Landfahrerplatz Nienberger
„Das ist kein Aushängeschild“

Münster-Nienberge -

Die ersten Nutzer sind schon da: Die Stadt hat den Landfahrerplatz in Nienberge wieder geöffnet. Allerdings ist mittelfristig vorgesehen, das Areal komplett aufzugeben.

Montag, 20.05.2019, 19:00 Uhr aktualisiert: 22.05.2019, 17:14 Uhr
Seit Anfang Mai ist der Landfahrerplatz in Nienberge direkt am Kreisverkehr wieder geöffnet. Die Stadt Münster will das Gelände jedoch mittelfristig aufgeben. Foto: Matthias Lehmkuhl

Anfang Mai ist der Landfahrerplatz an der Steinfurter Straße am Kreisverkehr bei Haus Uhlenkotten in Nienberge von der Stadt Münster wieder zur Nutzung freigegeben worden.

In den vergangenen Jahren wurde der Landfahrerplatz verstärkt von Menschen aus Osteuropa angefahren, die sich dort längerfristig aufgehalten haben. Ursache ist die Armutsmigration in Ländern wie Weißrussland, der Ukraine oder Moldavien.

Der Landfahrerplatz wird immer zur „Saisoneröffnung“ soweit hergerichtet, dass Wasser- und Stromanschlüsse gelegt, mobile Toilettenkabinen und ein Beratungs-Container aufgestellt werden können.

Bis September werden sich dort Menschen aufhalten, die zum größten Teil aus dem osteuropäischen Raum stammen. Sie werden nahezu täglich von „Streetworkern“ betreut, um ihnen bei der Bürokratie zu helfen und falls nötig Konflikte unterein­ander zu schlichten.

Von diesem „Campingplatz“ für das Klientel sind manche Nienberger nicht gerade begeistert und machen ihrem Unmut durch Telefonate, E-Mails oder auch Briefe an das Sozialamt Münsters Luft: „Wir nehmen diese Unmutsäußerungen und Hinweise sehr ernst“, erklärt Abteilungsleiter Heinz Lembeck vom Sozialamt auf Nachfrage dieser Zeitung.

Lembeck stellt nachdrücklich fest, dass geschulte Mitarbeiter seiner Behörde und entsprechende Fachleute sich mit den verärgerten und verängstigten Bürgern persönlich träfen und in einem intensivem Gespräch die Wogen weitestgehend zu glätten versuchten. Auch wenn die Gespräche zum Erfolg führen würden, sei die Existenz des Nienberger Landfahrerplatzes kein Dauerzustand mehr.

„Dieser Ort ist kein Aushängeschild für Münster, Deswegen wollen wir den Landfahrerplatz in naher Zukunft endgültig schließen“, signalisiert Heinz Lembeck ein Ende des „Platzes“. Wann genau das geschehen soll, dazu konnte der Fachbereichsleiter noch nichts Näheres sagen. Denn umsetzbare Alternativen werden im Sozialamt derzeit erst noch diskutiert.

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