Taufwald der Roxeler Kirchengemeinden
Zeichen des wachsenden Glaubens

Münster-Roxel -

Am 11. März dürfte im Taufwald am Roxeler Rohrbusch in gärtnerischer Hinsicht wieder so einiges los sein: Die katholische und die evangelische Kirchengemeinde laden zur ökumenischen Pflanzaktion ein.

Mittwoch, 08.03.2017, 20:03 Uhr

Bei den alljährlich stattfindenden Pflanzfesten im Taufwald am Rohrbusch – hier ein Foto aus dem Jahr 2015 – können Täuflingseltern für ihren Nachwuchs Bäume und Sträucher pflanzen.
Bei den alljährlich stattfindenden Pflanzfesten im Taufwald am Rohrbusch – hier ein Foto aus dem Jahr 2015 – können Täuflingseltern für ihren Nachwuchs Bäume und Sträucher pflanzen.

Im Jahr 1994 fing alles an: Damals wurde zwischen der Stadt Münster und den beiden Roxeler Kirchengemeinden ein Gestattungsvertrag geschlossen. Besagtes Papier ermöglichte es den Gemeinden, den ökumenischen Taufwald , der sich an der Auffahrt zum Autobahnrasthof Münsterland-Ost befindet, aus der Taufe zu heben. Im Roxeler Gemeindeleben sind der Wald und das dort alljährlich stattfindende Pflanzfest längst fest etabliert. Am Samstag (11. März) findet es um 15 Uhr wieder statt.

In der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde in Roxel ist es Tradition: Im ökumenischen Taufwald am Rohrbusch können Eltern von Kindern, die innerhalb der vergangenen zwölf Monate getauft wurden, stellvertretend für ihren Nachwuchs junge Bäume pflanzen. So wie das Kind wächst der Setzling heran und wird groß. Auf dem Areal, das sich nur einen Steinwurf entfernt von der Roxeler Autobahnkapelle befindet, ist in den vergangenen Jahrzehnten ein stattliches Wäldchen entstanden.

Rund 13 000 Quadratmeter groß ist das Gelände, auf dem sich der ökumenische Taufwald befindet. Nur wenige wissen, dass es sich dabei um eine ehemalige Abraumhalde handelt, auf der Aushub deponiert wurde, der beim Ausbau der Autobahn 1 angefallen war. In den vergangenen Jahrzehnten wurden auf dem Areal, das von einem Ehrenamtlichen-Team beider Kirchengemeinden betreut und gepflegt wird, bereits mehr als 300 Bäumchen gepflanzt.

Willkommen sind heimische Laubbäume – angefangen von Kirschen, Eschen, Birken und Ulmen bis hin zu Apfelbäumchen und Eichen. Geeignete Straucharten können ebenfalls gepflanzt werden. Dass die Setzlinge in der Folgezeit gegossen, beschnitten und auch vor Wildbiss geschützt werden müssen, versteht sich für die meisten Familien ganz von selbst.

Taufwäldchen wie der in Roxel sind im Bundesgebiet äußerst selten zu finden. Vermutlich scheint es allein im Stuttgarter Raum ein weiteres Areal zu geben. Im Jahr 2009 wurde das in hiesigen Gefilden einzigartige Roxeler Taufwald-Projekt mit dem „Dialogpreis“ des Bistums Münster bedacht.

Da die Kapazitäten auf dem Areal am Rohrbusch begrenzt sind, sind die alljährlichen Pflanzaktionen allein Roxeler Täuflingseltern vorbehalten. Angehörige anderer Gemeinden müssen zum Bedauern der Verantwortlichen notgedrungen außen vor bleiben.

Das wird auch am kommenden Samstag nicht anders sein. Dann sind Roxeler Täuflingseltern nach einer spirituellen Einstimmung eingeladen, so Andreas Francke vom Taufwald-Team, mit Spaten, Schüppe und Spitzhacke die ausgesuchten Bäumchen zu pflanzen und beim anschließenden Picknick die von allen mitgebrachten Speisen zu verzehren, um sich nach getaner Arbeit gemeinsam zu stärken. „Das Taufwald-Team hat den Wald vorbereitet und wird auch wieder ausreichend Tische und Bänke aufgestellt haben.“

Laut Francke haben die Eltern auch in diesem Jahr wieder Gelegenheit, „einen Baum zu pflanzen als Symbol für den wachsenden und hoffentlich gut verwurzelten Glauben, der in der Taufe zugrunde gelegt wurde“.

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