Pflegestudenten stellen ihre Ideen vor
Perfekte Palliativstation gesucht

Münster-Hiltrup -

Die ideale Palliativstation wünscht sich das Herz-Jesu-Krankenhaus – doch wie sieht die überhaupt aus? Zehn Studierende aus dem Fachbereich Gesundheit der FH Münster sollten es für die Domfreunde herausfinden.

Dienstag, 21.05.2019, 17:52 Uhr
Drei Projektpartner, ein Ziel: Von der Fachhochschule Prof Dr. Rüdiger Ostermann (l.) und Präsidentin Prof. Dr. Ute von Lojewski (vorne, 3.v.r.) mit Studierenden, Volker Tenbohlen von der St.-Franziskus-Stiftung und Chefarzt Dr. Wolfgang Clasen (3.v.l.) sowie Peter Glahn (r.) und Dr. Stefan Nacke (2.v.r.) von den Domfreunden. Foto: mlü

Zwei Semester lang haben die Studierenden recherchiert, fast alle haben einen engen Bezug zur Praxis, studieren zum Beispiel berufsbegleitend oder machen gleichzeitig eine Ausbildung im Pflegebereich. Ihre Aufgabe war nicht einfach – die Anforderungen an eine Palliativstation sind groß.

Einerseits sollen die Räume friedlich und beruhigend wirken. Anderseits müssen die Zimmer für jeden Notfall gerüstet sein – unerwartete Komplikationen und Krisen können jederzeit auftreten. Zwei Drittel der Patienten sterben auf der Station oder müssen in ein Hospiz verlegt werden – das letzte Drittel kann allerdings vorerst oder austherapiert nach Hause gehen. Eine riesige Bandbreite.

Und dann die ganzen Details: Kühlschränke sind wichtig – denn nach einer Strahlentherapie tun kühle Getränke den geschundenen Schleimhäuten gut. Die Klimaanlage muss Pollen rausfiltern können, jeder Bereich mit dem Bett befahrbar sein.

Berücksichtigt werden müssen einerseits die Bedürfnisse der dort betreuten schwer kranken Menschen, aber eben auch Fragen nach der optimalen Ausstattung der Station für das Pflege-Personal.

Ein Satz fällt immer wieder: „Wir brauchen Platz.“ Das kann auch das anwesenden Pflegepersonal bestätigen und bedankt sich für diese wichtige Botschaft. Die Verantwortlichen im Förderverein und bei den Domfreunden müssen dagegen erst einmal schlucken, als sie die Quadratmeter zusammenrechnen. Wer soll das bezahlen? Die Architekten werden vor eine spannende Herausforderung gestellt.

Chefarzt Dr. Wolfgang Clasen bedankte sich für die wertvollen Erkenntnisse der Studenten: „Wenn du ein Praktiker bist, dann bleibst du oft in gewohnten Bahnen. Als Theoretiker fehlt oft der Bezug zur Lebenswirklichkeit. Es lag nahe, für das beste Ergebnis Theorie und Praxis zusammenzuführen.“

So geht es weiter

Eine neue, optimierte Palliativstation soll das Herz-Jesu-Krankenhaus bekommen – und Studierende der Fachhochschule Münster helfen dabei. Der Fachbereich Wirtschaft hat bereits das Konzept für eine Spendenkampagne entworfen. Als nächstes kommen Architektur-Studenten mit ins Boot. Auf der Grundlage der bisherigen Ergebnisse und in enger Absprache mit den Beteiligten des Krankenhauses sollen sie Entwürfe zeichnen. Der renommierte Designer und Architekt Dieter Sieger wird gemeinsam mit anderen Jurymitgliedern den besten Entwurf auswählen.

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