Münster Day & Night
24-Stunden-Schwimmen wegen Eichenprozessionsspinner abgesagt

Münster-Hiltrup -

Nun ist auch das 24-Stunden-Schwimmen Opfer des Eichenprozessionsspinners geworden: Die Veranstalter vom Tauchsportclub Münster sagten das Event auf dem Dortmund-Ems-Kanal in Hiltrup kurzfristig ab. Das Gesundheitsrisiko sei einfach zu groß.

Donnerstag, 13.06.2019, 16:21 Uhr aktualisiert: 13.06.2019, 20:58 Uhr
Das Freigewässer-24-Stunden-Schwimmen "Münster Day & Night", hier ein Foto von 2017, in der Alten Fahrt Hiltrup des Dortmund-Ems-Kanals. Foto: Tauchsportclub Münster

Ihre Haare sind toxisch, sie können allergische Schocks auslösen: zu Lande und auch im Wasser.  Da der Eichenprozessionsspinner alle Eichen am Dortmund-Ems-Kanal befallen hat, muss die elfte Auflage des 24-Stunden-Schwimmen „Münster Day & Night“ am 29./30. Juni ausfallen. Schweren Herzens zog der Tauchsportclub Münster als Veranstalter am Donnerstagmorgen die Reißleine. Im Gespräch mit dieser Zeitung erläuterten Chef-Organisator Jens-Henning Müller und Schriftführer Udo Pinkert die Hintergründe.

Dem ersten Vorsitzenden Reinhard Berger fielen demnach die ersten Nester bereits vor Pfingsten auf, deren Zahl über die Feiertage deutlich zunahm. „Allein auf dem Vereinsgelände entdeckten wir 40 Nester“, sagt Jens-Henning Müller, „eine Eiche kam sogar auf acht Nester“. Auf der Wettkampfstrecke zeigte sich ein ähnliches Bild.

Beseitigung nicht möglich

Da das Grünflächenamt der Stadt Münster meldet, dass alle elftausend Eichen im Stadtgebiet betroffen seien und man derzeit bei der Vernichtung der Nester die Priorität zunächst auf Eichen in der Nähe von Kitas, Schulen, Spiel-, Sportplätzen und Wohnstraßen legt, können die Nester am Kanal in absehbarer Zeit nicht beseitigt werden. Das Wasser- und Schifffahrtsamt Rheine als Hausherr des Kanal und des Wirtschaftsweges hat am Leinpfad bereits Warnschilder aufgestellt. „Das Risiko, dass sich Teilnehmer, Betreuer und Zuschauer einer gesundheitlichen Gefährdung aussetzen, können und wollen wir als Veranstalter nicht tragen“, teilt der Tauchsportclub Münster mit.

24-Stunden-Schwimmen im Kanal

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  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß
  • Im Dortmund-Ems-Kanal fand am Wochenende ein 24-Stunden-Schwimmwettbewerb statt. Foto: Maria Groß

Nach intensiven Gesprächen mit Biologen, Vertretern des Grünflächen- und Sportamtes der Stadt Münster und dem Wasser- und Schifffahrtsamt entschied sich der Tauchsportclub zur Absage des Events.

Abschied vom Veranstaltungsort?

„Entsprechend des Zwei-Jahres-Rhythmus gehen wir davon aus, wieder 2021 `Münster Day & Night` durchführen zu können“, sagen Müller und Pinkert unisono. Allerdings besteht die große Sorge, das der Eichenprozessionsspinner dann (immer) noch ein Thema ist. „Die allergieauslösenden Haare von dem Spinner bleiben über Jahre. Wir werden im Sommer 2020 alles genau prüfen und müssten uns dann im Negativfall von dem Veranstaltungsort leider verabschieden“, sagte Jens-Henning Müller.

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Ein Dreiviertel Jahr Vorbereitung ist nun für die Ehrenamtler des Tauchsportclubs für die Katz. In den vergangenen 48 Stunden wurden unzählige Telefonate geführt. Zum Glück konnte die bestellte Logistik größtenteils ohne Kosten zurückgegeben werden. „Ein gewisser Geldbetrag bleibt beim Verein hängen. Das alles ist aber besser, als wenn die Leute hinterher wegen dem Eichenprozessionsspinner gesundheitliche Probleme haben.“

Was man über den Eichenprozessionsspinner wissen sollte

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  • Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Im Münsterland breitet sich der Eichenprozessionsspinner in diesem Jahr besonders aus. Der Körper der bis zu fünf Zentimeter langen Raupe ist mit gefährlichen Brennhaaren übersät. Die Raupe ist an einem schwarz-braunen Streifen auf dem Rücken zu erkennen.

    Foto: Patrick Pleul (dpa)
  • Hauptsächlich an Eichen, manchmal aber auch an Hainbuchen spinnen die Raupen ihre Nester.

    Foto: Michael Schwakenberg
  • Aus Gelegen von 100 bis 200 Eiern schlüpfen Anfang Mai kleine Larven, die bis zur Verpuppung fünf bis sechs Stadien durchlaufen. Nach der Verpuppung ist das Tier ein brauner, unscheinbarer Nachtfalter.

    Foto: Bodo Marks (dpa)
  • Im „Gänsemarsch“ gehen die Raupen auf die Suche nach Nahrung – bevorzugt Eichenblätter. Durch diese „Prozession“ sind die Tiere zu ihrem Namen gekommen.

    Foto: Peter Roggenthin (dpa)
  • Ab dem dritten Stadium entwickeln sich bei den Larven Brennhaare mit Widerhaken, die ein Nesselgift (Thaumetopoein) enthalten. Bei unmittelbarem Kontakt kann das zu Hautentzündungen führen, bei empfindlichen Menschen auch zu allergischen Reaktionen. Typische Symptome sind Juckreiz, Hautrötung und Bläschen. Die Beschwerden klingen meist nach wenigen Tagen ab.

    Foto: Bernd Schäfer
  • Wer ein Nest entdeckt, sollte es deshalb nicht anfassen, sondern eine Fachfirma mit der Entfernung beauftragen, raten Behörden.

    Foto: hbm
  • So sieht ein entferntes Nest aus. Hohe Temperaturen und wenig Regen im Mai und Juni haben die Verbreitung der Raupen in diesem Jahr begünstigt.

    Foto: Paul Meyer zu Brickwedde

Müller machte klar, dass – bei Zusage der bisherigen Teilnehmer – alle Startgelder zu 100 Prozent an das Kinderheim St.Mauritz gehen würden. „Obwohl wir die Rückzahlung des Startgeldes in Aussicht gestellt haben, entschieden sich viele Starter für diese tolle soziale Geste“, bedankt sich Müller im Nahmen des Veranstalters. Die Spendenübergabe sei für September geplant.

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