

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