Amphibien-Schutzaktion in Mecklenbeck
Die Auffangeimer bleiben leer

Münster-Mecklenbeck -

Entlang der Mecklenbecker Straße wurden auch anno 2018 wieder Krötenschutzzäune aufgestellt. Dort kümmert sich die Biologin Berit Philipp um die Sicherheit von Kröten, Fröschen und Molchen.

Mittwoch, 21.03.2018, 19:03 Uhr

Leere Behältnisse: Wenn die Mecklenbecker Naturschützerin Dr. Berit Philipp derzeit die Auffangeimer hinter den Amphibien-Schutzzäunen entlang der Mecklenbecker Straße kontrolliert, sind sie aufgrund des kalten Wetters stets leer. Als es vor einigen Tagen noch wärmer war, sah es in den Eimern allerdings ganz anders aus. Foto: sch

Klirrende Kälte, empfindliche Minustemperaturen in der Nacht: Derzeit hat Berit Philipp an den Krötenzäunen entlang der Mecklenbecker Straße wenig zu tun. Kröten, Frösche und Molche wandern nicht, das frostige Wetter hält sie davon ab. Die Amphibien bleiben im Winterquartier, und die Auffangeimer, die die promovierte Mecklenbecker Biologin jeden Morgen kontrolliert, sind jedes Mal leer.

Auch anno 2018 führt der Naturschutzbund in Abstimmung mit der Stadt Münster wieder die Amphibien-Schutzaktion durch. Mittlerweile bereits im fünften Jahr. Am 6. März wurden auf einer Länge von rund 400 Metern an der Südseite der Mecklenbecker Straße die bekannten undurchlässigen grünen Folienzäune aufgestellt, hinter denen sich Auffangeimer befinden. In diese plumpsen Kröten, Frösche und Molche, wenn sie versuchen, auf der Laichwanderung irgendwie an den Barrieren vorbeizukommen. Denn im Frühling zieht es die Tiere aus dem Winterquartier, den Grünflächen südlich der Mecklenbecker Straße, in die Feuchtbiotope auf der anderen Straßenseite. Dort legen die weiblichen Tiere ihre Eier ab.

Damit die behäbig wandernden Amphibien beim Überqueren der Straße vor dem „Asphalttod“ – dem Überfahren durch Fahrzeuge – bewahrt werden, kontrollieren Berit Philipp und weitere Ehrenamtliche Tag für Tag die Auffangeimer. Sämtliche Tiere, die sie darin finden, werden dann sicher über die Straße gebracht. Am Wochenende mischen auch Kinder bei der Amphibien-Schutzaktion mit.

Aktuell hat die Biologin vom Naturschutzbund wenig zu tun: Beim Blick in die Eimer findet sie dort kein Tier. Kein Wunder, denn die Laichwanderung geht nur bei passenden Temperaturen in der abendlichen Dämmerung über die Bühne. „Zehn Grad plus und dazu leichter Regen sind ideal“, erläutert Berit Philipp. Seit Donnerstag vergangener Woche sind die Auffangeimer leer. Aufgrund der Kälte würden sich die Amphibien halt noch einmal vergraben und auf passendes Wetter warten.

Als die Schutzaktion Anfang März gestartet wurde, sah es aufgrund der damals wärmeren Temperaturen ein wenig anders aus: 50 Tiere – größtenteils Grasfrösche, aber auch Erdkröten, Teichmolche sowie ein Bergmolch – warteten darauf, von Berit Philipp und ihren Mitstreitern sicher in die angestammten Laichgewässer gebracht zu werden. Wie viele es in diesem Jahr werden, vermag die Biologin noch nicht zu sagen. Sie geht davon aus, bis Mitte April an der Mecklenbecker Straße im Einsatz zu sein.

Wurden dort im Jahr 2015 als Höchststand 259 Amphibien von den Naturschützern gerettet, so waren es im vergangenen Jahr lediglich 101 Tiere. Gut möglich, dass die Zahl bei geeignetem Wetter in diesem Jahr wieder ansteigt: Berit Philipp berechnet die hilfsbedürftige Population vor Ort mit rund 250 Tieren. Bei absolut widrigen Wetter, sagt die Fachfrau, könne es allerdings auch vorkommen, dass Amphibien ihre Laichwanderung für ein Jahr aussetzten.

Wichtig ist der Mecklenbeckerin die an Autofahrer gerichtete Bitte, während der Laichsaison an entsprechenden Stellen Schritttempo zu fahren. Denn schnelles Vorbeifahren erzeuge einen Unterdruck, der die inneren Organe vom Amphibien schädige.

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