Ökumenische Feier im evangelischen Gemeindehaus
Pfingstmontag: Ein Fest für die Lichtbrücke

Münster-Handorf -

Vor 40 Jahren wurde die Lichtbrücke Handorf gegründet. Das Jubiläumsjahr wird nun mit einer Dankeschön-Feier beendet – direkt im Anschluss an den ökumenischen Gottesdienst der Handorfer Gemeinden.

Mittwoch, 05.06.2019, 08:00 Uhr
Die Lichtbrücke Handorf-Bangladesch feiert ihr 40-jähriges Bestehen. Zum ökumenischen Gottesdienst am Pfingstmontag in der Zionskirche laden (v.l.) Pastor Dr. Christian Peters, Petra Dreher und Pfarrer Jürgen Streuer ein. Foto: Regina Holzinger-Püschel

Warum ausgerechnet Bangladesch? Das Land galt vor rund 40 Jahren als das ärmste der Welt. 1971 hatte sich das frühere Ost-Pakistan von Pakistan gelöst, von dem es ohnehin durch das riesige Indien räumlich getrennt war. Es folgten einige politisch sehr instabile Jahre; doch Ende der 70er schien vorübergehend eine demokratische Entwicklung einzusetzen. Damals engagierten sich Hilfsorganisationen in Bangladesch – unter anderem in der Blindenhilfe, denn aufgrund chronischer Mangelernährung gab es im Land viele Erblindungen.

Die „Lichtbrücke“ begann 1978 in Handorf mit dem Sammeln von Spenden für Augenoperationen, die jeweils 26 Mark kosteten. Aus der Blindenhilfe entwickelten sich in mehr als 40 Jahren nachhaltige Hilfsprojekte für land- und einkommenslose Familien. Heute lernen die Kinder in ortsnahen Vorschulen, wie wichtig Bildung ist. Zeitgleich geben Kleinkredite ihren Familien eine Starthilfe.

Seit 2018 erinnert die „Lichtbrücke Handorf“ an ihr 40-jähriges Bestehen; auch der große Basar in der Matthias-Claudius-Schule stand bereits im Zeichen des runden Geburtstags. Das Jubiläumsjahr soll nun gewissermaßen abgerundet werden: Der ökumenische Gottesdienst der Handorfer Kirchengemeinden am Pfingstmontag (10. Juni) steht ganz im Zeichen der Hilfe für Bangladesch.

Gefeiert wird in diesem Jahr in der evangelischen Kirchengemeinde am Kirschgarten – wenn es das Wetter zulässt, im geschützten Innenhof des Gemeindehauses an der Zionskirche. Der Ort ist durchaus stimmig, denn der frühere evangelische Pfarrer Gerhard Sandhagen hat sich seinerzeit für die Lichtbrücke stark gemacht; Gudrun Sandhagen ist bis heute sehr engagiert. Der Gottesdienst beginnt um 11 Uhr. Anschließend wird zu Beisammensein und Information im Gemeindehaus eingeladen – als Dankeschön für eine 40 Jahre währende Unterstützung.

Das Pfingstfest als Fest des Heiligen Geistes steht besonders für weltweite Verständigung: Nach biblischem Bericht verstanden am Pfingsttag in Jerusalem Menschen ganz unterschiedlicher Herkunft und Sprache einmütig die christliche Botschaft. „Das motiviert uns auch heute, einander zu helfen, und dafür zu sorgen, dass möglichst jeder Mensch zu seinem Recht auf menschenwürdiges und gelingendes Leben kommt“, sagt Petra Dreher von der „Lichtbrücke“.

Nach einem gemeinsamen Mittagessen stellen Nur Achmed aus Bangladesch und Stefan Bepler von der „Lichtbrücke Engelskirchen“ anhand eines Lichtbildervortrages die Arbeit der Organisation und ihre aktuellen Projekte vor. Es ruht nach wie vor auf drei Säulen: auf Kleinkrediten, mit deren Hilfe sich vor allem Frauen eine Existenz aufbauen können, auf dörflichen Vorschulen, in denen die Bedeutung von Bildung vermittelt wird, und schließlich auf dem Ausbildungszentrum in Birganj im Norden von Bangladesch.

„Die Lebensbedingungen in den unterstützten Dörfern haben sich erheblich verbessert“, sagt Petra Dreher. An der Jubiläumsfeier in Handorf „sollen die Menschen in Bangladesch auch dank unseres Spendenfestes teilhaben.“  

Kommentar zu 40 Jahren Lichtbrücke: Langfristig solidarisch

Als die Lichtbrücke in Handorf gegründet wurde, war das Wort „Globalisierung“ noch nicht im Schwange. Aber die Hilfe für Bangladesch war damals schon außerordentlich global gedacht – nicht nur als kurzfristige Unterstützung in bitterster Not, sondern als ein Zeichen der langfristigen Solidarität des reichen Nordens mit dem armen Süden.Sie ist aus zwei Gründen besonders effektiv: Weil es zum einen um Hilfe zur Selbsthilfe geht, die längst gute Früchte trägt. Und weil zum anderen diese Unterstützung von zuverlässiger Dauer ist. 40 Jahre – es gibt nicht viele Hilfsprojekte, die so lange am Ball bleiben.Die Lichtbrücke ist vor allem mit ihrem großen Basar im November zu einem Handorfer Markenzeichen geworden, vergleichbar dem Handorfer Herbst oder dem Krippenweg. Sie trägt sich, weil sie in einer selbstbewussten Gesellschaft verankert ist, die immer noch gerne in Jahrzehnten rechnet. Das ist ein Pfund, mit dem nicht jeder Stadtteil wuchern kann.

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Lukas Speckmann

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