Bezirksbeamter Christoph Holthaus stellt sich in der BV vor
Auf Streife in Handorf: „Hier kann man arbeiten“

Münster-Handorf -

Mit dem Titel „Dorfsherriff“ hat Christoph Holthaus keine Probleme: „Bezirksbeamter“ ist zwar korrekt, klingt aber sperrig. Der für Handorf zuständige Polizeihauptkommissar stellte seine Arbeit in der Bezirksvertretung vor.

Dienstag, 08.01.2019, 08:00 Uhr
Polizeihauptkommissar Christoph Holthaus hat das Geschehen in Handorf im Blick. Der Bezirksbeamte ist dienstags um 14 Uhr auf dem Wochenmarkt anzutreffen, wo er für jedermann ansprechbar ist. Foto: spe

Handorf ist an sich kein heißes Pflaster. Doch ab und zu muss die Polizei mit der Bitte um Zeugenhinweise an die Öffentlichkeit gehen: So wurde am vergangenen Wochenende irgendwann in der Zeit von Freitag- bis Sonntagmorgen in eine Fahrschule an der Handorfer Straße eingebrochen. Die Diebe hebelten laut Polizeibericht ein Fenster neben der Eingangstür auf, knackten eine Geldkassette und entkamen mit mehreren Hundert Euro.

So etwas kommt leider vor, und für die Betroffenen ist es auch in diesem Fall sehr ärgerlich. Gemessen am Kriminalitätsaufkommen in der Großstadt Münster passiert im Stadtteil Handorf allerdings wenig, mitunter wochenlang gar nichts. „Wir haben eine Null-Lage“, berichtete Christoph Holthaus vor Kurzem in schönstem Polizei-Deutsch den Mitgliedern der Bezirksvertretung Ost.

Der Polizeihauptkommissar kann es beurteilen: Seit Februar 2017 ist der Vadruper in Handorf im Einsatz, vor einem halben Jahr übernahm er als Bezirksbeamter den Job seines Vorgängers Klaus Grothaus, der nach 15 Jahren in den wohlverdienten Ruhestand ging. Die BV Ost war neugierig und lud den „Dorfsherriff“ ein, sich in einer öffentlichen Sitzung vorzustellen.

Holthaus ist so öffentlich präsent wie sonst kaum jemand im Ort. Der Streifendienst führt ihn nach eigenen Angaben praktisch täglich durch alle wichtigen Straßen seines Bezirks, der von Warendorfer Straße, Bahnstrecke und Ems umschlossen wird. Dabei ist er mit dem Streifenwagen, aber auch zu Fuß in den Grünanlagen unterwegs, – ohne dabei immer auf Übeltäter zu stoßen. Das, sagt er, sei eben das Los eines Streifenpolizisten: „Wenn ich da bin, passiert nichts.“

Was genau ist denn die Aufgabe eines Bezirksbeamten? Sehen und gesehen werden: „Ich bin das Bindeglied zwischen der Polizei und den Bürgern“, sagt Holthaus. Zwar kümmert er sich auch um Sicherung an Schulwegen und übernimmt die Verkehrserziehung an Handorfer Kitas. Vor allem aber versteht er sich als Ansprechpartner, der möglichst rund um die Uhr zu erreichen ist. Dienstags um 14 Uhr ist der Handorfer Wochenmarkt sein Revier; das ist seine feste Sprechstunde, um mit den Passanten ins Gespräch zu kommen. Sein Fazit: „Hier kann man arbeiten.“

Es gehört zum Job eines Polizisten, manchmal unbequem zu sein. Nicht immer sind die Marktbeschicker begeistert, wenn Holthaus etwa einem Lieferanten die Zufahrt verwehrt. Auch die bei vielen Autofahrern unbeliebte Sperrung der rechten Spur am Wersehof hält er schon im Hinblick auf die Schulwegsicherung für richtig. Doch in jedem Fall hört er sich Beschwerden an, geht Hinweisen nach und sieht nach dem Rechten. Enge am Willingrott, Schleichverkehr an der Havichhorster Mühle, ewig geschlossene Bahnschranken – die Themen sind ihm absolut geläufig.

Bei manchen Großeinsätzen muss Holthaus die Kollegen in der Innenstadt unterstützen. Grundsätzlich ist er jedoch per Mobiltelefon ( ✆ 02 51 / 2 75 48 53) oder Mail (Christoph.Holthaus@­polizei.nrw.de) erreichbar. Hinweise zum Einbruch an der Handorfer Straße nimmt auch die stets besetzte Polizei-Leitstelle am Friesenring ( ✆ 0251/2750) entgegen.

Kommentar: Pluspunkt Dorfsherriff

Handorf ist keine Insel der Seligen. Wenn die Polizei von einer „Null-Lage“ spricht, soll das nicht etwa heißen, dass es weder Kriminalität noch schwere Verkehrsunfälle gäbe. Sondern nur, dass die Zahl der Vor- und Unfälle so niedrig ist, dass der Ort als überdurchschnittlich ruhig und sicher zu gelten hat.Selbstverständlich ist das nicht. Von der auffälligen Serie an Wohnungseinbrüchen vor zwei Jahren war auch der Stadtbezirk Ost betroffen. Und dass es im überstrapazierten Handorfer Ortskern nicht noch häufiger kracht, mag auch daran liegen, dass die Verkehrsteilnehmer auf einer dichtbefahrenen Hauptstraße eben doch vorsichtig unterwegs sind.In jedem Fall ist es gut, wenn es einen Experten für alle Sicherheitsfragen gibt, der als „Dorfsherriff“ unmittelbar zuständig ist; ein echter Pluspunkt eines dörflichen Stadtteils mit eigenem Wochenmarkt. Christoph Holthaus ist grundsätzlich ansprechbar – lieber zu viel als zu wenig.

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