Neue Kleinbuslinie 20
Klapprampe löst Einstiegsproblem

Münster-Mecklenbeck -

Seniorinnen mit Rollator haderten mit der Buslinie 20, doch ihnen konnte dank der kommunalen Seniorenvertretung geholfen werden.

Mittwoch, 22.05.2019, 19:00 Uhr
Wird die Klapprampe ausgefahren, dann kann die Seniorin mit ihrem Rollator relativ einfach aus dem Kleinbus gelangen. Foto: sch

Manchmal sind es auch recht kleine Probleme, die dem einen oder anderen ernste Sorgen bereiten, doch mit der Hilfe eines Außenstehenden dennoch gemeistert werden können. Ein solches Problem brachte in den vergangenen Wochen die beiden Seniorinnen Anna Müller (86) und Renate Eulerich (79) zur Verzweiflung. Es ging um den Einstieg in die neue Kleinbuslinie 20, die – wie berichtet – zwischen Albachten, Mecklenbeck und Roxel verkehrt.

Beide Seniorinnen aus dem Wohnpark im Stadtteilzentrum am Dingbängerweg sind mit einem Rollator mobil und zudem Nutzer des Öffentlichen Personennahverkehrs. Als solche freut es sie, die von den Stadtwerken zum Fahrplanwechsel am 29. April gestartete neue Linie 20 in Anspruch nehmen zu können. Doch beim Einsteigen in den Kleinbus hatten die beiden Frauen bislang arge Schwierigkeiten, mit dem Rollator in den Fahrgastraum zu kommen.

Hält der Bus an einer Haltestelle mit Hochbord, dann kann dieser nicht nah genug an den Bordstein manövrieren, da sonst die aufklappenden Türen beschädigt werden. Deshalb gibt es eine Lücke zwischen Bus und Haltestelle, die Senioren mit Rollator oder gar Rollstuhl nur schwierig meistern können.

Hält der Bus an einer Haltestelle, die nicht mit einem Hochbord ausgestattet ist, dann sehen sich ältere und behinderte Mitbürger mit einem Höhenunterschied von 30 Zentimetern konfrontiert, der überwunden werden muss. Das geht meist nur mit fremder Hilfe und ist aus der Sicht von Anna Müller und Renate Eulerich alles andere als optimal. Deshalb baten die beiden jetzt Christa Neugebauer vom Arbeitskreis „Älter werden in Mecklenbeck“ und Dr. Gerhard Bonn von der kommunalen Seniorenvertretung darum, sich ihre Schwierigkeiten beim Einstieg in den Kleinbus der Linie 20 anzuschauen und nach Möglichkeiten zu suchen, wie Abhilfe geschaffen werden könne.

„Wir gehen solchen Bitten nach, wenn sich Senioren bei uns melden“, versichert Bonn, der als Seniorenvertreter der Kommission zur Förderung der Inklusion von Menschen mit Behinderung angehört. An der Haltestelle St.-Anna-Kirche sahen sich Bonn und Neugebauer einmal an, wie die beiden Senioren versuchten, die Lücke zwischen Hochbord und Buseinstieg zu bewältigen. „Das ist ein Problem, der Spalt ist gewaltig“, stellte Bonn fest und sprach den Busfahrer an, ob er eine Idee habe, wie den Seniorinnen geholfen werde könne.

Die Antwort war erfreulich: Wie der Fahrer demonstrierte, gibt es im Boden des vorderen Einstiegsbereichs eine Rampe, die ausgeklappt werden kann. Ist dies der Fall, dann können Senioren auch mit dem Rollator oder Rollstuhl ins Fahrzeuge gelangen. Anna Müller und Renate Eulerich waren bei ihren bisherigen Fahrten mit der Linie 20 offenbar überhaupt nicht auf diese Hilfsmöglichkeit hingewiesen worden.

Für Gerhard Bonn und Christa Neugebauer ist klar: Senioren und Gehbehinderte tun gut daran, die Klapprampe zu nutzen. Nur so könne man barrierefrei in den Kleinbus ein- und aussteigen. „Sie müssen den Busfahrer oder andere Fahrgäste um Hilfe beim Öffnen der Rampe bitten“, riet Bonn den Seniorinnen.

Hatte sich Anna Müller zudem darüber geärgert, dass der Boden des Fahrgastraums ein leichtes Gefälle aufweist und ihr Rollator deshalb dort nicht verlässlich stehen bleibt, so hatte der Seniorenvertreter auch dafür eine schnelle Lösung parat: „Die Bremse ziehen und den Rollator festhalten.“

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/6632310?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F140%2F
Stadt halbiert Betonbänke nach Unfall
Die beiden Betonbänke in der Windthorststraße sind seit Montag nur noch halb so lang.
Nachrichten-Ticker