Sanierung in vollem Gange
Historischer Hof neu belebt

Münster-Nienberge -

Er gehört zu den ältesten Gräftenhöfen im Münsterland. Haupthaus und Scheune wurden jahrelang nicht genutzt. Doch das soll und wird sich bald ändern. Die Rede ist vom sogenannten Hof Leising, früher auch als Gräftenhof Schulze Hannasch bekannt.

Freitag, 13.09.2019, 13:30 Uhr aktualisiert: 15.09.2019, 18:08 Uhr
Die Fassade will Architekt Sven Winkelmann erhalten, das Dach muss allerdings neu gedeckt werden. Erhalten bleiben soll auch die alte Feuerstelle (kl. Foto). Foto: Kay Böckling

Dieses Schmuckstück liegt idyllisch versteckt hinter Bäumen und Gestrüpp. Von außen eher unscheinbar, entfaltet dieser alte Gräftenhof am Rande Nienberges an der Feldstiege seine gesamte Schönheit und Pracht erst nach dem Betreten durch das historische Torhaus. Die Rede ist vom sogenannten Hof Leising , früher auch als Gräftenhof Schulze Hannasch bekannt. Einige Jahre war die Anlage – ausgenommen des Speichers – unbewohnt. Das soll sich ändern. Architekt Sven Winkelmann hat sich dem Gebäudeensemble angenommen und ist aktuell dabei alles komplett zu sanieren.

Wie dem Heimatblatt für Nienberge aus dem Jahr 2014 zu entnehmen ist, handelt es sich bei der Anlage um den ältesten Hof Nienberges. „Er ist sogar einer der ältesten Höfe im Münsterland“, weiß Winkelmann aus seinen Recherchen. Der Gräftenhof bestehe aus der Scheune, dem historischen Haupthaus mit angrenzender Remise und dem aktuell bewohnten Speicher.

Laut Heimatblatt ist der Gräftenhof in einer undatierten Urkunde aus dem Zeitraum zwischen 1042 und 1063 erwähnt. Das heutige Haupthaus selbst soll 1749 in Vierständerbauweise errichtet worden sein.

Nach der umfassenden Sanierung sollen Haupthaus und Scheune gleichfalls Wohnzwecken dienen: „Es gibt einen Vorbescheid, dass wir die Anlage zur Wohnnutzung umwandeln dürfen.“ Festlegen will sich der Architekt noch nicht. Er spielt aber mit dem Gedanken, in beiden Immobilien (Scheune und Haupthaus) jeweils drei Wohnungen zu integrieren. „Ich bin gedanklich noch dabei, das zu entwickeln.“

Die Gebäude könnten aber auch vielseitig genutzt werden: „Es handelt sich um ein kulturlandschaftlich prägendes Gebäude – so ist es baurechtlich auch eingestuft.“ Denkbar wäre also auch Wohnen und Arbeiten unter einem Dach. Als Denkmal sei der Hof nicht eingetragen. „Das Gelände mit der Gräfte ist als Bodendenkmal eingestuft.“

Auf dem Weg zum Haupthaus passiert man eine freie Fläche, auf der damals ein Stallgebäude aus den 60-er-Jahren stand. „Das haben wir abgerissen, das war keine Schönheit“, sagt Winkelmann. „Es passte einfach nicht in das Gesamtensemble. Und so haben wir den Hofraum ganz neu definiert.“

Der Zugang zum Haupthaus erfolgt über das „Herzstück“ des Gebäudes: den zentralen Dielenraum. „Hier wurde früher gekocht und gespeist“, so der Architekt und zeigt auf den alten Kamin: „Das Herdfeuer, um das sich früher das Leben drehte.“ Rundherum um die Diele sind verschiedene Wohnbereiche angesiedelt.

Auch wenn Winkelmann die Immobilie kernsaniert – die eigentliche Struktur und räumliche Aufteilung soll erhalten bleiben.: „Das gehört schließlich zum Wesen des Hauses.“ Das gilt im Übrigen auch für die Außendarstellung: „Das ist Teil der kulturlandschaftsprägenden baurechtlichen Einordnung. Man muss sich schon am Bestand orientieren. Das ist aber auch sinnvoll. Es ist schließlich ein altes und authentisches Bauernhaus, das in seiner Struktur bewahrt werden möchte.“

Der weitere Weg führt durch die früheren Pferdestallungen. Auch dort ist eine Wohnnutzung ebenso vorstellbar wie eine eventuelle Nutzung als Büro. Der Dachboden böte ebenfalls viel Platz. Das Torhaus wird – so ist es vorgesehen- Abstellfläche bleiben. Dort sind auch die Hausanschlüsse untergebracht.

Spannend gestaltet sich bestimmt die Umgestaltung der alten Scheune. Dort sollen die alten Balken erhalten bleiben. Sie werden in das Wohnkonzept integriert. Apropos Wohnkonzept: „Reizvoll ist hinter dem Haus eine Gräfte. Jede der drei Wohneinheiten wird eine kleine Brücke bekommen, der Garten liegt dann außerhalb der Gräfte.“

Reinhard Leising bleibt nach eigenem Bekunden als Namensgeber des Hofes als Eigentümer des hannerschen Stalls und der umgebenden Ländereien dem Gräftenhof verbunden.

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