Hausaufgabenbetreuung in der Flüchtlingsunterkunft an der Gronowskistraße wird gut angenommen
Alle lernen voneinander

MÜNSTER-GIEVENBECK -

In Ruhe für die Schule lernen - das manchmal gar nicht so einfach. Noch schwieriger wird es, wenn die Schule in einem fernen Land steht.

Donnerstag, 14.12.2017, 05:12 Uhr

Hoch konzentriert öst einer der Teilnehmer an der Hausaufgabenbetreuung im Flüchtlingsheim an der Gronowskistraße Rechenaufgaben. Betreuerin Lena van Wegen hilft währenddessen einer anderen Teilnehmerin beim Lesen (kleines Bild).
Hoch konzentriert öst einer der Teilnehmer an der Hausaufgabenbetreuung im Flüchtlingsheim an der Gronowskistraße Rechenaufgaben. Betreuerin Lena van Wegen hilft währenddessen einer anderen Teilnehmerin beim Lesen (kleines Bild). Foto: con

„Hausaufgaben“ steht groß an der Tür – und beim Eintreten fällt gleich die konzentrierte Stille auf. Es wird sehr diszipliniert gearbeitet. Ein Junge verdoppelt Zahlen, daneben schreibt ein Mädchen einen Wunschzettel, ein anderes formuliert die Lösung einer Rechentextaufgabe. Eine vierte Schülerin liest leise eine Eisbären-Geschichte. Nein, das alles findet nicht in einer Schule statt, sondern in der Flüchtlingsunterkunft an der Gronowskistraße.

Der Raum, der sonst als Kinderspielraum genutzt wird, fungiert drei Mal wöchentlich als Hausaufgabenraum. Die Grundschüler besuchen die Mosaik-, Michael- oder Wartburgschule. Sie sind zwischen sechs und elf Jahre alt und wohnen direkt in der Flüchtlingsunterkunft oder kommen aus der Nachbarschaft.

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Liebevolle Hilfe

Montag, Dienstag und Mittwoch können sie hier in Ruhe und mit liebevoller Hilfe ihre Aufgaben erledigen. Jeweils zwei Betreuer kümmern sich um vier bis fünf Kinder. Entstanden ist dieses niederschwellige und freiwillige Angebot im Juni 2016.

Lena van Weegen und Jürgen Loth vom Fachwerk Gievenbeck suchten nach Betreuungsalternativen für die Kinder, die im Offenen Ganztag ihrer Schule keinen Platz mehr bekamen. Zunächst stand ein Raum im La Vie zur Verfügung. Van Weegen ist aber nun glücklich über die Möglichkeit, direkt in der Flüchtlingsunterkunft den Raum gefunden zu haben. So können die Kinder vorher noch in ihren Familien essen. Gibt es mal Probleme, kann sofort das Gespräch mit den Eltern gesucht werden.

Ausleihregal

Eine Stunde wird gearbeitet, die zweite Stunde ist frei zum Spielen. Von der Stadtbücherei gibt es im Raum ein Ausleihregal, deren Angebot die Kinder regelmäßig nutzen.

Damit es gut läuft, müssen Betreute und Betreuer viel voneinander lernen. Die ersten zwei Monate seien nicht einfach gewesen, erinnert sich van Weegen. Es galt, zusammen mit den Kindern Regeln aufzustellen und deren Einhaltung zu üben. Schön sei bei diesem Angebot, die Ruhe zum Arbeiten und die Regelmäßigkeit. Die Kinder bauten Beziehungen auf zu ihren Betreuern, freuten sich auf diese Zeit, und die Lehrer freuten sich über ordentliche und regelmäßige Erledigung der Hausaufgaben.

Zielstrebig

„Alle sprechen gut Deutsch und lernen so fleißig – und sind zielstrebig“, schwärmt van Weegen von den Schülern. In der Form sei das Angebot wohl einmalig in Münster, so die Betreuerin weiter. Finanziell abgesichert sei es noch bis zum nächsten Sommer.

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