Radfahrer beklagt die schlechte Verbindung
Radweg Handorf-Wolbeck: „Ein katastrophaler Zustand“

Münster-ost -

Wer mit dem Rad von Handorf nach Wolbeck radeln will, hat zwei Möglichkeiten: Den Alten Mühlenweg, aber der ist lebensgefährlich. Oder den schönen Radweg an Haus Möllenbeck vorbei. Doch der ist in schlechtem Zustand.

Freitag, 17.11.2017, 09:11 Uhr

Nach Regenfällen bilden sich auf einem Teilstück des Radweges zwischen Wolbeck und Handorf morastige Pfützen. Der passionierte Radfahrer Ulrich Limberg sähe es gern, wenn der Wegabschnitt befestigt würde.
Nach Regenfällen bilden sich auf einem Teilstück des Radweges zwischen Wolbeck und Handorf morastige Pfützen. Der passionierte Radfahrer Ulrich Limberg sähe es gern, wenn der Wegabschnitt befestigt würde. Foto: isa

Eigentlich ist der Radweg von Wolbeck nach Handorf eine Freude für jeden Pedalritter: Fernab vom dichten Verkehr führt die Route über kleine Sträßchen, Feld- und Waldwege. „Eine wunderschöne Strecke“, beteuert Ulrich Limberg, der regelmäßig dort entlangfährt. „Wenn da nicht mitten drin dieses kritische Teilstück wäre.“ Auf etwa 400 Metern Länge befinde sich der Radweg nämlich in einem „katastrophalen Zustand“, so der passionierte Radfahrer: „Unwegsam, bei Regen morastig und kaum passierbar.“

Der Reihe nach: Der Radweg gehört zum überregionalen Radverkehrsnetz NRW und führt von Wolbeck aus über Grenkuhlenweg, Kreuzbach, Kasewinkel, Pleistertimpen und Wersetimpen bis nach Handorf. Damit stellt er eine durchgehende Parallelverbindung zum Alten Mühlenweg her, der stark vom Autoverkehr genutzt wird. „Die Strecke ist die Fahrrad-Verbindung von Wolbeck nach Handorf schlechthin“, so Limberg. Um so mehr fuchst ihn, dass sich niemand um das kritische Nadelöhr kümmert.

Dieses befindet sich kurz hinter Haus Möllenbeck. Dort verlässt der Radweg die offizielle Straße Kreuzbach und führt geradeaus am Feldrand entlang und dann durch ein Waldstück hindurch. „Hier ist in Richtung Handorf ein Radweg ausgeschildert“, rügt Limberg. „Aber nicht angelegt.“

In Wirklichkeit gehe es durch hohes Gras und über Wurzeln hinweg. Im Wald fehlten Hinweisschilder. „Am schlimmsten ist es, wenn es geregnet hat. Dann versinken die Fahrradreifen im Matsch.“

Bereits mehrfach hat sich der Bürger an das Landesverkehrsministerium und an die Stadt Münster gewandt. Einen ganzen Stapel misst der Schriftverkehr inzwischen. Mehrfach habe er keine Antwort erhalten. Ein anderes Mal habe man darauf hingewiesen, dass es sich um eine „nicht alltagstaugliche Strecke“ handele, die teilweise über Privatgrund verlaufe, so Limberg. „Man muss ja nicht alles asphaltieren“, ärgert sich der Radfahrer. Aber so schwer könne es doch „für die Fahrradhauptstadt Münster nicht sein, den Lückenschluss gut passierbar“ zu machen.

Bei der Stadtverwaltung hat man durchaus Verständnis für das Anliegen des Radfahrers, allerdings müsse man die Klassifizierung des Radwegs berücksichtigen. Es handele sich nämlich um eine so genannte „landschaftlich reizvolle Route“, erläutert Guido Koops­ vom Stadtplanungsamt. Diese sei an dem Baumpiktogramm auf dem Fahrrad-Hinweisschild zu erkennen, fügt der Verkehrsplaner hinzu.

Das Baum-Piktogramm weise auch darauf hin, dass mit dem Radweg „keine Standard-Route für den täglichen oder den Berufs-Radverkehr“ vorliege und dass man mit unbefestigten Teilstücken rechnen müsse. Der kundige Radfahrer wisse so gleich, dass er bei Schlechtwetter an einigen Stellen eventuell schieben müsse.

Im vorliegenden Fall verlaufe der Radweg teilweise über Privatgelände. „Wir sind sehr froh, dass die Eigentümer die Nutzung erlauben“, so Koops. Ansonsten wäre an dieser Stelle keine lückenlose Verbindung von Wolbeck bis Handorf möglich. Eine Befestigung oder gar Asphaltierung von Teilstrecken widersprächen teilweise der land- oder forstwirtschaftlichen Nutzung.

Dennoch: „Jeder hat die Möglichkeit, einen Bürgerantrag an die Bezirksvertretung zu stellen“, so Koops. Und diese könnte die Verwaltung mit der detaillierten Prüfung der Radwegefrage beauftragen.

Anzeige
Anzeige
http://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5287235?categorypath=%2F2%2F84%2F61%2F92%2F132%2F137%2F
Aktivisten nach Ratsentscheid enttäuscht
Vor dem Rathausfestsaal demonstrierten Aktivisten der „Seebrücke Münster“ für die zusätzliche und freiwillige Aufnahme von aus Seenot geretteten Flüchtlingen.
Nachrichten-Ticker