50 Jahre Kita St. Sebastian
„Kinder brauchen Wurzeln“

Münster-Nienberge -

Ein Stadtteil ohne Kindergarten, das ist schwer vorstellbar. So auch in Nienberge. Dort, mitten im Ort, steht seit nunmehr 50 Jahren der St.-Sebastian-Kindergarten. 1969 gab es die Einweihung, fünf Jahrzehnte und mehrere Generationen später steht das Gebäude immer noch, und nach wie vor spielen und lernen dort Jungen und Mädchen.

Mittwoch, 22.05.2019, 17:14 Uhr aktualisiert: 23.05.2019, 17:42 Uhr
Sie stellen das neue Logo des St.-Sebastian-Kindergartens vor (v.l.): Leiterin Kathy Hürländer, Pfarrer Daniel Zele, Doris Hoeter (Verbundleitung der Liebfrauen-Überwasser-Pfarrei), und Ulla Fieber von der St.-Sebastian-Gemeinde. Foto: sn

„In diesen 50 Jahren hat sich viel verändert. Vielleicht so viel, wie vorher noch nie“, meint Ulla Fieber , die im Kirchenvorstand lange Zeit auch mit den Belangen der Kita zu tun hatte. Frauen seien heute gut ausgebildet und wollten in den Beruf. Und: Kindergärten hätten heute sehr viele Aufgaben zu erfüllen.

Die Anforderungen sind hoch. Da nickt auch Kathy Hürländer , die seit vergangenem Jahr die Leitung des St.-Sebastian-Kindergartens innehat. So ist etwa inklusive Erziehung heute selbstverständlich, dafür gibt es in Nienberge eigens zwei Inklusions-Fachkräfte.

Auch integrative Herausforderungen gibt es, etwa wenn Flüchtlingskinder auf die Schule vorbereitet werden müssen. Sprachbarrieren seien kein Problem. Kinder verstünden schnell die Vokabeln. „Eltern lernen von ihren Kindern“, so Hürländer.

Aber auch sonst ist vieles anders. Seit 1957 gab es schon einen Kindergarten im Stadtteil in der alten Mädchenschule an der Ecke Kirmstraße / Sebastianstraße. Viele Neubaugebiete entstanden damals, junge Familien mit ihren Kindern zogen hierher. Und so kam es zu dem Entschluss, einen neuen Kindergarten an der Kirmstraße 16 zu bauen. Zunächst war der dreizügig, 1981 kam eine vierte Gruppe hinzu. 2013 gab es einen Anbau, und inzwischen hat sich auch eine U3-Betreuung etabliert.

Der Kindergarten ist stark nachgefragt. Früher habe es von Eltern noch Sonderanträge gegeben, damit ihre Kinder aufgenommen würden, so Fieber. Jeder Einzelfall wurde sorgsam geprüft, musste aber auch immer gegenüber jenen gerechtfertigt werden, die nicht zum Zuge kamen.

Inzwischen gehen 93 Kinder in den St.-Sebastian-Kindergarten Nienberge. Weitere Einrichtungen gibt es ebenfalls, wie etwa die „Kita Krokodile“ am Carl-Neuendorff-Weg, die aus einer Elterninitiative entstand, und die städtische Kita in Häger.

Nach der Fusion der einzelnen Gemeinden zur Liebfrauen-Überwasser-Pfarrei haben sich neue Möglichkeiten aufgetan. Alle 14 Tage treffe sich das Leitungsgremium, erklärt Doris Hoeter von der Verbundleitung. Die Kita-Mitarbeiter könnten sich so untereinander austauschen und auch personell gebe es gegenseitige Hilfe. Wenn einer krank sei, könne eine Vertretung aus dem anderen Stadtteil kommen.

Auch die Pfarrer der Pfarrei stellen sich regelmäßig im Kindergarten vor. Schon vor 50 Jahren sei es auch die Aufgabe gewesen, die Kinder an den Glauben heranzuführen, erklärt Pfarrer Daniel Zele. Viele Eltern würden auch durch ihre Kinder wieder zum Glauben kommen. Wichtig, so finden die Beteiligten: Die Jungen und Mädchen kennen das Gesicht „ihres“ Pfarrers.

Eine kleine Feier gab es bereits. Dabei wurde auch ein Logo vorgestellt, das der St.-Sebastian-Kindergarten ab sofort hat. Einen Baum sieht man da und viele Vögel. „Kinder brauchen Wurzeln, damit sie wachsen können, damit sie später allein davonfliegen können“, erklärt Kathy Hürländer.

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