Handorf
Auch an den Feiertagen keine Pause

Montag, 31.12.2007, 06:12 Uhr

Münster-Gelmer. Die Autofahrer, die den Hessenweg nach Gelmer nutzen, sehen die hohen Tanks schon von weitem. Einige grün, andere wiederum in Weiß. Die Rede ist von dem Tanklager der Westfalen-AG. Manchmal liegen Schiffe am hauseigenen Kai und bringen Ware. Während diese noch in die Tanks gepumpt wird, stehen schon Lkw Schlange, um an einer der sechs Abfüllstationen neues Benzin oder Diesel aufzunehmen. Schnell geht es für die Fahrer weiter, denn die Tankstellen dürfen nicht „trocken“ werden.

Auch an den Feiertagen und an Silvester müssen die Angestellten ran. Denn: Gerade an den Feiertagen wird viel Sprit gebraucht. „Für uns sind das ganz normale Arbeitstage“, erklärt Lagerleiter Peter Pohlmann . Dabei verlässt er sich ganz auf die Technik – oder eben auch nicht. „Wir haben rund 70 Millionen Liter Treibstoff hier“, so Pohlmann. Diese sind in 23 Hochtanks gelagert.

„Die Gefahr ist schon da, aber wir wissen alle, was wir zu tun haben“, erläutert der Leiter während eines Rundganges über das Gelände. Überall sind Messfühler angebracht, die ausströmendes Benzin oder Diesel sofort orten. Nach einer Alarmierung kann die Anlage jederzeit stillgelegt werden.

Die Versorgung mit dem Treibstoff ist aber nicht die einzige Aufgabe der Angestellten. „Wir sind ein Energiesteuerlager“, erklärt Pohlmann. Erst wenn der Treibstoff in den Tankwagen abgewogen sei, entstehe die Steuerpflicht. „Das Geld muss die Westfalen-AG dann an den Staat abführen.“

Während die Lkw noch immer damit beschäftigt sind, Fracht aufzunehmen, steigen Berthold Dorstewitz, Felix Zwingenmann und Thorsten Reisch auf einen der rund zwölf Meter hohen Tanks. Mit einem Messband und einem Thermometer ausgerüstet, wollen sie die monatliche Inventur durchführen. „Wir können, wenn wir die Temperatur der Flüssigkeit kennen, anhand der Füllhöhe in den Tanks die Menge bestimmen“, so Reisch. Dabei kommt es bei den Messungen auf den Millimeter an. „Wenn wir uns bei einem 10-Millionen-Liter-Tank um einen Millimeter vermessen, ist das ein Verlust von 854 Litern“, erklärt Reisch. Daher misst das Trio bei strittigen Entscheidungen lieber einmal mehr.

„Silvester habe ich schon immer gearbeitet, und das ist wohl normal“, schmunzelte Dorstewitz. Für ihn gebe es eben solange er im Tanklager arbeite, an diesen Tagen keinen Urlaub.

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