Gedenk-Aktion Stolpersteine
Stolpersteine zur Erinnerung

Münster-Kinderhaus -

Der Geschichtskursus des Geschwister-Scholl-Gymnasiums übernimmt die Patenschaft für einen Stolperstein in der Graelstraße.

Sonntag, 10.02.2019, 18:26 Uhr
Kümmern sich in Zukunft um den Stolperstein für Karl-Heinz Goldberg: Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasiums mit Schulleiter Ralf Cyrus (vorn, r.) Foto: cro

Es war den Gesichtern abzulesen, dass den Schüler des Geschichtskurses des Geschwister-Scholl-Gymnasiums die Situation naheging, als sie Gunter Demnig zuschauten, der den Stolperstein für Karl-Heinz Goldberg in der Graelstraße vor der Hausnummer 37 einsetzte. Die messingfarbenen Steine sollen vor den Wohnhäusern an die Opfer des Nationalsozialismus erinnern, die man verschleppte und tötete. In der Graelstraße wohnte Familie Goldberg, die nach Riga deportiert und dort ermordet wurde.

„Wir haben für den Stein von Karl-Heinz Goldberg die Patenschaft übernommen“, erklärte Geschichtslehrerin Svenja Engemann , die den Geschichtskursus unterrichtet. Das sei eine besondere Art der Annäherung an die Vergangenheit. Für die Schüler seien Abstraktes oft schwer umzusetzen, erläuterte Schulleiter Rolf Cyrus. Mit der Geschichte des Jungen, der sein 16. Lebensjahr nicht mehr erleben konnte, komme man der Geschichte sehr nah.

Lehrerin Svenja Engemann berichtete: „Wir haben uns im Unterricht mit der Person Karl-Heinz Goldberg beschäftigt, haben einen Brief an ihn geschrieben und sein Leben beleuchtet.“ Die Ergebnisse wurden von zwei Schülerinnen des Kurses bei der Stolpersteinverlegung vorgelesen. „Sicher kann man sich nicht in die Lage eines Juden der damaligen Zeit versetzen, aber er war wie die Schüler auch ein Jugendlicher.“ Es werde erspürbar, wie es sei, aus dem Leben gerissen zu werden.

Die Patenschaft bedeutet für die Schüler des Geschwister-Scholl-Gymnasium neben der Beteiligung an den Kosten für den Stolperstein auch die Verantwortung, sich um den Stein zu kümmern. Dazu gehört auch die Pflege und das Putzen. „Das werden wir mit den Schülern natürlich übernehmen“, sagte Engemann.

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