„De Koppwiedden“ von August Hollweg
Dyckburgschule 1946: Als Weiden noch gruselig waren

1946 wurde Manfred Trombern an der Dyckburgschule eingeschult, demnächst feiert er Klassentreffen. Zu gerne hätte er gewusst, wie das plattdeutsche Gedicht hieß, dass er damals lernen musste. Die Redaktion fand es heraus.

Donnerstag, 12.09.2019, 08:00 Uhr
„De Koppwiedden“ von August Hollweg Foto: Aschendorff Verlag

Es ist schon eine ganze Weile her, dass im Schulunterricht mit größter Selbstverständlichkeit plattdeutsche Gedichte gelesen wurden. Zu Manfred Tromberns Zeiten war das jedenfalls noch so. Der Dyckburger, der heute in Buchholz in der Nordheide lebt, wurde 1946 an der Dyckburgschule eingeschult. Und dort durfte er ein plattdeutsches Gedicht lernen, an dass er sich zwar noch ganz gut erinnert – aber den genauen Wortlaut oder den Verfasser kennt er nicht. Also ruft er in der Redaktion an und bittet um Auskunft: „Die Zeitung weiß doch alles!“

Ein kühner Satz. Und immerhin insofern richtig, als die Redaktion fast immer jemanden weiß, der’s wissen könnte . . . Plattdeutsch? Gedicht? Dyckburgschule? Der erste Anruf gilt natürlich Dieter Harhues. Der frühere Vorsitzende des Heimatvereins hat schließlich selbst niederdeutsche Lyrik verfasst und veröffentlicht. Aber auch Harhues kennt das „Kopfweiden“-Gedicht nicht. Der Titel klinge nach Augustin Wibbelt : Die Redaktion möge doch mal Hannes Demming fragen, den „Hüöwelspäöne“-Kolumnisten – und schöne Grüße ausrichten. Gerne.

Hannes Demming tippt auch sofort auf Wibbelt, weiß es aber nicht auf Anhieb. Er werde es nachschlagen, nur Geduld bitte. Während die Redaktion noch bei Dr. Elmar Schilling, dem Geschäftsführer der Augustin-Wibbelt-Gesellschaft, anklopft, meldet sich Hannes Demming schon zurück: „Ich hab’s gefunden.“

Nicht Wibbelt, sondern August Hollweg (1899-1977) ist der Verfasser. Das Gedicht heißt „Koppwiedden“ und wurde erstmals 1948 in der Sammlung „Swattbraut. Plattdüütske Riemsels“ im Verlag Aschendorff veröffentlicht: „Watt mak ih knubbligen Stubben / doch alle son leige Gesicht: / de eene kieck ut äs de Düwel / de annre äs’n Deif vör Gericht . . .“

Die Geschichte kann Menfred Trombern beim Klassentreffen zum Besten geben, das am Samstag (14. September) in der Gaststätte Wauligmann am Schifffahrter Damm in Greven stattfinden soll. Der 1946er-Jahrgang der Dyckburgschule trifft sich dort. Der eine oder andere kann die „Koppwiedden“ bestimmt noch auswendig. . . „Bi Nacht, wenn dat güldene Mäöndken / sien Lecht up de Koppwiedden legg, / un wenn’t ut den Uhlenhook kriesket, dann tru ick mi nich dör den Weg.“  Lukas Speckmann

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