Ehemaliges Haus Münsterland ist verkauft
Handorfs Saal ist endlich unter Dach und Fach

Münster -

Das Tauziehen um das frühere „Haus Münsterland“ hat endlich ein Ende: Die Verträge wurden unterzeichnet, Gastwirt Charly Al-Asmar ist jetzt ganz offiziell der Eigentümer.

Donnerstag, 30.05.2019, 07:00 Uhr
Lötlämpken-Wirt Shaher „Charly“ Al-Asmar (r.) hat Haus Münsterland zu „Dat Handorfer Huus“ umgebaut. Siggi Höing unterstützte seinen früheren Schulfreund dabei nach Kräften. Foto: spe

Endlich – das sagen alle Beteiligten. Endlich sind die Verträge unterzeichnet, Haus Münsterland ist verkauft. Und Shaher „ Charly “ Al-Asmar ist endlich Eigentümer jener Immobilie, in der er bereits seit April Saal und Gaststätte als „Dat Handorfer Huus“ betreibt.

„Es war eine schwere Geburt“, sagt der Gastwirt erleichtert. „Seit man damit beschäftigt ist, zittert man immer ein bisschen.“ Schließlich mussten in langwierigen Verhandlung gleich vier Parteien unter einen Hut gebracht werden: die „Katholische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung“ KAS, der das ehemalige Soldatenheim an der Immelmannstraße bislang gehörte; der Insolvenzverwalter, der die Überbleibsel der Infa GmbH zu betreuen hat; die Kirchengemeinde St. Petronilla als Grundstückseigentümerin – und schließlich der Wirt, der sich trotz unsicherer Eigentumsverhältnisse bereits seit November 2018 um die Immobilie kümmert und seit Februar mit Sondergenehmigungen einzelne Veranstaltungen beherbergt.

Die eigentliche Vertragsunterzeichnung beim Notar sei eher unspektakulär gewesen, berichtet der neue Eigentümer. „Es ging sofort weiter mit Arbeit.“ Die Klärung der Eigentumsverhältnisse sei dringend notwendig gewesen, denn nur als Eigentümer erhalte er Geld von der Bank. Der Investitionsdruck sei unverändert groß: Als nächstes müssten die Außenanlagen samt Biergarten fertiggestellt werden, auch der Saal soll eine kleine Terrasse bekommen. Der Saal selbst sei bis auf Dekoration und einige Technik-Komponenten fertiggestellt.

Die früheren Betreiber hatten sich stets über den schlechten energetischen Zustand des in den 60er-Jahren errichteten Gebäudes beklagt. „Ich kann den Verbrauch noch nicht beurteilen“, meint Charly Al-Asmar. „Wir haben, soweit wir konnten, alles abgedichtet.“ Das Obergeschoss werde nun nach und nach in Angriff genommen.

Von „normalen Anfangsschwierigkeiten“ abgesehen, sei der Betrieb gut angelaufen. Vor allem der große Saal werde regelmäßig gebucht. Unterstützung erhält „Dat Handorfer Huus“ von der Stadt Münster, die den Saal an zwei Tagen in der Woche mieten und örtlichen Vereinen für ihre Veranstaltungen zur Verfügung stellen will. Auch die Bezirksvertretung Münster-Ost wird künftig fast ausschließlich an der Immelmannstraße tagen – die nächste Sitzung soll am 13. Juni stattfinden. Wie Marion Brink vom Amt für Immobilienmanagement bestätigt, wird ein Nutzungsvertrag derzeit vorbereitet. Charly Al-Asmar hält die Unterschrift für „eine Formsache“.

Danach kommt es vor allem auf das Publikum an: „Früher gehörte der Sonntagskaffee einfach dazu, und auch an der Theke war der Andrang größer“, erinnert der Wirt an die Zeit, als Handorf noch das Dorf der großen Kaffeekannen war. „Ich hoffe, dass es wieder mehr wird. Das wäre schön.“

Kommentar: Auf die Gäste kommt es an

Das ist ja noch mal gut gegangen. Die Rettung von Saal und Gastronomie im ehemaligen Haus Münsterland schien noch vor sechs Monaten so unwahrscheinlich, dass bis zum Schluss ein Rest von Zweifel blieb: Hält die Vereinbarung wirklich? Es stand so viel auf dem Spiel: Je länger die Verzögerung dauerte, desto unbehaglicher fühlten sich manche Beobachter.Jetzt kommt es vor allem auf die Kundschaft an. Auf die Handorfer und ihre Gäste, die bereit sind, das „Dorf der großen Kaffeekannen“ nicht aufzugeben und wahrzunehmen, was zwischen Pleistermühle und Haskenau gastronomisch alles möglich ist. Unterm Strich: gar nicht so wenig.Dem früheren Haus Münsterland kommt als dem größten Veranstaltungsort im Stadtteil eine Schlüsselrolle zu. Seine Lage am Rande Dorbaums muss nicht von Nachteil sein. Denn wenn Handorf weiter so wächst, liegt die Immelmannstraße in einigen Jahren quasi im Ortskern. Das nächste Baugebiet kommt bestimmt.

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Lukas Speckmann

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