Roxel in den 1970er-Jahren
Bauernhof war Keimzelle Roxels

Münster-Roxel -

Dass Roxeler sich über ihren schmucken Pantaleonplatz freuen können, haben sie aufmerksamen Bürgern und der Eingemeindung in die Stadt Münster zu verdanken.

Mittwoch, 19.12.2018, 20:00 Uhr
So sah es bis in die 1970er-Jahre südlich der Pantaleonkirche im Ortskern von Roxel aus. Dort lag in einem mächtigen Baumbestand der einstige Bauernhof Schulze Höping. Foto: Dieter Pferdekamp

Aus der Sicht von Franz Weitzel gibt es keinen Zweifel: „Auf den Pantaleonplatz können wir stolz sein“, sagt der Ehrenvorsitzende des Roxeler Heimat- und Kulturkreises. So manchem Bürger des münsterischen Ortsteils – insbesondere den Neuhinzugezogenen – dürfte es gar nicht bekannt sein, dass der Pantaleonplatz in seinem heutigen Erscheinungsbild nur deshalb existiert, da sich Roxeler Bürger intensiv für eine nachhaltige Ortsgestaltung engagierten.

Bis hinein in die 1970er-Jahre war Roxel ein von der Landwirtschaft geprägtes, verschlafenes Dorf. Dort, wo sich heute der schmucke Pantaleonplatz präsentiert, befand sich der Hof Schulze Höping, die Keimzelle des modernen Roxels. Um der drohenden Eingemeindung nach Münster zu entgehen, gab es in Gemeinde jedoch Bestrebungen, den sogenannten „Plan Roxel 7“ auf den Weg zu bringen.

„Nach dem Plan von 1972 für das Neubaugebiet südlich der Pantaleonkirche war vorgesehen, die gesamte Hofanlage Schulze Höping mit dem architektonisch interessanten, 1922 errichteten Wohnhaus, im Volksmund Villa Höping genannt, mit dem Speicher aus dem Jahr 1857 und dem Baumbestand einer mehrgeschossigen, ge-stuften Hochhausbauweise zu opfern“, erinnert sich Franz Weitzel. Auf diese Weise hätte der Ort die Einwohnerzahl drastisch steigern und der Eingemeindung entgehen können, so die damalige Hoffnung. Doch dazu kam es nicht.

„Wären diese Pläne realisiert worden, dann hätte Roxel heute ein gesichtsloses Zentrum.“ Den Pantaleonplatz hätte es dann nicht gegeben, sagt Weitzel. Darüber hat der Orts-Chronist auch im unlängst veröffentlichten neuen „Roxel Magazin“ des Heimat- und Kulturkreises geschrieben, das er – wie berichtet – zusammen mit Dieter Pferdekamp erstellt hat. Aus Weitzels Sicht können die Roxeler froh sein, dass ihr Dorf im Zuge der kommunalen Neugliederung im Jahr 1975 ein Stadtteil Münsters wurde.

Einer Bedarfsanalyse der Stadt und einem im Jahr 1975 gegründeten Bürgerarbeitskreis sei es zu verdanken, dass es zwei Jahre nach der Eingemeindung zu einer verträglichen Neuplanung des Ortszentrums kam. Diese habe das Höpingsche Hofgelände, von dem die stattliche Villa und der alte Speicher nach wie vor erhalten sind, zum heutigen Pantaleonplatz, dem Herzstück Roxels, gemacht.

Aus dem damaligen Bürgerarbeitskreis, der sich um die Ortskerngestaltung verdient machte, ist der Roxeler Heimat- und Kulturkreis entstanden, der in diesem Jahr sein 40-jähriges Bestehen feiert. Anlässlich des Jubiläums hat der Kreis – wie berichtet – das mehr als 200 Seiten starke und mit über 400 historischen Bildern bestückte „Roxel Magazin“ herausgegeben. Es gewährt interessante Einblicke in die Ortsgeschichte und die Entwicklung des Ortszentrums. Es sei eine „Fundgrube und Erinnerungsbuch für ältere Bürger und ein Weihnachtsgeschenk für jüngere Roxeler und Neubürger“, meint Franz Weitzel.

Zum Thema

Das „Roxel Magazin 2018“ ist für zehn Euro bei Schreibwaren Kintrup (Pantaleonstraße) sowie am Pantaleonplatz in der Rose-Apotheke, der Roxeler Poststelle und in der Pfarrbücherei St. Pantaleon erhältlich.

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