Hiltruper See
Die Ernte fällt reich aus

Münster-Hiltrup -

Der Rollenpflücker liegt zwar weiterhin am Steg der Segelclubs. Doch über ihn redet keiner mehr. Dieses Kapitel scheint abgeschlossen, weil es bei den Seglern mit Ernüchterung endete. Viele Segler hatten die Saison bereits abgeschrieben. Jetzt keimt neue Hoffnung, dass sich etwas gegen die Elodea machen lässt.

Mittwoch, 18.09.2019, 11:00 Uhr
Binnen kurzer Zeit türmte sich am Ufer des Hiltruper Sees die grüne Wasserpest. Dabei fand am Dienstag lediglich ein Testlauf einer Firma aus Haren im Emsland statt, die Mähboote herstellt und vertreibt. Heute soll es weitergehen. Foto: gro

Diese Hoffnung hat einen Namen und bewegt sich ausgesprochen flink auf dem Hiltruper See. Der Schriftzug „Berky“ ist an dem Boot zu lesen. Es ist zugleich der Name einer Firma aus Haren, die Mähboote herstellt und weltweit vertreibt, wie Verkaufsleiter Heinz Fröhlich gerne erzählt. Die jüngsten Boote seien nach Brasilien, Indonesien und Sri Lanka ausgeliefert worden. In vielen kleineren Baggerseen hierzulande seien diese Boot ebenfalls im Einsatz. „Fast alle haben mit der Elodea oder anderen Unterwasserpflanzen zu kämpfen.“ Wenn das Baden im See erlaubt sei, müsse allein aus Sicherheitsgründen etwas gemacht werden.

Das Baden ist im Hiltruper See bekanntlich streng verboten. Die Trinkwasserförderung in der Hohen Ward hat Vorrang. Doch die Segler leiden seit Jahren an der Elodea, weil sie ihren Sport nicht mehr ausüben können. Zuletzt hatten sie sich Hilfe suchend an den Oberbürgermeister gewandt. Und der Anblick des Sees ist längst ein Ärgernis. Eines Naherholungsgebietes ist er unwürdig, so sagen viele.

„Es ist gut zu wissen, dass man was machen kann“, erklärt Lutz Hirschmann , Vertreter des städtischen Grünflächenamtes, der den Einsatz der Harener Firma begleitet. Hirschmann spricht von „einem Versuch“, der auf Initiative der Verwaltung gestartet worden sei, wie er betont.

Das Wort Versuch hat in mehrfacher Weise seine Berechtigung. Das Boot war mit einem Mähwerk ausgestattet. Dann wurde ein Wechsel vorgenommen. Eine Frontsammelharke, wie sie jeder Landwirt kennt, kam zum Einsatz. Siehe da, die Ernte war mehr als reich. Die Pflanzen, die sich stellenweise dicht verfilzt an der Oberfläche befinden, lassen sich damit weitaus schneller aus dem See herausholen. Der Arbeitsgang des Einsammelns war nicht mehr nötig.

„Die Masseentwicklung tut dem See nicht gut“, erläutert Wilhelm Gausepohl, ein münsterischer Poahlbürger und Inhaber eines Betriebes für Kulturbau und Landschaftspflege, der den Kontakt zu den Harenern hergestellt hat.

Dass die Stadt in die Offensive gegangen ist, freut auch Martin Wurzer-Berger, den Vorsitzenden des Segelclubs. Mittlerweile kann er sich vorstellen, dass die Segler in diesem Jahr nochmals mit ihren Booten auf den See gehen werden. Zumal der Einsatz des Mähbootes am Mittwoch weitergehen soll, wie er erzählt. Der Versuch ist noch nicht zu Ende.

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