Kaplan Poether
Die verschollene Ausstellung

Münster-Hiltrup -

Die verschollene Ausstellung über Kaplan Bernhard Poether ist zu Beginn des Jahres wieder aufgetaucht. Zehn Jahre lang wurde nach ihr gesucht. Ab Mittwoch ist sie im Pfarrzentrum St. Clemens zu sehen.

Montag, 10.06.2019, 17:30 Uhr
Der Kelch Kaplan Poethers.

Um die Macht der Bilder wusste Bernhard Poether sehr wohl, als er 1932 seinen außergewöhnlichen Premizkelch gestalten ließ. Methodius und Kyrill, die Patrone Osteuropas, sind zu sehen. Ebenso ein orthodox-russisches Kreuz. Dem in Hiltrup aufgewachsenen Priester schwebte vor, als Missionar in Russland tätig zu werden.

Zum Verhängnis wurde ihm 1939 die Polenseelsorge im Ruhrgebiet, als er wenige Tage nach Ausbruch des Zweiten Weltkriegs in Haft geriet. Im August 1942 starb Kaplan Poether im Konzentrationslager Dachau.

Die bislang einzige Ausstellung über Kaplan Poe­ther wurde vor nahezu 25 Jahren erarbeitet. Zweimal wurde sie 1995/96 in Hiltrup gezeigt, einmal zum ersten Holocaust-Denktag am 27. Januar 1997 im Gymnasium Paulinum.

Anschließend verlor sich jede Spur. Die Ausstellung galt als verschollen. Nahezu zehn Jahre wurde nach den Unterlagen gesucht, die die verstorbene Heimatforscherin und Lehrerin der Ludgerusschule, Elisabeth Egger, sowie Karl Schmidt, der ebenfalls verstorbene ehemalige Leiter der Realschule, erarbeitet hatten.

Seit Jahresbeginn ist die Bernhard-Poether-Ausstellung mit vielen unbekannten Bildern aufgetaucht. Am Mittwoch (12. Juni) wird um 17.30 Uhr zur Ausstellungseröffnung im Pfarrzentrum St. Clemens eingeladen.

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