Radfahrer dürfen bald mehrere Fußwege nutzen
Mehr Strecken für Radfahrer

Münster-Kinderhaus -

Mehrere Fußwege in Kinderhaus dürfen bald auch zum Radfahren genutzt werden.

Freitag, 11.01.2019, 06:00 Uhr
 

Künftig können Radler in Kinderhaus einige Strecken und Wege nutzen, die bislang Fußgängern vorbehalten waren. Grüne und SPD hatten in einem gemeinsamen Antrag an die Verwaltung, den die Bezirksvertretung (BV) Nord im November 2017 einstimmig beschlossen hatte, mehrere Vorschläge gemacht. Auch die Umlaufsperren sollten dabei überprüft werden. Diese Vorschläge sollen demnächst umgesetzt werden: Die Verwaltung der Stadt Münster hat die Vorschläge geprüft, fast alle befürwortet und nur zwei abgelehnt.

Verbesserungen für den Radverkehr sind in der Fahrradhauptstadt ein durchgängiges, politisches Thema. Im Rat beispielsweise haben sich Grüne und CDU den Ausbau von Velorouten auf die Fahnen geschrieben: Die erste Strecke wird jetzt von Münster nach Telgte gebaut. Es ist ein Thema, dessen Bedeutung parteiübergreifend unstrittig ist. Auch in Münsters Norden.

„Es ist nur zu begrüßen, dass das jetzt auf den Weg kommt“, sagt SPD-Ratsherr Thomas Kollmann zu der geplanten Freigabe von Fußgängerwegen. „Es werden Menschen ermuntert, das Rad zu benutzen – es wird also zu einem Mehr an umweltfreundlichem Radverkehr beitragen.“ Und es werde Rechtssicherheit geschaffen.

„Wir haben mal geschaut, wie das für Kinderhaus aussieht“, berichtete Ralf Kiewit , Bezirksvertreter der Grünen in der BV Nord. Dabei ging es etwa um die Verbindung zur Innenstadt. So gibt es künftig etwa durch die Freigabe der Wege im Bereich Langeworth (auf der Karte 2 und 3) via Fernholzstraße und Wilkinghege eine Strecke für Radfahrer zur Steinfurter Straße.

Was Kiewit auffiel war auch, dass manche breite Wege Fußgängern vorbehalten waren und auf anderen, die schmaler waren, Radfahrer und Fußgänger unterwegs sein durften. „Außerdem, wenn man ehrlich ist“, sagt der Bezirksvertreter, „wird auf manchen Fußwegen ja schon gefahren.“ Mit der neuen Regelung werde also legitimiert, was faktisch sowieso passiere.

So kann man künftig also durchs Grüne – und zum Großteil am Kinderbach entlang – von der Nordmark bis zur Westhoffstraße radeln.

Keine Zustimmung bei der Verwaltung fand der Vorschlag, den Fußweg zwischen Brüninghagen und Langeworth für Radfahrer freizugeben: „Die geringe Breite des Fußweges sowie fehlende Sichtbeziehungen stehen einer Freigabe für den Radverkehr entgegen“, so die Verwaltung. Zudem seien ein Ausbau und die Beleuchtung des Weges innerhalb der Grünfläche nicht möglich.

Auch der kleine Fußweg, der an der Sackgasse des Langeworths beginnt und nach Süden zum Langebusch (Ingeborg-Mühlig-Weg) führt, wird „aufgrund von Sicherheitsbedenken“ nicht für den Radverkehr freigegeben.

Dieser Abschnitt sei sehr schmal und schlecht einsehbar. „Baumfällungen zur Verbreiterung des Weges kommen nicht infrage, da der Weg durch ein Landschaftsschutzgebiet verläuft. Eine Beleuchtung ist aus Gründen des Landschaftsschutzes ebenfalls nicht möglich“, heißt es dazu in der Stellungnahme der Verwaltung.

Bei der Umsetzung des BV-Antrags werden auch mehrere Umlaufsperren entfernt, kündigt die Verwaltung an. Lediglich die Sperre am Ende der Arnethstraße bleibe stehen, „da sich in direkter Nähe des Weges ein Kinderspielplatz befindet“. Diese Sperre werde aber nach dem Stand der Technik erneuert.

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