Verein „Anti Rost Münster“ feiert zehnjähriges Bestehen
Senioren helfen Senioren

Münster-West -

Die gewaschenen Gardinen aufhängen, eine Glühbirne austauschen, die Matratze umdrehen – solche Aufgaben können für alleinlebende Senioren zum Problem werden, ein Handwerker kommt dafür nicht ins Haus. Seit 2008 springt der Verein „Anti Rost Münster“ in genau solchen Fällen ein: 96 handwerklich begabte Rentner nehmen als Vereinsmitglieder Aufträge entgegen, die telefonisch im Büro im Gesundheitshaus an der Gasselstiege ankommen. Bei ihnen und den 20 ehrenamtlichen Bürokräften bedankt sich der Verein jetzt mit einer gemeinsamen Stadtrundfahrt und einem anschließenden Fest.

Donnerstag, 12.07.2018, 09:00 Uhr

Handwerkliche Hilfe für Senioren: Helfer Wilhelm Peters von Anti Rost wechselt ein Scharnier bei Hugo Peters. Foto: Verein Anti Rost

Die Idee zum Konzept des Vereins hatte ein Gründungsmitglied vor 20 Jahren aus Berlin mitgebracht, erzählt Geschäftsführerin Waltraud Gelbe. Fünf Senioren hätten daraufhin mit der Umsetzung begonnen, damals noch von zu Hause aus. 2008 habe die Initiative solche Ausmaße angenommen, dass ein Verein gegründet werden musste. „Wir finanzieren uns fast ausschließlich über Spenden“, erklärt Gelbe. Eine Finanzspritze gab es zuletzt auch durch den ersten Platz beim Wettbewerb „Zuhause hat Zukunft 2017“ in Hamburg: Gegenüber 90 eingereichten Projekten rund um das Thema Leben im Alter hatte sich „Anti Rost Münster“durchgesetzt.

„Zuhause hat Zukunft, das ist ja, was wir uns auf die Fahnen schreiben“, sagt Gelbe. Ziel des Vereins sei es, Senioren möglichst lange ein selbstbestimmtes Leben in der eigenen Wohnung zu ermöglichen. Die „Kundschaft“ befinde sich im Alter zwischen 60 und über 90 Jahren. Senioren, deren Kinder weit weg wohnen und für die nachbarschaftliche Hilfe keine Selbstverständlichkeit ist, finden beim Verein Hilfe. „Manche möchten die Familie auch nicht immer beanspruchen“, erklärt Gelbe.

Unter den Helfern sind nur wenige gelernte Handwerker: „Wir haben ehemalige Staatsanwälte, Piloten oder Soldaten“, so Gelbe. Sie zahlen keine Mitgliedsbeiträge, sondern erhalten fünf Euro Aufwandsentschädigung pro Auftrag. Sie sind nach den Wahlbezirken der Stadt aufgeteilt und werden so eingesetzt, dass sie von ihrem Wohnort aus möglichst kurze Wege zurücklegen müssen. „Die meisten sagen aber: Uns ist es ganz egal, wir fahren auch quer durch die Stadt“, sagt Gelbe. „Wir versuchen, immer zu helfen.“

Maler- und Renovierungsarbeiten, Umzüge oder Gartenarbeit übernehmen die Helfer allerdings nicht – schon aus rechtlichen Gründen. „Wir sind keine billigen Arbeitskräfte“, betont Gelbe. Wer versucht, den Verein auszunutzen, kommt auf die „Rote Liste“.

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Der Verein sucht jederzeit Helfer für handwerkliche Aufgaben oder für die Verwaltung. Wer helfen möchte oder selbst Hilfe braucht, kann sich montags bis donnerstags von 10 bis 16 Uhr, freitags bis 13 Uhr unter ' 0251 / 6 86 96 94 melden.

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