Einsatz für Sri Lanka - seit Jahrzehnten
Sri Lanka – eine Herzensangelegenheit

Münster-Kinderhaus -

Der Arbeitskreis Sri Lanka, vor 40 Jahren von Lutz Löher ins Leben gerufen, hat dort seither rund 70 bis 80 soziale, medizinische und Bildungs-Projekte ins Leben gerufen. Den jüngsten Besuch nutzte er auch, um Gespräche für eine neue Missio-Broschüre zur Religionsfreiheit zu führen.

Mittwoch, 24.04.2019, 20:00 Uhr
Lutz Löher hat bei seinem Besuch in Sri Lanka mit hochgestellten Vertretern des Islams, der Buddhisten und der Hindus gesprochen. Er bereitet für das internationale katholische Missionswerk Missio eine Broschüre zur Religionsfreiheit vor. Ein islamischer „Chief“ schenkte ihm eine englische Ausgabe des Korans, mit dem Hinweis, das Verbindende zu suchen. Foto: kaj

Seit fast 40 Jahren gibt es eine Verbindung zwischen Kinderhaus und Sri Lanka. Der Arbeitskreis Sri Lanka, seinerzeit von Lutz Löher ins Leben gerufen, hat in dieser Zeit dort rund 70 bis 80 soziale, medizinische und Bildungs-Projekte ins Leben gerufen. Lutz Löher war vom 13. bis zum 28. März mit drei weiteren Mitgliedern des Kreises in Sri Lanka. Alle zwei Jahre besucht der Kreis das Land, um routinemäßig die laufenden Projekte vor Ort zu kontrollieren.

Nach dem Anschlag von Ostersonntag in der Hauptstadt Colombo galt jetzt die Sorge natürlich den Menschen vor Ort. Soweit ihm durch Telefonate, E-Mails und SMS bekannt ist, gehe es den einheimischen Projektpartnern und Mitarbeitern gut, sagt Löher. Doch noch seien nicht alle 320 Toten identifiziert. Das werde auch noch eine Zeit lang dauern, schätzt er. Die Anschläge hat bekanntlich der IS für sich reklamiert.

Löher und seine Begleiter sind bei ihrer Reise mit verschiedenen hochgestellten Vertretern des Islams, der Buddhisten und der Hindus zusammengetroffen. Bischof Norbert Andradi , langjähriger Projektpartner des Kinderhauser Sri-Lanka-Kreises, habe die Begegnung ermöglicht. „Bischof Norbert ist bekannt dafür, dass er interreligiöse Beziehungen fördert“, erklärt der Kinderhauser.

Löher, der vor zwei Jahren bereits für Missio die Broschüre „Menschenrechte in Sri Lanka“ geschrieben hat, war dieses Mal auch mit dem Ziel vor Ort, eine neue Missio-Broschüre zum Thema „Religionsfreiheit“ zu schreiben.

Vor zehn Jahren wurde der Bürgerkrieg zwischen Singhalesen und Tamilen in Sri Lanka beendet. 75 Prozent der Bevölkerung seien Singhalesen und mehrheitlich Buddhisten, erläutert Löher. Sie hätten sich bisher immer friedlich verhalten. In jüngster Zeit gebe es aber eine kleine Gruppe gewaltbereiter buddhistischer Mönche: Es sei eine Minderheit, aber es gebe sie. 6,1 Prozent der Bewohner Sri Lankas sind Christen. Christen gebe es bei den Singhalesen und den Tamilen.

Über 20 Personen hat Lutz Löher für seine neue Missio-Broschüre interviewt und dabei auch nach dem Verhältnis der Religionen untereinander gefragt.

Sein Fazit aus den Gesprächen: „Es läuft gar nicht so quer zwischen den Religionen. Sie leben im gegenseitigen Respekt. Ich hoffe, dass das stimmt“, fügt er hinzu.

Er habe auch gefragt: „Gibt es Frieden innerhalb der Religionen?“ Fast immer habe die Aussage gelautet: „Es gibt Konflikte, aber sie werden nicht mit Gewalt ausgetragen, sondern sie werden ausdiskutiert.“

Einer seiner Gesprächspartner, ein „islamischer Chief“, hat ihm zum Abschied eine englische Ausgabe des Korans geschenkt, mit dem Hinweis zu lesen und das Verbindende zu suchen. „Nicht die heiligen Bücher sind unterschiedlich, sondern die Menschen. Das, was sie daraus machen“, sagt Löher.

Ihm liegt Sri Lanka am Herzen. Vor 40 Jahren besuchte er das Land zum ersten Mal, um gemeinsam mit seiner Frau einen sechsjährigen Jungen zu den eigenen drei Kindern zu adoptieren. In der Zeit seines 14-tägigen Aufenthalts besuchte er damals die Caritas-Zentrale in Colombo, um sich zu informieren, was die katholische Kirche in Sri Lanka macht. Er begleitete den Caritas-Leiter drei Tage auf einer Inspektionsreise in den Norden des Landes. „Da habe ich eine andere Welt entdeckt“, sagt Lutz Löher.

Zurück in Deutschland mit seinem Sohn Palitha gründete er damals den Freundeskreis Sri Lanka, um zu helfen. Diese Aufgabe dauert an.

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