Der scheidende Westfalia-Vorsitzende Waldemar Wieczorek im Gespräch
„Immer authentisch bleiben“

MÜNSTER-KINDERHAUS -

Er hat den Verein in den letzten Jahren geprägt. Und er blickt gespannt in die Zukunft.

Freitag, 12.10.2018, 18:44 Uhr
Veröffentlicht: Freitag, 12.10.2018, 05:30 Uhr
Zuletzt bearbeitet: Freitag, 12.10.2018, 18:44 Uhr
Waldemar Wieczorek war zwölfeinhalb Jahre lang Vorsitzender von Westfalia Kinderhaus. Bei der heutigen Mitgliederversammlung stellt er sich nicht mehr zur Wiederwahl.Waldemar Wieczorek war zwölfeinhalb Jahre lang Vorsitzender von Westfalia Kinderhaus. Bei der heutigen Mitgliederversammlung stellt er sich nicht mehr zur Wiederwahl. Foto: kaj

Waldemar Wieczorek (55) gibt das Amt des Vorsitzenden von Westfalia Kinderhaus auf. Bei der heutigen Mitgliederversammlung des Vereins (ab 19.30 Uhr im Panoramaraum des Westfalia-Vereinsheims, Bernd-Feldhaus-Platz 1) stellt er sich nicht wieder zur Wahl. Zum Ende seiner Amtszeit sprach er mit unserem Mitarbeiter Jan Schneider über seine Zeit als Vereinsvorsitzender und die Perspektiven von Westfalia.

Warum hören Sie als Vorsitzender auf?

Waldemar Wieczorek: Ich will kürzer treten und nicht mehr so viel Zeit investieren. Nach zwölfeinhalb Jahren als Vereinsvorsitzender tut es gut, wenn man neue Personen und Gedanken zulässt.

Stehen Sie künftig für ein anderes Amt im Vorstand zur Verfügung

Wieczorek: Für einen anderen Vorstandsposten mittelfristig nicht. Aber wenn mein Rat gefragt ist, stehe ich zur Verfügung.

Was geben Sie ihrem Nachfolger oder ihrer Nachfolgerin als guten Rat mit auf den Weg?

Wieczorek: Immer authentisch bleiben!

Wie war die Zeit als Vorsitzender?

Wieczorek: Natürlich war es stressig. Am stressigsten war die Standortverlagerung vom Wangeroogeweg zum Bernd-Feldhaus-Platz. Die Jahre 2012 bis 2015 waren die intensivsten von allen. Da gestalteten wir die Zukunft von Westfalia. Es war ein irrer Zeitaufwand und Stress. Aber es hat geklappt. Darüber sind wir alle sehr froh.

Was hat der Vorstand geschafft?

Wieczorek: Die Verlegung des Standorts war die größte Leistung im Vorstandsteam. Unser Verein wäre am alten Standort nicht überlebensfähig gewesen. Hätten wir es nicht gemacht, müssten wir heute über eine Reduzierung des sportlichen und sozialen Angebots nachdenken. Zudem wollten wir ein Zusammengehörigkeitsgefühl im ganzen Verein schaffen.

Und was hat der Vorstand nicht während ihrer Amtszeit nicht geschafft?

Wieczorek: Da wir uns stets realistische Ziele gesetzt haben, hat alles, was wir uns vorgenommen haben, geklappt.

Welche Projekte sollten künftig angegangen werden?

Wieczorek: Wir müssen uns im Vorstand deutlich professioneller aufstellen. Die Entwicklung des Stadtteils lässt in den nächsten Jahren den Zuzug von mindestens 2000 neuen Mitbürgern erwarten. Wir rechnen mit 25 Prozent davon als neue Vereinsmitglieder. In Zukunft nähert sich Westfalia damit einer Mitgliederzahl von etwa 3000. Dem muss der Verein Rechnung tragen. Der neue Vorstand wird in dieser Hinsicht viele Gespräche führen müssen.

Welche Schwierigkeiten sehen Sie in Zukunft für den Verein?

Wieczorek: Wir müssen der erwarteten Entwicklung gerecht werden. Wir wissen zudem nicht, welche Erweiterungsflächen dem Verein künftig zur Verfügung stehen.

Welche zukünftigen Perspektiven sehen Sie für den Verein?

Wieczorek: Wir können im Stadtteil unglaublich viele soziale Aufgaben erfüllen. Da ist in erster Linie die Integration. Menschen unterschiedlichster Herkunft fassen wir in unserem Verein in einer Gemeinschaft zusammen. Das geht ja weit über eine Mannschaft hinaus. Das gemeinsame Spiel ist wichtiger als Geschlecht, Herkunft und Religion: Das bedeutet für mich Integration durch den Verein Westfalia Kinderhaus. Bei uns bedeutet Integration aber auch, dass wir ältere und einsame Menschen abholen. Wir haben in dieser Richtung ein Tanzprojekt entwickelt. Mir geht das Herz auf, wenn ich sehe, wie viele Menschen dabei zusammengekommen sind. Das ist auch Integration.

Waren Sie gerne Vorsitzender?

Wieczorek: Ja – vom ersten bis zum letzten Tag!

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