Taufwald der Roxeler Kirchengemeinden
Nur Roxeler dürfen pflanzen

Münster-Roxel -

So manche Familie aus den Nachbarstadtteilen würde gerne für ihren Täufling im Roxeler Taufwald ein Bäumchen pflanzen. Doch das ist nur Familien aus Roxel möglich.

Freitag, 15.04.2016, 19:04 Uhr

Ökumenische Pflanzaktion: Einmal im Jahr kommen Familien aus den beiden Roxeler Kirchengemeinden im Taufwald zusammen, um dort für ihre Täuflinge symbolische Bäumchen zu setzen.
Ökumenische Pflanzaktion: Einmal im Jahr kommen Familien aus den beiden Roxeler Kirchengemeinden im Taufwald zusammen, um dort für ihre Täuflinge symbolische Bäumchen zu setzen.

In der katholischen und der evangelischen Kirchengemeinde in Roxel ist es Tradition: Im ökumenischen Taufwald am Rohrbusch können Eltern von Täuflingen stellvertretend für ihren Nachwuchs Bäumchen pflanzen. So wie das Kind wächst der Setzling heran und wird groß. Allerdings ist die Teilnahme an der jährlich stattfindenden Pflanzaktion ausschließlich Roxeler Familien vorbehalten. Das bedauert natürlich der ein oder andere. So auch Stephanie Wagner , die in Kinderhaus wohnt.

In einer E-Mail an die Redaktion schreibt die Mutter eines zweijährigen Sohnes, dass sie für ihren Filius nur allzu gerne einen Baum in Münsters einzigem Taufwald, dem in Roxel, pflanzen wolle. Bei einem Anruf im dortigen Pfarrbüro sei sie vor etwa einem Jahr von einem freundlichen Mitarbeiter auf eine „Warteliste“ gesetzt worden. Doch als dann der Termin der jüngsten Pflanzaktion ins Haus gestanden habe, sei ihr von den Zuständigen mitgeteilt worden, dass dafür lediglich Roxeler Täuflinge berücksichtigt werden könnten.

„Sind wir nicht eine große Welt? Ist es nicht schade, dass schon regional solche Unterschiede gemacht werden, sogar innerhalb der gleichen Religion“, fragt Stephanie Wagner. Bislang habe ihre Familie noch keinen Platz gefunden, an dem ein Baum für den Sohn gepflanzt werden und dauerhaft stehen bleiben dürfe: „Es wäre doch auf ein Bäumchen wirklich nicht angekommen, wenn den Eltern und Paten so viel an dieser Symbolik liegt.“

Pfarrer Dr. Christian Schmitt kann das Bedauern der Kinderhauserin durchaus verstehen. Allerdings seien die Kapazitäten auf dem Areal in der unmittelbaren Nachbarschaft der Autobahnraststätte Münsterland-Ost arg begrenzt: „Es ist dort einfach nicht möglich, dass auch Eltern aus anderen Gemeinden Taufbäumchen pflanzen.“

Der Taufwald sei vor mehr als zwei Jahrzehnten aus einer Roxeler Initiative entstanden. Die Teilnahme an der alljährlich rund um Ostern stattfindenden Pflanzaktion, so der Pfarrer der St.-Pantaleon-Gemeinde weiter, sei den Angehörigen der Roxeler Kirchengemeinden vorbehalten. Deshalb sei es auch für Familien aus den Nachbargemeinden der Pfarrei St. Liudger – sprich aus St. Anna in Mecklenbeck, St. Ludgerus in Albachten und St. Stephanus in der Aaseestadt – sowie den evangelischen Gemeinden nicht möglich, bei den Pflanzaktionen mitzumachen.

Vorstellen kann sich Pfarrer Schmitt indes, dass sich in anderen münsterischen Kirchengemeinden Initiativen bilden, einen eigenen Taufwald ins Leben zu rufen. Innerhalb Deutschlands gebe es seines Wissens nach nur wenige Taufwälder. Neben dem Roxeler sei ihm bislang nur ein weiterer in Südwest-Deutschland bekannt.

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