Neuer Gebäudekomplex im Ortskern
Baustelle Dorbaumstraße: Der Ortskern gewinnt an Format

Münster-Handorf -

Der Wersehof ist verschwunden. Das ist schade, aber nicht zu ändern. Die Baustelle an der Ecke Sudmühlenstraße / Dorbaumstraße schreitet unterdessen voran. Mittlerweile lassen sich die Dimensionen des neuen Gebäudekomplexes erahnen.

Dienstag, 24.09.2019, 08:00 Uhr
Investor Johannes Averbeck stellte im Mai die Planungen gemeinsam mit seiner Tochter Anna-Karina Averbeck (M.) und Kristin Hirt vom Architekturbüro Edmund Meyer vor. Foto: rhp

Das Ende des alten Wersehofs zog sich in die Länge. Von der ersten Andeutung, dass Handorfs traditionelle Dorfkneipe geschlossen werden könnte, bis zur Vorbereitung der Abrissarbeiten vergingen rund zwei Jahre. Und auch der Abriss des kompletten Wersehof-Komplexes mit Supermarkt und Saal-Gebäude dauerte länger als von den Handorfern erwartet. Doch nun – ein halbes Jahr nach Beginn der Arbeiten – lässt sich die Dimension des Neubaus schon gut erkennen. Das Kellergeschoss steht, das Gebäude wächst in die Höhe. Was wird daraus?

Ein Gebäudekomplex von Format: 27 000 Kubikmeter umbauter Raum, ein Lebensmittelmarkt mit 1200 Quadratmetern Verkaufsfläche, 32 Wohnungen unterschiedlicher Größe, eine Tiefgarage für die Bewohner des Hauses mit Platz für 35 Pkw und 103 Fahrräder, dazu 54 Parkplätze im Hof, drei Treppenhäuser und drei Aufzüge mit jeweils fünf Stationen – das Ganze stellt Handorfs übliche Dimensionen in den Schatten. Der wichtigste Unterschied zum früheren Bauzustand: Das Gebäude entsteht unmittelbar am Straßenrand der Dorbaumstraße, die Parkfläche liegt dahinter.

Neubau an der Dorbaumstraße

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  • Ansicht des Neubaus auf dem Wersehofgelände

    Ansicht des Neubaus auf dem Wersehofgelände

    Foto: Büro Dipl.-Ing. Edmund Meyer
  • Sie stellen die Pläne für den Neubau auf dem Wersehof-Gelände vor (v.l.): Architekt Edmund Meyer, der frühere Wersehof-Wirt Hermann Theves und Investor Johannes Averbeck

    Foto: spe
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  • Sie stellen die Pläne für den Neubau auf dem Wersehof-Gelände vor (v.l.): Architekt Edmund Meyer, der frühere Wersehof-Wirt Hermann Theves und Investor Johannes Averbeck

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  • Johannes Averbeck, seine Tochter Anna-Karina Averbeck (M.) und Kristin Hirt vom Architekturbüro Meyer stellen das Projekt im „Hanodrfer Huus“ vor.

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Wie berichtet, hat der Investor Johannes Averbeck aus Ostbevern das Wersehof-Gelände von Familie Theves übernommen. Der Plan des Architekten Edmund Meyer aus Telgte trägt sowohl den wirtschaftlichen Interessen des Investors als auch den städtebaulichen Ansprüchen der Stadt Rechnung.

Für die Stadt und die Handorfer Kaufmannschaft war vor allem der Fortbestand des Supermarkts von Bedeutung: Der neue, größere Markt nimmt die gesamte Erdgeschossfläche ein. Die Straßenrandbebauung sei ausdrücklicher Wunsch des städtischen Gestaltungsbeirats gewesen, betont Architekt Meyer – die geschlossene Bebauung des Ortskerns werde somit in Richtung Dorbaum verlängert. „Es gibt ein bisschen mehr Ort“, meint Meyer. Auch die Fassade mit dunkelrotem Klinker sowie das Dach mit 45-Grad-Neigung seien ausdrücklich von der Stadt gewünscht worden.

Es gibt zwei Obergeschosse und ein Dachgeschoss. Auch in Handorf sei Wohnraum sehr begehrt; und dem Trend, in die Höhe zu bauen, könne man sich zumindest im Ortskern nicht verschließen. Insgesamt entstehen 2426 Quadratmeter Wohnfläche, die 32 Mietwohnungen haben eine Größe von 41 bis 102 Quadratmetern. Die ursprüngliche Planung hatte sogar noch mehr Wohnraum vorgesehen – doch die spontane Änderung des Bebauungsplanes durch den Stadtrat im Frühjahr 2017 habe dem Projekt zunächst einen Riegel vorgeschoben. Um das Ganze sei drei Jahre lang sehr intensiv gerungen worden, räumt Johannes Averbeck ein: „Zum Schluss haben alle an einem Strang gezogen.“ Der Neubau schaffe viel Wohnraum – und die zentrale Versorgung im Ort werde gesichert.

Wann ist es soweit? „Wir wollen bis zum Herbst nächsten Jahres fertig sein“, sagt Averbeck. Der Lebensmittelmarkt soll spätestens im November 2020 an den Start gehen.

Kommentar: Ein Hauch von Innenstadt

Das ist schon eine Hausnummer: Der neue Gebäudekomplex an der Dorbaumstraße 1-3 hat eine Dimension, die man eher der münsterischen Innenstadt als einem dörflichen Stadtteil zutrauen würde. Allerdings setzt die Planung im Grunde nur fort, was bereits in den 60er und 70er-Jahren mit der städtischen Bebauung der Handorfer Straße begonnen wurde. Das alte Handorfer Ortsbild ist längst Geschichte. Der große Pluspunkt: Das Gebäude enthält einen Lebensmittelmarkt, der dem örtlichen Discounter die Stirn bieten und weitere Kunden an den Ortskern binden kann. Genau deshalb hatte die Stadt vor zwei Jahren die ursprüngliche Planung, die reine Wohnbebauung vorsah, durch eine überstürzte Änderung des Bebauungsplans ausgebremst. Das Ergebnis ist ein Kompromiss – der aber angesichts zweier neuer Baugebiete in Handorf dringend geboten war. Die Ortskern-Diskussion ist damit nicht vom Tisch. Handorf wächst so schnell, dass dringend geklärt werden muss, wie und in welchem Rahmen dieses Wachstum vonstatten gehen soll. Ein neuer Stadtteilrahmenplan ist überfällig. (Lukas Speckmann)

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